Archiv für den Monat: März 2017

Nachruf auf Raimund Genes, CTO Trend Micro

von Eva Chen

Trend Micro Sales Kick Off 2017 TechDay

Am Freitag, 24. März 2017, ist Raimund Genes, unser Chief Technology Officer, plötzlich und unerwartet zu Hause gestorben. Für uns alle bedeutet dies einen unermesslichen Verlust. Ich persönlich verliere mit Raimund einen wundervollen, engen Freund und ein Mitglied der Trend Micro-Familie. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, um unser Gefühl der tiefen Trauer zu beschreiben.

Ich lernte Raimund als Distributor für Trend Micro in Deutschland kennen. 1996 konnten Jenny, Steve und ich, die drei Gründer von Trend Micro, ihn davon überzeugen, in unser Unternehmen einzutreten, und er gründete die Trend Micro Deutschland GmbH. So hatte ich das Privileg, mehr als 21 Jahre lang Seite an Seite mit diesem wundervollen Menschen zu arbeiten.

Raimund war ein aussergewöhnlicher Mensch, der mit Leidenschaft durch das Leben ging und dessen Herz für die Cybersicherheit schlug. Sein Sinn für Humor und seine Direktheit konnten mich bei jedem Zusammentreffen neu motivieren. Er war der geborene Wortführer, der es verstand, den Menschen seine Visionen und sein Wissen nahezubringen. Er konnte Zuhörer, Kollegen und sein Team inspirieren und dazu anleiten, innovative Produkte, Dienstleistung und Forschung zu liefern.

Für Trend Micro bedeutet sein Tod einen unermesslichen Verlust, nicht nur eines aussergewöhnlichen Sicherheitsexperten, sondern auch eines wahren Freundes und Mentors. Mit 30 Jahren Erfahrung in der Sicherheitsbranche war Raimund ein redegewandter und hoch respektierter Experte, dessen Meinung und Wissen von Unternehmen weltweit gefragt waren. Mit tief gehendem Verständnis der Bedrohungslandschaft arbeitete er gemeinsam mit seinem Team von Forward Threat Researchers und Entwicklern unermüdlich daran, Cyberbedrohungen zu entdecken und auszumerzen und innovative Lösungen zu finden.

Während seiner Zeit bei Trend Micro hatte Raimund zahlreiche hohe Managementpositionen inne, einschliesslich die des Managing Director für Trend Micro Deutschland, Marketing- und Vertriebsleiter Europa, President of European Operations und zuletzt weltweiter Chief Technology Officer. Sein Talent, seine Intelligenz, schnelle Auffassungsgabe und Leidenschaft bedeuteten einen unschätzbaren Wert für unser Unternehmen.

Letzte Woche auf der CeBIT in Hannover hielt Raimund seine letzte öffentliche Präsentation unter dem Titel Good vs. Evil. Darin plädierte er leidenschaftlich für den Kampf gegen die Cyberkriminellen, das Übel. Raimund kämpfte tagaus tagein mit Herz und Seele für seine Vision, den weltweiten Austausch von digitalen Informationen sicherer zu machen. Ich bin mir sicher, Raimund ruft uns von weit oben zu: „Auf geht’s, wir können die Bad Guys nicht gewinnen lassen!“ Wir werden dich nie vergessen, Raimund. Und ich verspreche dir, wir werden deinen Kampf gegen „Bad Guys“ fortführen!

Raimund war ein liebevoller Ehemann für seine Frau Martina und ein hingebungsvoller Vater für seine beiden Söhne. Sie bedeuteten seinen Anker in seinem geschäftigen Leben.

Trend Micro und alle seine Mitarbeiter teilen die tiefe Trauer mit Raimunds Familie und Freunden.

Trend Micro auf der CeBIT 2017

Cyber-Erpressung, Sicherheitslücken, Angriffe auf das Internet der Dinge: Noch nie waren die Attacken der Kriminellen so raffiniert und so zahlreich, noch nie waren IT-Sicherheit und Datenschutz so wichtig.

Informieren Sie sich auf unseren CeBIT-Ständen u.a. über folgende Themen und Lösungen:

Halle 6 (Security Plaza, B16)

  • Business Process Compromise, das Kapern von Geschäftsprozessen (Showcase)
  • Sicherheitslösung für den Themenkomplex „SmartFactory und Industrie 4.0“ (Showcase)
  • Schutz kritischer Daten – gemeinsam mit SAP
  • Next-Generation Intrusion-Prevention-Systeme
  • Connected Threat Defense und XGen

Halle 5 (ITA-Gemeinschaftsstand, Stand E46)

  • IT- Security im Automotiveumfeld
  • Secure Supply Chain
  • Sichere Prozesse, sichere Produktion: Prävention – Erkennung – Analyse – Reaktion

Halle 4 (Japanischer Pavillon, Stand A38)

  • Connected Car (Showcase)

Umfangreiches Programm: Vorträge und Live-Demos

Heise-Forum (Halle 6)

  • Die EU-Datenschutz-Grundverordnung kommt – Keine Panik!!!
  • Verfügbarkeit, Flexibilität und Sicherheit in der Hybrid Cloud: Integrationen und Automatismen bei Trend Micro Deep Security
  • Heartbleed: Stoppen Sie den Herzschmerz in Ihrer IT (Live-Hacking)
  • Smart Factory und Industrie 4.0: Sicherheit (Security) in Steuerungs- und Produktionsumgebungen
  • Ein Sicherheitskonzept für die Zukunft: Trend Micro XGen und Connected Threat Defense
  • Die im Dunkeln sieht man nicht: Deutscher Cyber-Untergrund und aktuelle Malware-Bedrohungen
  • Gemeinsam gegen Datenverluste: Trend Micro und SAP

Besuchen Sie auch täglich von 10 – 11 Uhr unseren Vortrag „IT-Security als kontinuierlicher Verbesserungsprozess“ in Halle 5, Stand E46.

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Virtual Patching ist jetzt gefragt

Originalbeitrag von Pawan Kinger, Director Deep Security Labs / Re-Blog von blog.trendmicro.de

Nachdem Microsoft drei kürzlich veröffentlichte Sicherheitslücken noch nicht gepatcht hat, rückt der Einsatz von Intrusion Prevention System (IPS) wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Dieses virtuelle Patching soll vor vor Angriffen über diese Lücken schützten und ermöglicht es, Systeme so lange abzusichern, bis der Anbieter einen Patch dafür bereitstellt.

Folgende Komponenten waren von den Sicherheitslücken betroffen:

  1. Core SMB Service
  2. Microsoft Internet Explorer und Microsoft Edge
  3. Graphics Device Interface

CVE-2017-0016

Hier handelt es sich um einen Speicherbeschädigungs-Fehler (Memory Corruption) beim Handling des SMB-Verkehrs durch Windows. Um einen solchen Angriff durchzuführen, muss ein Computer oder Nutzer geködert werden, sich mit einem bösartigen SMB-Server zu verbinden. Der Server liefert Pakete, die dann den Computer zum Absturz bringen. Machbarkeits-Exploit-Code für diese Lücke ist bereits öffentlich geworden.

Die Sicherheitslücke erlaubt keine Remote-Ausführung von Code, und die Auswirkungen sind auf eine Denial-of-Service beschränkt. Gegenmaßnahmen könnten folgende sein:

  • Einschränken des nach draußen gehenden Ports 139 und 445,
  • Einsatz von IPS-Schutz.

CVE-2017-0037

Dabei handelt es sich um eine Art „Confusion“-Lücke im Microsoft Internet Explorer und Edge Browser. Um die Schwachstelle auszunützen, muss ein Angreifer einen Nutzer überzeugen, einen bösartigen Weblink anzuklicken. Den Link kann ein potenzielles Opfer über eine Mail, einen Chat oder eingebettet in Dokumente erhalten. Details zur Lücke, einschließlich eines Proof-of-Concept Codes ist bei Google Project Zero erhältlich.

Bei einer Attacke kann der Angreifer mit denselben Privilegien wie der angemeldete Nutzer beliebigen Code ausführen. Folgende Maßnahmen sind nützlich:

  • Einsatz von IPS-Schutz,
  • E-Mail-Filter für Phishing-Angriffe,
  • Web Reputation, um gehostete Skripts zu blocken
  • Reduzieren von Konten mit Administratorrechten

CVE-2017-0038

Die Lücke befindet sich in der Graphics Device Interface (GDI)-Komponente von Windows. GDI wird zum Rendern etwa von Bildern und Fonts auf einem Gerät oder Drucker verwendet. Ein Angreifer müsste einen Nutzer dazu „überreden“, ein Image oder einen Font darzustellen. Diese könnten auch in ein Dokument eingebettet werden. Der Angriff wird über einen Mail-Anhang oder über File-Sharing gestartet. Details zur Lücke, einschließlich eines Proof-of-Concept Codes ist bei Google Project Zero erhältlich.

Die Lücke legt Hauptspeicher offen, sodass vertrauliche Informationen durchgestochen werden. Folgende Maßnahmen sind sinnvoll:

  • Einsatz von IPS-Schutz
  • Schulung von Mitarbeitern, keine Anhänge zu öffnen oder Links, die nicht aus vertrauensvollen Quellen kommen anzuklicken.

Trend Micro Deep Security™ schützt vor diesen Sicherheitslücken. Details zu den Regeln und Veröffentlichungsterminen rund um die Sicherheitslücken liefert die folgende Übersicht.

CVE

Deep Security Rule Release-Datum

Veröffentlichungsdatum

Rule Name

CVE-2017-0016

Feb 2, 2017

Feb 1, 2017

1008138-Microsoft Windows Stack Overflow Remote Code Execution Vulnerability

CVE-2017-0038

Feb 20, 2017

Feb 21, 2017

1008171-Microsoft Windows Graphics Component Information Disclosure Vulnerability (CVE-2017-0038)

CVE-2017-0037

Feb 27, 2017

Feb 25, 2017

1008153-Microsoft Internet Explorer And Edge Memory Corruption Vulnerability (CVE-2017-0037)

TippingPoint-Kunden sind über die folgenden MainlineDV-Filter geschützt:

  • 26893: SMB: Microsoft Windows mrxsmb20.dll Denial-of-Service Vulnerability
  • 26904: HTTP: Microsoft Windows EMF Parsing Information Disclosure Vulnerability

 

Weiterführende Artikel:

  1. Lektion im Patching: Der Aufstieg der SAMSAM Crypto-Ransomware
  2. Außer der Reihe-Patch für eine weitere Windows Zero-Day-Lücke
  3. Internet Explorer Zero-Day betrifft alle Versionen des Browsers

Das Aufkommen der IoT-Zombies und die Gefahr von Botnets

Originalartikel von Trend Micro

Beim Cyber-Angriff auf die Server DNS-Anbieters Dyn Ende letzten Jahres waren einige bekannte Websites von Unternehmen wie etwa Twitter und Netflix betroffen. Der Übeltäter: Ein Botnet auf Basis des Internet of Things (IoT), das über eine Schadsoftware namens Mirai erzeugt wurde. Es stellt sich die Frage, was man tun kann gegen bösartige Programme wie Mirai und andere, die den ihren Profit aus der wachsenden Zahl von vernetzten Geräten ziehen wollen.

Der Autor von All About Circuits, Robin Mitchell, nannte diese Art der Cyberkriminalität ein „Zombie“-Botnet. Mithilfe des Mirai-Programms konnten böswillige Akteure ein Netzwerk aus Zombie-Geräten von etwa 100.000 verbundenen Objekten erstellen. Dies war möglich, weil die IoT-Geräte über nicht genügend effiziente Sicherheitsprotokolle verfügten, um der Infiltrierung zu entkommen. Auch nutzten diese Objekte wahrscheinlich immer noch ihre Default-Passwörter, die ihnen während der Fertigung gegeben wurden.

Die Analysten des Marktforschungsinstituts Gartner prognostizieren für 2020 20,8 Milliarden verbundene Objekte im IoT, von Thermostaten und Lichtschaltern im smarten Haus bis zu Drohnen, verbundenen Teekannen oder anderen Dingen des Alltags. Haben all diese dieselben Sicherheitslücken wie die vom Dyn-Hack betroffenen, so kann dies katastrophale Auswirkungen haben.

Der Quellcode von Mirai wurde im September 2016 veröffentlicht, und dies hatte ein „Wettrüsten“ zur Folge, denn die Hacker entwickelten neue Varianten der Malware, um auf unsichere IoT-Geräte zuzugreifen.

Einige Botnets sind relativ harmlos. Beispiel dafür ist ein kürzlich entdecktes Netzwerk von gefälschten Twitter-Konten. Darüber wurden zwar nur willkürliche Passagen aus Star Wars verbreitet, doch könnte es eine wertvolle Quelle für die Erforschung von Twitter-Bots sein, so Juan Echeverria von der University College of London, der das Botnet entdeckt hatte. Das Beispiel zeigt auch, wie schwierig es ist, Botnets aufzuspüren, und gibt darüber hinaus einen Vorgeschmack auf die Herausforderungen, die auf Unternehmen zukommen könnten, wenn sie ihre Netzwerke vor Zombie-Geräten schützen müssen.

Wie kann der Schutz aussehen?

Eine der Optionen sind höhere Investitionen in Cyber-Sicherheitsmaßnahmen, um Unternehmensnetzwerke vor Einbrüchen über Malware wie Mirai zu schützen. Gartner schätzt, dass bis 2018 die Ausgaben für IoT-Sicherheit auf 547 Millionen $ steigen werden.

Wenn es um die Sicherheit geht, rücken auch die IoT-Gerätehersteller weiter in den Vordergrund – sie müssen bessere Passwörter für ihre verbundenen Geräte liefern und im Allgemeinen mehr auf die Sicherheitsrisiken achten, die ihre Produkte in sich tragen. Die Sicherheitsforscher von Trend Micro betonen, dass sowohl die Verbraucher als auch die Regulierungsbehörden mehr Druck auf die Hersteller ausüben müssen, damit diese ihre Sicherheitspraktiken verbessern – oder sie werden damit leben müssen, dass sich ihre Produkte nicht verkaufen lassen.

Heimrouter stellen einen weiteren Schlüsselaspekt in der Botnet-Diskussion dar. Den Sicherheitsforschern zufolge ist es von grundlegender Bedeutung diese Geräte gut abzusichern, da sie der Türsteher für alle neuen smarten Heimtechniken sind. Gelingt es Hackern, sie in Zombies zu verwandeln, haben sie die Kontrolle über das smarte Haus.

„Der Einsatz von Basisabriegelung auf dem Gateway reicht nicht aus.”, so die Trend Micro-Forscher Kevin Y. Huang, Fernando Mercês und Lion Gu. „Angreifer werden immer Wege finden, um die Türen aufzubrechen, die Geräte zu infizieren und sie unter ihre Kontrolle zu bringen.“

Cybersecurity Software, Zweifaktor-Authentifizierung und das Wissen um bessere Passwörter sind wichtige Aspekte im Schutz der Netzwerke vor Botnets. Und so lange bis die Hersteller der Geräte ihre Sicherheitspraktiken nicht verbessern, liegt es bei den Cyber-Sicherheitsanbietern und der Öffentlichkeit darüber aufzuklären, dass Heimrouter gesichert und die drahtlosen Verbindungen verschlüsselt sein müssen.

Weiterführende Artikel:

  1. SIMDA: Ausschalten eines Botnets
  2. 2017, das Jahr in dem IoT-Bedrohungen zur Normalität werden
  3. Der Security-RückKlick KW 48
  4. Nach dem Takedown des Pushdo-Botnetzes geht Spam-Aufkommen zurück
  5. Mirai erweitert die Verteilung mit einem neuen Trojaner