Archiv der Kategorie: Sicherheitslücken

Sicher arbeiten im Home Office

von Udo Schneider, Security Evangelist DACH

Um ihre Mitarbeiter vor einer möglichen Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen, ermöglichen immer mehr Unternehmen das Arbeiten von zu Hause aus – oder ordnen dies sogar an. Gerade für Unternehmen, die eine solche Regelung erstmalig einführen, vergrößert sich dadurch jedoch auch die Angriffsoberfläche für Cyber-Attacken. Trend Micro warnte bereits in seinen Sicherheitsvorhersagen für das Jahr 2019 vor der wachsenden Gefahr durch Home-Office-Modelle.

Damit der Schutz vor biologischen Gefahren nicht durch erhöhte Anfälligkeit für digitale Bedrohungen erkauft wird, sollten Unternehmen eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, nicht nur technischer sondern auch juristischer Natur:

  • Alle Geräte, von denen Nutzer auf Unternehmensressourcen zugreifen, sollten durch regelmäßige Updates und Patches auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Zudem ist es zu empfehlen, diese mit einer zeitgemäßen Endpunkt-Sicherheitslösung vor Cyberangriffen zu schützen.
  • Nutzer sollten auf alle Unternehmensdaten (inklusive E-Mail-Zugang) nur über ein gesichertes Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) zugreifen. Mittels Zweifaktor-Authentifizierung lässt sich der Zugang zusätzlich schützen.
  • Cloud-Lösungen wie Office 365, G-Suite oder Dropbox ermöglichen eine einfachere Zusammenarbeit von Mitarbeitern an verschiedenen Standorten oder im Home Office. Leider stellen sie auch ein beliebtes Ziel für Cyberangriffe dar und sollten deshalb mit zusätzlichen Sicherheitslösungen geschützt werden.
  • Der Router spielt im Heimnetzwerk eine zentrale Rolle, da der komplette Netzwerkverkehr über ihn abgewickelt wird. Nutzer müssen deshalb darauf achten, auch ihren Router stets auf dem aktuellen Firmware-Stand zu halten und ihn mit eigenen Schutzfunktionen auszustatten. Dasselbe gilt für andere Geräte mit Netzwerkanbindung wie Multifunktionsdrucker, Netzwerkspeicher (NAS-Systeme) und Smart Speaker. Gerade vor möglichen Angriffsszenarien über vernetzte Lautsprecher hat Trend Micro bereits 2017 gewarnt.
  • Neben technischen Maßnahmen muss die Aufklärung der Mitarbeiter oberste Priorität haben: Cyberkriminelle haben COVID-19 bereits für sich entdeckt und nutzen die Angst vor dem Virus als Köder für Phishing-Angriffe und die Verbreitung von Schadsoftware. Durch Awareness-Schulungen können Mitarbeiter vor solchen Taktiken gewarnt und damit das Risiko eines erfolgreichen Angriffs gesenkt werden.

Weitere Informationen

Wer an weiteren Informationen zum Thema IT-Sicherheit im Home Office interessiert ist, kann sich gern an den Autor Udo Schneider wenden – ein Gespräch findet selbstverständlich „kontaktlos“ per Telefon oder Videokonferenz statt.

2019 blockiert Trend Micro 52 Milliarden Bedrohungen: Hacker erweitern ihr Repertoire

von Trend Micro

Abwechslung ist in den meisten Lebensbereichen willkommen, doch nicht in der Bedrohungslandschaft. Leider müssen sich Sicherheitsexperten heutzutage aber genau damit auseinandersetzen. Der Jahresbericht 2019 von Trend Micro zeigt, dass Hackern mittlerweile eine beispiellose Vielfalt an Tools, Techniken und Verfahren zur Verfügung steht. Bei 52 Milliarden einzigartigen Bedrohungen, die allein von den Trend Micro-Filtern erkannt wurden, könnte dies zu einer übermächtigen Herausforderung für viele IT-Sicherheitsabteilungen werden. Als Reaktion darauf überprüfen zu Recht viele CISOs ihren Ansatz für die Bedrohungsabwehr. Bei vielen von ihnen setzt sich die Erkenntnis durch, dass es sinnvoller ist, sich auf einen Anbieter zu konzentrieren, der den gesamten Schutz liefern kann, statt durch Investitionen in Best-of-Breed-Lösungen unter Umständen Sicherheitslücken zu schaffen und Budgetengpässe zu riskieren.

Zustandsaufnahme

Der Bericht liefert ein alarmierendes Bild einer von Volatilität und Chaos geprägten Bedrohungslandschaft. Finanziell motivierte Cyberkriminelle kooperieren und konkurrieren miteinander, um aus Attacken Profit zu schlagen. Leider gibt es eine Menge Betroffener, denn aufgrund gestiegener Investitionen in Cloud- und digitale Plattformen hat sich die Angriffsfläche im Unternehmen erheblich vergrößert.

Der Bericht hebt vor allem drei Trends hervor:

Ransomware ist auf dem Vormarsch: Obzwar die Anzahl der neuen Familien zurückgegangen ist,  ist die Zahl der entdeckten Ransomware-Komponenten im Laufe der Jahres um 10% auf 61 Millionen gestiegen. Im letzten Jahr hat es immer wieder erfolgreiche Angriffe auf deutsche mittelständische Unternehmen gegeben. Eine aktuelle Umfrage des TÜV-Verbands zeigte, dass in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland jedes zehnte Unternehmen Opfer eines Cyberangriffs geworden ist, wobei jeder fünfte Angriff Ransomware beinhaltete. Dabei spielte der Bankentrojaner Emotet häufig eine unrühmliche Rolle.

Phishing entwickelt sich weiterWie immer entfielen die meisten Bedrohungen (91%), die Trend Micro im vergangenen Jahr blockierte, auf Email-Angriffe, und ab 2018 stieg das Volumen um 15%. Das bedeutet, dass Phishing nach wie vor der Hauptvektor bei Angriffen auf Unternehmen ist. Obwohl insgesamt ein Rückgang der Gesamtzahl der Versuche, Phishing-Websites zu besuchen, zu verzeichnen war, gab es einige Spitzenwerte. Betrüger scheinen Office 365 im Visier zu haben und versuchen, Sicherheitsfilter zu umgehen. Die Zahl der eindeutigen Phishing-URLs, die die Microsoft-Cloud-Plattform fälschten, ist im Vergleich zum Vorjahr um 100% gestiegen. Die BEC-Angriffe, die nach Angaben des FBI im vergangenen Jahr höhere Kosten als jede andere Art von Cyberkriminalität verursachten, nahmen um 5% zu.

Die Supply Chain ist in Gefahr: Die digitale Supply Chain hat sich in den letzten Jahren rapide erweitert und setzt damit mehr Unternehmen einem Risiko aus. Besonders deutlich wurde dies im Bereich des elektronischen Handels im vergangenen Jahr, als es der Magecart Hacking-Gruppe gelang, schätzungsweise zwei Millionen Websites zu kompromittieren. Viele dieser Attacken konzentrierten sich auf Partner der Supply Chain. Auch beobachteten die Sicherheitsforscher einen Anstieg bei Angriffen, die sich auf die Kompromittierung von DevOps-Tools und -Deployments konzentrieren, wie z.B. fehlkonfigurierte Versionen der Docker Engine und ungesicherte Docker-Hosts.

Fazit

Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Die Forscher von Trend Micro stellten auch einen Anstieg bei mobiler Malware (6%), IoT-Anmeldungen über Brute-Force (189%) und vieles mehr fest. Um angesichts einer so breit gefächerten Palette von Bedrohungen die Kontrolle zu behalten, sollten CISOs den Ansatz der „Connected Threat Defense“ in Erwägung ziehen. Diese Strategie konsolidiert den Schutz über Gateways, Netzwerke, Server und Endpunkte hinweg auf einen einzigen Anbieter, der die Verteidigung auf jeder Ebene mit einem Fundament aus intelligentem Bedrohungswissen optimiert.

Die folgende Checkliste ist eine Überlegung wert:

  • Netzwerksegmentierung, regelmäßige Backups und kontinuierliche Netzwerküberwachung zur Bekämpfung von Ransomware,
  • Verbesserte Programme für das Sicherheitsverständnis, hilft Nutzern BEC- und Phishing-Versuche besser zu erkennen,
  • Monitoring von Schwachstellen und falschen Konfigurationen der Systeme der Supply Chain-Partner als Schutz vor Magecart-Angriffen,
  • Scannen von Container Images auf Malware und Sicherheitslücken während Build und Laufzeit,
  • Systeme und Software immer auf aktuellem Stand halten sowie
  • Richtlinien für Zweifaktor-Authentifizierung und dem Prinzip der geringsten Privilegien verhindern den Missbrauch von Tools, die über Admin-Logins zugänglich sind, etwa RDP und Entwickler-Tools.

Der gesamte 2019-Sicherheitsbericht steht online zur Verfügung.

IT-Security 2020 – das Wettrennen geht weiter

Von Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro

Das Jahr 2020 ist kaum zwei Monate alt und schon wieder häufen sich die Nachrichten zu Cybervorfällen. Auf der einen Seite gehen Daten im Internet „verloren“, auf der anderen gibt es die üblichen Cyberattacken, bei denen Unternehmen oder Behörden angegriffen werden – oftmals mit schwerwiegenden Folgen. Dabei kommt oftmals modernste Technologie zum Einsatz. Was wir im Cyberbereich erleben, ist im Grunde die Fortsetzung des jahrhundertealten Wettlaufs von Angriff und Verteidigung, nur mit digitalen Mitteln.

Den Zyklus kennen

Eine der wichtigsten Motivationen für die menschliche Weiterentwicklung war schon immer der Wunsch, einen Gegner zu übertrumpfen. So arbeiten auch in der digitalen Welt im Prinzip zwei gegnerische Parteien daran, sich beständig zu optimieren. Auf Seiten der Verteidigung stehen IT-Sicherheitsabteilungen von Unternehmen, die Security-Branche und diverse staatliche Organe wie beispielsweise das BSI. Diese Seite versucht Angriffe und Angriffsmethoden frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und abzuwehren. Dies geschieht durch Forschung, Technologieentwicklung sowie Aufklärung und den Einsatz von Abwehrmaßnahmen.

Auf der anderen Seite stehen verschiedene Angreifer. Es handelt sich zum überwiegenden Teil um Cyberkriminelle, jedoch leider finden sich hier auch staatliche Organisationen, die den jeweiligen Feind zu beeinträchtigen suchen. Die Angreifer arbeiten gezielt daran, Sicherheitstechnologien zu umgehen, Angriffe zu verstecken und Schwachstellen in der Architektur und in den Prozessen ihrer Opfer zu finden.

Die Betrachtung der beiden Seiten im Allgemeinen ergibt, dass es im Schnitt eine Art Gleichgewicht der Mächte gibt. Bei genauerer Analyse treten aber Spitzen zutage, wo der Angriff erfolgreicher ist und Schlagzeilen vom Untergang der IT sprechen. Und andererseits gibt es Zeiten, in denen alles ruhig bleibt und IT-Sicherheit nicht mehr im Fokus steht. Dieser Zyklus scheint etwa alle drei bis vier Jahre durchlaufen zu werden und richtet sich tatsächlich danach, in wie weit es den Verteidigern gelingt, erfolgreiche Techniken zu implementieren und damit die Angriffsmodelle zu torpedieren.

Bild 1: Angriffs- und Verteidigungszyklus in der IT-Security

Da es schwierig ist, die Schritte der Gegenseite vorherzusehen, sollte der Zyklus gewissermaßen zweigeteilt betrachtet werden. Beide Teile haben eines gemeinsam: Die Maßnahmen starten in der Regel klein und werden dann immer umfassender. Ein Beispiel der Security-Seite: Besonders innovative Firmen entwickeln eine neue Technik, mit der Angriffe erkannt und verhindert werden können, einige „Early Adopter“ testen diese Technologie, wobei sich ein mehr oder weniger großer Nutzen herausstellt. Natürlich ist dies das Zeichen für die gesamte Branche, die Funktion nachzubauen und zu verbessern oder anzupassen. Zudem setzt in der Regel ein entsprechender Marketing-Hype ein, sodass Nutzer über die neue Technologie bei den Analysten lesen können und auch viele Hersteller gefragt oder ungefragt über die eigene Technologie erzählen. Dann gibt es noch die Newcomer, die nach eigener Meinung genau diese Technologie als Einzige wirklich beherrschen und damit alles andere überflüssig machen. Der Begriff „Next Generation“ ist in diesem Zusammenhang bereits häufig gebraucht worden.

Der positive Effekt dabei: Security-Fachleute und erste Anwender sprechen viel über die neue Technik, sodass immer mehr Unternehmen sich dafür entscheiden (zusätzlich zu bestehender Technik) und dann auch tatsächlich geschützt sind. Als Folge aber stellen Angreifer vermehrt fest, dass ihre bisherigen Methoden nicht mehr wirken und sogar hoch spezialisierte, ausgeklügelte Angriffe fehlschlagen, weil plötzlich die Verteidiger in der Lage sind, diese zu identifizieren.

Schwenk auf die „dunkle Seite“…

Auch unter den Angreifer gibt es Technologieexperten und in einigen Bereichen ein organisiertes Vorgehen. Diese arbeiten dann mit Hochdruck daran, Methoden zu finden, um neue Verteidigungsmechanismen zu umgehen oder die noch ungeschützten Opfer zu identifizieren. Manchen Angreifern stehen dabei nahezu unbegrenzte finanzielle und personelle Mittel zur Verfügung. Die Bösen erarbeiten zunächst neue Angriffsschemen und testen diese vereinzelt, um Mängel auszumerzen und die Qualität zu verbessern. Anschließend starten die ersten Angriffswellen, und in der Regel finden sich recht schnell Nachahmer, oder die Technik wird sogar verkauft und verbreitet. Neben der Möglichkeit, damit Geld zu verdienen, ist es auch taktisch interessant, wenn viele Angreifer gleichzeitig agieren. Dies kann die Verteidiger überlasten und dafür sorgen, dass hochgradig gezielte Taten sozusagen im Strom untergehen und unerkannt bleiben.

Den Kreislauf durchbrechen oder verzögern

Verteidiger müssen sich über ihre Ziele im Klaren sein: Geht es darum, durch den Einsatz von Schutztechnologie alle Angriffe zu verhindern, so müssen sie immer die „Cutting Edge“ Security-Technologie identifizieren und einsetzen. Das ist äußerst aufwändig und teuer, und es besteht trotzdem noch immer die Möglichkeit, dass die Technologie etwas übersieht.

Die zweite Alternative ist sich bewusst zu machen, dass fast unweigerlich manche Angriffe erfolgreich sein werden. In der Risikobetrachtung jedes Unternehmens sollte dieses Szenario bereits berücksichtigt und Maßnahmen zur Minimierung eines eventuellen Schadens definiert sein. Die Herausforderung besteht darin, dass sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das Schadenspotenzial eines Cyberangriffs selten neu berechnet wird, da sie im Laufe der Zeit tatsächlich stark schwanken. In Compliance-Anforderungen aber auch durch Versicherungen wird jedoch zunehmend Druck ausgeübt, sich in dieser Hinsicht vorzubereiten — zum einen, weil bei Datenverlust nicht nur die betroffene Firma, sondern auch viele andere Individuen oder Organisationen Schaden erleiden, zum anderen, weil durch die Digitalisierung in Unternehmen die relative Anzahl der Vorfälle stetig zunimmt und auch Versicherungen Fahrlässigkeit nicht belohnen wollen.

Technische Optionen

Bleibt die Frage, wie sich technisch mit der Tatsache umgehen lässt, dass immer mehr Angriffe erfolgreich sind. Die Antwort der Analysten auf diese Frage lautete den letzten zwei Jahren: „Detection & Response“.

Eine logische Abfolge: Versagt der Schutz, wollen Betroffene schnell darüber Bescheid wissen und dann entsprechende Gegenmaßnahmen in die Wege leiten. Doch was einfach klingt, ist in der Realität vieler Unternehmen wesentlich komplexer. Der Einsatz unterschiedlicher Security-Tools und -Teams will koordiniert und abgestimmt sein, die schiere Masse an Einzel-Events interpretiert und bewertet werden. Detection & Response ist deshalb nicht nur eine Ergänzung zu einem bestehenden Konzept, es ist ein neues Konzept, in dem bestehende Strukturen weitergeführt werden können, wenn sie dazu passen.

Lange galt die Devise, je komplexer die Verteidigung eines Unternehmens, desto schwerer haben es die Angreifer. Leider ist mittlerweile das Gegenteil der Fall. Denn hohe Komplexität erschwert es vor allem Verteidigern, Zusammenhänge zu erkennen. Angreifern hingegen reicht ein einzelner Schwachpunkt, der fast immer irgendwo zu finden ist. Für erfolgreiche Detection & Response ist es deshalb wichtig, alle vorhandenen Informationen zu einem Vorfall zu koordinieren, sowohl um zu erkennen, dass es tatsächlich einen Vorfall gegeben hat, als auch zur Durchführung von Gegenmaßnahmen. Je mehr Security-Tools in der Lage sind zusammenzuarbeiten, desto schneller und effektiver kann auf Vorfälle reagiert werden, lassen sich Angriffe eindämmen und zukünftige Attacken verhindern.

Ansatz von Trend Micro

Als Security-Anbieter mit über 30-jähriger Erfahrung ist Trend Micro das Konzept der raschen Reaktion auch auf erfolgreiche Angriffe bekannt. Vor knapp zehn Jahren wurde dazu die „Connected Threat Defense“ (CTD)-Strategie definiert, mit der es gelang, erfolgreiche Angriffe zu erkennen und aufzuhalten. Wie in der IT-Security üblich, entwickelt sich die Technik rasant weiter und so ändern sich auch die Erfordernisse. Die vormals netzwerkzentrierte CTD muss heute vor allem Endpoints genauer überwachen, da vielfach das Kabel als Medium schlicht wegfällt und im Zusammenspiel zwischen Client und Server eine immer geringere Rolle spielt.

In der Industrie ist das Konzept der Detection & Response zum viel zitierten Schlagwort geworden und wegen des aktuell größten Bedrohungspotenzials eng mit dem Begriff Endpoint verknüpft. Trend Micro erwartet, dass auch Angreifer sich darauf einstellen werden und deshalb andere Bereiche eines Unternehmens für ihre Zwecke ausnutzen können. Hierzu zählen beispielsweise ungeschützte und nicht beachtete IoT-Geräte wie Smart TVs oder Drucker sowie bei einigen Unternehmen auch vernetzte Produktionsanlagen. Auch moderne Workloads wie Container und Serverless Computing werden früher oder später mit einzurechnen sein.

Detection & Response wird sich deshalb dahingehend wandeln, dass auch diese Bereiche bzw. solche, die wir heute noch nicht sehen, zu analysieren sind. Dies wird eng mit der Entwicklung der IT in Unternehmen und den zur Verfügung stehenden Werkzeugen zusammenhängen. Betrachten wir deshalb die obige Schleife aus dem Blickwinkel der aktuellen Security-Landschaft unter Berücksichtigung der in Trend Micros Bedrohungsvorhersagen diskutierten Angreiferaktivitäten:

Bild 2: Neue Angriffsvektoren erfordern flächendeckende Verteidigungsmaßnahmen

XDR

Es lässt sich unschwer feststellen, dass 2020 neue Angriffsvektoren eine Rolle spielen werden, die über ein reines EDR-Szenario nicht abzudecken sind. Die Verteidigungswerkzeuge stehen zwar schon zur Verfügung, es wird jedoch noch dauern, bis sie flächendeckend eingesetzt werden. Trend Micro ist hier einen Schritt voraus und will alle Bereiche möglichst umfassend integrieren. Wir verwenden dafür den Begriff XDR, wobei das X für „Cross“, also bereichsübergreifende Detection & Response-Maßnahmen steht, ebenso wie als Platzhalter für Maßnahmen in allen Bereichen, nicht nur am Endpunkt. Darunter fällt beispielsweise auch Email als aktuell häufigster Angriffsvektor.

Managed Security Services

Klar ist auch, dass Unternehmen trotz aller Technik menschliche Expertise benötigen, um Angriffe zu analysieren und die Effizienz der Technik ständig zu verbessern. Dazu bietet Trend Micro die direkte Unterstützung durch seinen Dienst „Managed XDR“ an. Kunden erhalten dadurch Zugriff auf Spezialisten, die in der Lage sind, Vorfälle zu erkennen und zu bewerten. Im Ernstfall beraten diese Experten Kunden über Gegenmaßnahmen.

Nicht zuletzt gilt, was bereits eingangs genannt wurde: Auch wenn durch XDR momentan ein Vorsprung erzeugt werden kann, so wird es vermutlich auch der anderen Seite gelingen, früher oder später dieses Konzept zu umgehen. Durch den Einsatz von Forschungsteams und die Zusammenarbeit mit anderen Verteidigern versucht Trend Micro, diese Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Wir klären darüber in unseren Blogs und Forschungsergebnissen auf, bieten Kunden aber auch die Möglichkeit proaktiv auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Beratung zu erhalten.

LokiBot gibt sich als bekannter Game Launcher aus

Originalbeitrag von Augusto Remillano II, Mohammed Malubay und Arvin Roi Macaraeg, Threat Analysts

Der Trojaner LokiBot, der vertrauliche Daten wie Passwörter und auch Kryptowährungsinformationen stehlen kann, wird von seinen Hintermännern offenbar weiter entwickelt. Bereits in der Vergangenheit gab es eine Kampagne, die eine Remote Code-Execution-Schwachstelle missbrauchte, um LokiBot über den Windows Installer-Service zu verbreiten. Dabei ging es um eine Lokibot-Variante, die ISO Images einsetzt, sowie eine mit verbessertem Persistenz-Mechanismus via Steganographie. Nun entdeckten die Sicherheitsforscher von Trend Micro, dass LokiBot (Trojan.Win32.LOKI) sich als ein beliebter Game Launcher tarnt, um Nutzer zu überlisten, den Schädling auf ihren Maschinen auszuführen. Die Analyse eines Samples dieser Variante zeigte, dass sie eine seltsame Installationsroutine einsetzt, die eine compilierte C#-Codedatei ablegt. Diese ungewöhnliche Variante mit einer „Compile after Delivery“-Technik zur Vermeidung seiner Entdeckung wurde mithilfe der maschinellen Lernfähigkeiten in den Trend Micro-Lösungen proaktiv erkannt und geblockt.

Die Infektion startet mit einer Datei, die vorgibt, der Installer im Epic Games-Store (Entwicklungsfirma von Spielen wie Fortnite) zu sein. Am Ende der Infektionskette wird die LokiBot-Payload ausgeführt. Wie die meisten aktiven Infostealer zeigen die Weiterentwicklungen bei den Installations- und Verschleierungsmechanismen, dass LokiBot seine Aktivitäten nicht so bald einstellen wird. Technische Einzelheiten des Angriffs sowie die Indicators of Compromise umfasst der Originalbeitrag.

Trend Micro-Lösungen

Trend Micro™ Deep Discovery™ bietet Erkennung, tiefgehende Analyse und proaktive Reaktionen auf Angriffe mit Exploits und ähnlichen Bedrohungen. Dafür setzt die Lösung spezielle Engines, nutzerkonfiguriertes Sandboxing und eine nahtlose Korrelation-über den gesamten Lebenszyklus des Angriffs ein. Unterstützt wird sie durch Trend Micro XGen™ Security mit einer generationsübergreifenden Kombination aus Abwehrtechniken gegen eine Vielfalt von Bedrohungen für Datencenter, Cloud-Umgebungen, Netzwerke und Endpunkte. Die Lösung umfasst High-Fidelity Machine Learning, um Daten und Anwendungen am Gateway und den Endpunkten, ebenso wie physische, virtuelle und Cloud-Workloads zu sichern.

Eine Reise durch die IoT-Bedrohungslandschaft

Die offensichtlichen Vorteile von Internet of Things (IoT)-Geräten für Unternehmen und Verbraucher sowie deren Erschwinglichkeit haben dazu geführt, dass ihre Beliebtheit stark steigt. Viele sind für Plug-and-Play ausgelegt, vollständig kompatibel mit anderen Maschinen und lassen sich leicht von gängigen Anwendungen aus verwalten. Doch mit der zunehmenden Integration des IoT in Unternehmen und Privathaushalte vergrößert sich auch die damit zusammenhängende Bedrohungslandschaft. Trend Micro gibt einen Überblick über die wichtigsten Bedrohungen und Schwachstellen für IoT-Geräte am Rand oder innerhalb des Netzwerks und in der Cloud. Der Beitrag liefert auch Einblicke in den cyberkriminellen Untergrund.

Geräte am Rand des Netzwerks

Die Interaktion mit IoT-Geräten ist nicht mehr zu vermeiden. Abgesehen von Smartphones und Laptops statten Unternehmen ihre Büros mit Geräten aus, die die Sicherheit und Effizienz fördern, von intelligenten Leuchten bis hin zu Sicherheitskameras und vernetzten Druckern. Viele Devices halten auch Einzug in Wohnräume, so etwa vernetzte Kühlschränke bis hin zu intelligenten Thermostaten. Mit zunehmender Abhängigkeit von diesen Geräten muss deren Absicherung von höchster Bedeutung sein. Ein erster Schritt dahin besteht darin, ein Bewusstsein für mögliche Schwachstellen und Bedrohungen zu schaffen.

Home-Umgebungen

Smart Home-Geräte sind bekanntermaßen anfällig und Hacker nutzen dies natürlich aus. Wenn immer komplexere IoT-Umgebungen entstehen, so können Angreifer die Devices als Tor zum Netzwerk eines Nutzers missbrauchen. Dazu gehören smarte Glühbirnen, Schlösser, Fernseher und vieles mehr. Die Vernetzung öffnet Wohnungen für Eindringlinge, Informationsdiebstahl und das Ausspionieren.

Unternehmensumgebungen

Unternehmen sind sich der Bedrohungen für Laptops, Tablets oder Smartphones, mit denen ihre Mitarbeiter arbeiten, bewusst und haben Sicherheitsteams, die für den Schutz der Endpunkte im Netzwerk und des Netzes selbst zuständig sind. Doch bringen die Mitarbeiter auch eigene IoT-Geräte mit, die sie mit dem Unternehmensnetzwerk verbinden. Unternehmen müssen sich also auch mit Risiken und Bedrohungen auseinandersetzen – von gezielten Angriffen bis hin zu Hacking und Datenverstößen.

Bild 1. Persönliche IoT-Geräte in BYOD-Umgebungen stellen ein ernstes Risiko dar

Angreifer suchen ein exponiertes IoT-Gerät aus, das sie dann dafür benutzen, um auf das damit verbundene System zuzugreifen und so einen gezielten Angriffe zu starten. Selbst einfache Online-Recherchen können ihnen genügend Informationen liefern, um Schwachstellen im System eines Unternehmens zu finden und Schäden am Netzwerk und an den Vermögenswerten des Ziels zu verursachen.

Nicht gepatchte Geräte stellen häufig ein Risiko dar, weil Angreifer bekannte Schwachstellen ausnutzen können, um einzudringen und sich dann privilegierten Zugriff auf Unternehmensnetzwerke zu verschaffen. Es kann zu Dateneinbrüchen oder zu exponierten Daten kommen, Manipulation anderer Assets, Zugriff auf Server und Systeme, Einschleusen von Malware oder gar zur physischen Unterbrechung des Betriebs.

Hacker könnten auch angreifbare Geräte in ein Botnet integrieren. Botnets stellen ein großes Problem dar: Daten aus dem Trend Micro™ Smart Home Network von 2018 bis 2019 zeigen einen Anstieg von 180% bei Brute Force-Anmeldeversuchen. Diese Arten von Angriffen stehen  mit Botnets in Verbindung, da Cyberkriminelle diese Taktik nutzen, um mit einer Vielzahl aufeinanderfolgender Versuche ein Passwort zu erraten.

Netzwerke

Cyberkriminelle, die ein Unternehmenssystem kompromittieren, den Betrieb unterbrechen, Informationen stehlen oder auf vertrauliche Daten zugreifen wollen, nehmen typischerweise mit öffentlichen Netzwerken verbundene IoT-Geräte ins Visier. Darum ist es für die Sicherheit entscheidend, häufig verwendete Funktionalität und typische Devices in Unternehmen und zu Hause zu schützen.

  • Network Attached Storage (NAS). Diese Geräte waren schon immer angreifbar und damit beliebtes Ziel für Hacker. Die Ausnutzung bestimmter Schwachstellen ermöglicht es Angreifern, die Authentifizierung zu umgehen, Code auf dem Gerät auszuführen und Nutzerdaten herunterzuladen oder zu manipulieren. Sie werden auch von Ransomware oder anderer Schadsoftware angegriffen, um DDoS-Attacken zu starten oder Krypto-Mining auszuführen.
  • Universal Plug-and-Play (UPnP). Viele IoT-Geräte, wie Kameras, Spielekonsolen und Router umfassen ein Universal Plug-and-Play (UPnP)-Feature, über das die vernetzten Geräte kommunizieren, Daten austauschen oder Funktionen koordinieren. Nutzen Hacker nun Lücken in den UPnP-Funktionen aus, so können sie Maschinen kompromittieren oder gar die Kontrolle darüber übernehmen. Router und andere können zu Proxys umgewandelt werden, um die Herkunft von Botnets zu verschleiern, für DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) eingesetzt oder gar zum Versenden von Spam genutzt werden.
  • Internet Protocol (IP). IP-Geräte lassen sich einfach installieren, sie skalieren gut und bieten Analytics. Leider sind sie auch für Sicherheitslücken anfällig. Sie werden mit den Standardeinstellungen und -anmeldedaten genutzt, sodass Hacker ein leichtes Spiel haben. Viele Malware-Autoren erstellen Schadsoftware für IP-Devices, so etwa TheMoon (eine der ältesten Familien dieser Gruppe) und Persirai.
  • Unsichere ältere Technologie. Häufig ist es ältere Technologie, die in einem Netzwerk oder in vernetzten Systemen eingesetzt wird, die Unternehmen einem bestimmten Risiko aussetzt. So beinhaltete die Faxploit-Sicherheitslücke Stack Overflow-Fehler in der Implementierung des Fax-Protokolls in bestimmten Druckern. Mit einer speziellen Faxnummer konnte ein Angreifer das Netzwerk und die damit verbundenen Systeme kapern, Geräte mit Malware infizieren oder Daten stehlen.

Bild 2. Typischer Angriffsablauf im Zusammenhang mit IP-Kameras

Cloud-Lösungen

Organisationen und sogar gewöhnliche Benutzer verwenden mittlerweile Cloud Computing und Cloud-basierte IoT-Lösungen für eine einfachere Geräteverwaltung und Datenspeicherung. Damit ergeben sich mehrere potenzielle Angriffsvektoren:

  • API-Gateways fungieren als Türöffner zur Cloud und begrenzen den Verkehr von IoT-Geräten. Und aufgrund der Art und Weise, wie sie genutzt werden, könnten falsch konfigurierte Gateways Geräte oder Dienste zu Sicherheitsbelastungen machen. Bedrohungsakteure können die Gateways für böswillige Aktivitäten wie das Fälschen einer Befehlssequenz nutzen, indem sie die Logik zwischen den APIs ändern und dadurch mehr Schwachstellen in den Prozess einbringen. Weitere mögliche Aktivitäten sind Benutzer-Spoofing, Man-in-the-Middle (MiTM)-Angriffe und Replays von Sitzungen.
  • Entwickler passen die Regeln und Richtlinien für IoT-Geräte, die mit Cloud-Servern verbunden sind, für das Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) an. Fehlkonfigurationen innerhalb von Authentifizierungsrollen, Richtlinien oder zugewiesenen Schlüsseln beispielsweise können schwerwiegende Probleme verursachen. Hacker wären in der Lage, den Datenverkehr und den Zugriff zu kontrollieren, den Server zu beschädigen, komplexere Angriffe durchzuführen, den Cloud-Service zu kontrollieren oder einen Gast oder einen legitimen Gerätebenutzer zu fälschen.
  • Auch Fehlkonfigurationen in anderen Geräten, Cloud-Gateways und Infrastrukturen weisen Schwächen in der Sicherheit des Datenverkehrs oder des Pfades auf und setzen das Gerät oder den Cloud-Server Angriffen aus.

Cyberkrimineller Untergrund

Die Recherche zu cyberkriminellen Undergrundforen und Sites zeigt das steigende Interesse am Hacking von IoT-Geräten. Es gibt dort viele Angebote für entsprechende Services und sogar Anleitungen für den Missbrauch von Schwachstellen und das Hacken von Devices. Die angebotenen Dienste reichten vom Zugriff auf kompromittierte Geräte und die Nutzung von Botnets bis hin zu DDoS-Diensten und privaten IoT-basierten VPNs. Die Offerten gibt es in englischen Foren und Diskussionen, sowie auf russischen, portugiesischen, arabischen und spanischen Sites.

Weitere Forschungsergebnisse zu IoT-Bedrohungen finden Sie unter:

The IoT Attack Surface: Threats and Security Solutions

IoT Devices in the Workplace: Security Risks and Threats to BYOD Environments

From Homes to the Office: Revisiting Network Security in the Age of the IoT

Microsoft veröffentlicht Advisory zu Zero-Day-Lücke, einschließlich Workaround

Originalbeitrag von Trend Micro

Vor ein paar Tagen veröffentlichte Microsoft ein Advisory (ADV200001) als Warnung vor CVE-2020-0674. Es geht um eine Remote Code Execution (RCE)-Schwachstelle im Zusammenhang mit dem Internet Explorer (IE). Einen Patch gibt es derzeit noch nicht, wobei Microsoft zugegebenermaßen um die Angriffe über diese Lücke weiß. Der Fehler betrifft alle Windows Desktop- und Serverversionen.

Bei CVE-2020-0674 geht es um die Art, wie die Scripting Engine mit Objekten im Hauptspeicher in IE umgeht. Angreifer können die Schwachstelle ausnutzen, um die Memory zu beschädigen, sodass sie beliebigen Code in der Umgebung des aktuellen Nutzers ausführen können. Dies wiederum kann dazu führen, dass der Cyberkriminelle administrative Rechte erlangt, wenn der Nutzer als Admin angemeldet ist. So kann er potenziell neue Konten einrichten, Daten modifizieren oder gar Anwendungen installieren.

Bei einem Angriff kann ein Bedrohungsakteur eine spezielle Website erstellen, um die Schwachstelle auszunutzen. Benutzer können dann über Social Engineering-Techniken wie z.B. Email mit eingebetteten Links zum Besuch dieser Website verleitet werden.

Empfehlungen für einen Workaround

Microsoft hat einen Workaround veröffentlicht, der den Zugang zu Jscript.dll einschränkt:

Die Anwender von 32-Bit-Systemen sollten als Administrator den folgenden Befehl eingeben:

    takeown /f %windir%\system32\jscript.dll

    cacls %windir%\system32\jscript.dll /E /P everyone:N

Die Anwender von 64-Bit-Systemen wiederum geben den folgenden Befehl ein:

takeown /f %windir%\syswow64\jscript.dll

    cacls %windir%\syswow64\jscript.dll /E /P everyone:N

    takeown /f %windir%\system32\jscript.dll

    cacls %windir%\system32\jscript.dll /E /P everyone:N

Microsoft merkt aber auch an, dass der Workaround zu möglicherweise zu einer reduzierten Funktionalität für die Komponenten und Fähigkeiten bezüglich jscript.dll führen kann. Deshalb ist es ratsam, den Workaround wieder rückgängig zu machen, sobald der Patch vorhanden ist und aufgespielt werden soll. Die folgenden Befehle sind dafür nötig:

Für 32-Bit-Systeme

    cacls %windir%\system32\jscript.dll /E /R everyone   

Für 64-32-Bit-Systeme

cacls %windir%\system32\jscript.dll /E /R everyone   

    cacls %windir%\syswow64\jscript.dll /E /R everyone

Empfehlungen

Da CVE-2020-0674 bereits aktiv ausgenutzt wird, empfiehlt es sich, den Patch zur Behebung des Fehlers anzuwenden, sobald er verfügbar ist. Darüber hinaus kann die Umsetzung des Workarounds während des Wartens auf das Update Angreifer daran hindern, auf anfällige Systeme zu zielen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die den IE über Netzwerkverkehrsblockierung oder Gruppenrichtlinien auszuschalten, bis ein Update kommt. Bei dieser Option gilt es zu bedenken, dass einige Anwendungen oder Websites den Internet Explorer integriert haben könnten und dass diese möglicherweise nicht funktionieren, wenn der Internet Explorer blockiert wird.

Angesichts des Einsatzes bösartiger Websites als Teil der Ausbeutungsroutine der Schwachstelle sollten Unternehmen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter über Phishing-Angriffe ausreichend aufgeklärt werden, während einzelne Benutzer zur Vorsicht beim Anklicken von Links, insbesondere von solchen, die in einer verdächtigen Email-Nachricht eingebettet sind, ermahnt werden.

CurveBall: Öffentlicher PoC für kritischen Microsoft-NSA Fehler

Die Sicherheitsforscher Saleem RashidKudelski Security und Ollypwn haben Proof-of-Concept Code veröffentlicht für die Ausnutzug von CurveBall (CVE-2020-0601). Es ist die erste Sicherheitslücke, die die National Security Agency (NSA) gemeldet hatte. Die Lücke ist im ersten Zyklus 2020 der Patch Tuesday-Updates berücksichtigt worden und betrifft die Validierung des CryptoAPIs der Elliptic Curve Cryptography (ECC)-Zertifikate sowie die Public Key Infrastructure (PKI) in Windows. Unternehmen und Nutzern wird das sofortige Patchen ihrer Systeme empfohlen, um den Missbrauch dieser Sicherheitslücke zu verhindern.

Der Machbarkeitsbeweis zeigt, wie sich der Fehler auf eine der kryptografischen Implementierungen der Windows CryptoAPI (Crypt32.dll)-Bibliotheksfunktion auswirken kann. Die Forscher warnen vor den möglicherweise ernsten Folgen, denn jede Software, die sich auf die Windows  CertGetCertificateChain()-Funktion verlässt, um die Gültigkeit eines ECC X.509-Zertifikat zu prüfen, kann fälschlicherweise einer bösartigen Zertifikatskette (einschließlich solcher von Drittanbietern) die Vertrauenswürdigkeit bescheinigen. Zu den betroffenen Microsoft-Versionen gehören Windows 10 und Windows Servers 2016 sowie 2019.

Nutzt ein Angreifer den Fehler aus, kann er die Gültigkeit des ECC für Dateien, Anwendungen, Netzwerkverbindungen, Emails und ausführbaren Dateien fälschen und sie als vertrauenswürdig, von einem legitimen Anbieter abstammend darstellen. Die gefälschte Gültigkeit ermöglicht unter anderem den Zugriff auf die Entschlüsselung von vertraulichen Informationen über Benutzerverbindungen, Man-in-the-Middle-Angriffe und die Ausnutzung aus der Ferne.

Microsoft stellt in dem Security Advisory fest, dass die Ausnutzung des Fehlers wahrscheinlich ist, vor allem, da öffentliche Demo-Codes verfügbar sind. Die NSA erklärt in ihrem Cybersecurity Advisory, dass die verfügbaren Patches lediglich der Minderung der Bedrohung dienen, obwohl einige Forscher bereits festgestellt haben, dass ein Update für Windows Defender veröffentlicht wurde, um aktive Exploit-Versuche zu erkennen und Benutzer zu warnen. Anwendern wird empfohlen, die Patches so schnell wie möglich herunterzuladen.

Trend Micro-Lösungen

Trend Micro-Anwender sind vor der Bedrohung über folgende Regeln geschützt:

Detailliertere Informationen dazu gibt es auf der Business Support-Seite.

Schutz für Unternehmens-IT nach dem Aus für Windows 7

Originalartikel von Bharat Mistry

Cyberkriminelle sind immer auf der Suche nach Schwachstellen in Unternehmenssystemen. In diesem Zusammenhang stellt natürlich die Abkündigung von wichtiger Software oder von einer Betriebssystemversion eine Riesenchance für sie dar. IT-Sicherheitsteams müssen deshalb gut vorbereitet sein auf das endgültige Aus für Windows 7 und Server 2008/Server 2008 R2 am 14. Januar. Für diejenigen Unternehmen, die ein Upgrade nicht durchführen wollen oder können, gibt es dennoch Hilfe.

Patching-Prioritäten

Das schnelle Patching ist aus gutem Grund eine Best Practice für die Cybersicherheit. IT-Systeme werden schließlich von Menschen entworfen, und das bedeutet unweigerlich, dass sich auch Fehler im Code einschleichen. Diese aber werden von den Cyberkriminellen massiv ausgebeutet, wobei die Gruppen Bedrohungswissen und Angriffs-Tools sowie -techniken untereinander austauschen. Häufig stellt das Ausnutzen der Softwarefehler den ersten Schritt für einen ausgeklügelten Angriff dar, mit dem Ziel des Informationsdiebstahls, einer ernsten Ransomware-Infektion, Cryptojacking oder einer anderen Bedrohung. Die Mehrheit der vom Zero Day Initiative (ZDI) Programm in der ersten Hälfte 2019 entdeckten Schwachstellen wurden als „High Severity“ bewertet.

Umso wichtiger ist es, dass IT-Admins jeden Fehler patchen, um das Unternehmensrisiko möglichst gering zu halten. Doch wenn ein Produkt das Supportende erreicht, wie eben Windows 7 und Server 2008, so bedeutet dies, dass der Anbieter keine Patches mehr dafür veröffentlicht. Unternehmen sollten in erster Linie ein Upgrade in Betracht ziehen, um seine Daten nicht zum Ziel der Hacker zu machen.

Wenn Upgrades nicht in Betracht kommen

Für viele Unternehmen aber sind die Dinge nicht so einfach. Solch große Upgrades für tausende von Unternehmensmaschinen sind teuer und zeitaufwändig, und ein verlängerter Support durch Microsoft ist mit sehr hohen Kosten verbunden. Einige Organisationen können aufgrund von Inkompatibilitäten mit unternehmenskritischen Anwendungen nicht upgraden, denn diese würden mit einer neueren Betriebssystemversion gar nicht laufen. In Operational Technology (OT)-Umgebungen wie Fabriken oder Krankenhäusern ist Windows 7 möglicherweise in ein Gerät oder einen Controller eingebettet, und das bedeutet, dass ein Upgrade die Garantie durch den Hersteller zunichte macht.

Schutz für die wichtigsten Bestände

Hier können Sicherheits-Tools von Drittanbietern Abhilfe schaffen. Trend Micro hat eine Next-Generation Intrusion Prevention-Technologie entwickelt und in die eigenen Produkte integriert, auch als „virtual Patching“ bekannt, die nicht gepatchte Server und Endpunkte schützt. Die Technologie erkennt und blockt Versuche, Software- und Betriebssystemlücken auszunutzen, auch wenn keine Updates von Microsoft vorhanden sind.

Mit dem Einsatz von virtuellem Patching können Unternehmen in einer sicheren Umgebung ihre wertvollen Assets weiter nutzen, um Altbetriebssysteme oder Anwendungen zu betreiben. Diese Funktionalität stellt außerdem sicher, dass keine unnötigen IT-Ausfallzeiten entstehen, während die Patches für die unterstützten Systeme getestet werden, und bedeutet, dass Sie keine Notfall-Patches ausrollen müssen, falls ein größerer Fehler entdeckt wird.

Sicherheit für die Cloud-vernetzte Welt im Jahr 2020

Originalbeitrag von Ross Baker

Für CISOs war 2019 ein hartes Jahr. Die letzten zwölf Monate fuhren einen neuen Rekord ein bei Datenschutzverletzungen, Cloud-Fehlkonfigurationen und Sicherheitsbedrohungen auf DevOps-Ebene. Angriffe durch Ransomware, dateilose Malware und auch die Bedrohungen durch Business Email Compromise (BEC) nahmen weiterhin zu. Allein Trend Micro blockte in der ersten Hälfte 2019 mehr als 26,8 Mrd. einzigartige Bedrohungen. Die Situation wird sich in diesem Jahr nicht verbessern, und die Verantwortlichen für Cybersicherheit müssen sicherstellen, dass sie mit vertrauenswürdigen Partnern zusammenarbeiten – Anbietern mit einer klaren Zukunftsvision. Während des letzten Jahres hat eine überzeugende Mischung aus Produktinnovation, Übernahmen und die Anerkennung durch unabhängige Branchengremien Trend Micro als einen solchen Partner qualifiziert.

Risiken durch digitale Medien

Wenn es heute um digitale Transformation geht, so heißt das zumeist Cloud-Computing-Systeme. Die Investitionen in Plattformen wie AWS, Azure und andere haben den Unternehmen enorme Vorteile gebracht, denn sie unterstützen Organisationen dabei, skalierbarer, effizienter und agiler zu werden. Cloud-Plattformen geben Entwicklern die Flexibilität, die sie benötigen, um DevOps und Infrastructure-as-Code (IaC)-Initiativen voranzutreiben, um innovative Kundenerlebnisse zu bieten, und die Plattformen mit wenigen Klicks an die Marktanforderungen anzupassen.

Die Kehrseite davon bedeutet aber, dass diese IT-Transformation die Organisationen einer Reihe neuer Risiken ausgesetzt hat. Bei so vielen potenziell lukrativen Kundeninformationen, die in Cloud-Datenbanken liegen, sind sie zu einem Hauptziel für Hacker geworden. Trend Micro prognostiziert für 2020 eine Flut von Angriffen gegen Cloud-Anbieter über das Einschleusen von Code. Des Weiteren werden Schwachstellen in Container- und Microservices-Architekturen auftauchen, viele davon durch die Wiederverwendung von quelloffenen Komponenten. Fast 9 Prozent der 2018 weltweit heruntergeladenen Komponenten enthielten einen Fehler. Recherchen ergaben, dass 30 Prozent davon kritisch waren.

Die Komplexität von Multi- und hybriden Cloud-Systemen erhöht den Druck auf IT-Admins. Wenn so viel auf dem Spiel steht, ist es unvermeidlich, dass dies zu menschlichen Fehlern führt. Fehlkonfigurationen sind im Jahr 2019 zu einer der Hauptnachrichten geworden. Die Untersuchungen von Trend Micro im vergangenen Jahr ergaben auch, dass über die Hälfte der DevOps Teams in globalen Organisationen nicht über die geeigneten Werkzeuge verfügen, um ihre Arbeit richtig machen zu können.

Sicherheit einfach gestalten

Trend Micro will die Kunden bei ihrem Weg durch diese instabile Landschaft zur Seite stehen. Nur ein paar Beispiele dessen, was der japanische Anbieter zum Schutz der Kunden unternimmt:

Cloud Conformity: Die Übernahme dieses führenden Anbieters von Managementlösungen für Cloud-Sicherheit bietet globalen Anwendern dringend benötigte Fähigkeiten für die permanente Überprüfung. Am auffälligsten ist die Fähigkeit von Cloud Conformity, komplexe Cloud-Umgebungen zu durchleuchten und aufzuzeigen, wo Fehlkonfigurationen existieren und einfache Schritte zur Abhilfe zu ergreifen.

SnykTrend Micro arbeitet mit diesem entwicklerorientierten Open-Source-Sicherheitsanbieter zusammen mit dem Ziel, die Risiken von DevOps zu verringern, die sich aus gemeinsam genutztem Code ergeben. Trend Micro Container-Image-Scans zeigen Schwachstellen und Malware in der Software-Build-Pipeline auf, und virtuelles Patching schützt gegen deren Ausnutzung zur Laufzeit. Mit Snyk Applications Security Management können Entwickler diese Fehler in ihrem Code schnell und einfach beheben.

CloudOne: Trend Micro kombiniert alle Cloud-Sicherheitsfähigkeiten in einer schlanken Plattform, und deckt damit CSPM, Anwendungssicherheit, Container-, Workload-, Cloud-Netzwerk- und Dateispeicher-Sicherheit ab. Die Plattform stellt eine automatisierte, flexible, einheitliche Lösung dar, die die Komplexität von modernen hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen vereinfacht.

Anerkennung durch Analysten: Kürzlich hat etwa IDC Trend Micro im neuesten „Worldwide Software Defined Compute Workload Security Market Shares, 2018“ als „dominanten Leader“ aufgeführt. Trend Micro hält mehr als zwei Fünftel der Marktanteile im SDC Workload-Sicherheitsmarkt, nahezu dreimal so viele wie der nächste Mitbewerber.

Bösartige Apps in Google Play mutmaßlich von SideWinder APT Gruppe

Die Sicherheitsforscher von Trend Micro haben drei bösartige Apps im Google Play Store gefunden, die zusammenarbeiten, um das Gerät ihres Opfers zu infizieren und Nutzerinformationen zu sammeln. Eine der Apps, Camero, nutzt CVE-2019-2215 aus, eine Schwachstelle in Binder (wichtigstes Interprozesskommunikationssystem in Android). Es ist der erste bekannt gewordene aktive Angriff, der die Use-after-Free-Sicherheitslücke missbraucht. Nach weiterer Recherche stellten die Forscher fest, dass die drei Apps wahrscheinlich zum Arsenal der SideWinder-Gruppe gehören. Diese Gruppe ist seit 2012 aktiv und hat bereits Windows-Maschinen in Militäreinrichtungen anvisiert.

Die drei bösartigen Apps geben sich als Foto- und Dateimanager-Tools aus. Zertifikatsinformationen in einer der drei Apps lassen darauf schließen, dass sie seit Mai vergangenen Jahres aktiv sind. Mittlerweile wurden sie aus Google Play entfernt.

Die drei bösartigen Apps

Weitere technische Details liefert der Originalbeitrag.

Schutzlösungen

Trend Micro-Lösungen wie Mobile Security for Android™ (auch in Google Play erhältlich) sind in der Lage, diese Art von Bedrohungen zu erkennen. Nutzer können auch von den mehrschichtigen Sicherheitsfähigkeiten profitieren, die die Daten und die Privatsphäre vor Ransomware, betrügerischen Websites und Identitätsdiebstahl schützen.

Mobile Security for Enterprise wiederum liefert Geräte-, Compliance- und Anwendungsmanagement, Schutz der Daten sowie Konfigurations-Provisioning. Auch schützt die Lösung Geräte vor Angriffen, die Schwachstellen ausnutzen und erkennt und blockt Schadsoftware sowie betrügerische Websites. Trend Micro Mobile App Reputation Service (MARS) kann vor Android- und iOS-Bedrohungen schützen, wie etwa durch Schadsoftware, Zero-Days und bekannte Exploits sowie Vertraulichkeits-Leaks und Anwendungssicherheitslücken. Dafür setzt der Dienst auf fortschrittliche Sandbox- und Machine Learning-Technologie.