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Deutschsprachige Aktualisierung zu WannaCry/Wcry

Dieses Jahr förderte zwei verschiedene Sicherheitsrisiken zutage: CVE-‎2017-0144, eine Sicherheitslücke im SMB-Server, die für eine Remote Code-Ausführung missbraucht werden konnte und im März geschlossen wurde, die andere ist WannaCry/Wcry, eine relativ neue Ransomware-Familie, die Ende April entdeckt wurde. Wurde bislang WannaCry über Dropbox-URLs, die in Mails eingebettet waren verteilt, so verbreiten sich die neuen Varianten jetzt über die vorher entdeckte SMB-Sicherheitslücke. Dies führte zu einem der schwersten Ransomware-Angriffe, der Nutzer weltweit traf.

Die Lösegeldforderung belief sich auf 300 $, die in Bitcoin zu zahlen sind. Dies ist weniger als die Summe, die in früheren Angriffen gefordert wurde. Neben den ursprünglichen Angriffen in Großbritannien, waren letztendlich auch viele Länder massiv betroffen.

Trend Micro erkennt die Varianten in diesem Angriff als RANSOM_WANA.A und RANSOM_WCRY.I. Kunden sind gegen die Bedrohungen bereits geschützt über Predictive Machine Learning und andere Schutzfunktionen in Trend Micro XGen™ Security.

[ACHTUNG: Identifizieren Sie die Lücken in der vorhandenen Endpoint Schutzlösung mithilfe des kostenlosen Trend Micro Machine Learning Assessment Tool.]

Infektionsvektor

Die Sicherheitslücke, die in diesem Angriff ausgenutzt wurde (Codename EternalBlue), gehörte zu denen, die die Shadow Brokers Gruppe mutmaßlich von der National Security Agency (NSA) gestohlen und öffentlich gemacht hatte. Die Sicherheitslücke wurde dazu verwendet, um eine Datei auf einem angreifbaren System abzulegen. Diese Datei wurde dann als Service ausgeführt und verschlüsselte Dateien mit der .WNCRY-Extension. (Eine separate Komponentendatei für das Anzeigen der Lösungsforderung wurde ebenfalls abgelegt.) Es geht um Dateien mit bis zu 166 verschiedenen Extensions, einschließlich solcher, die normalerweise Microsoft Office, Datenbanken, Dateiarchiven, Multimediadateien und verschiedenen Programmiersprachen verwenden.


Bild 1. Infektionsdiagramm


Bild 2. Lösegeldforderung

Feedback aus dem Smart Protection Network zeigt, dass neben Großbritannien Taiwan, Chile und Japan ebenfalls massiv betroffen waren, des weiteren auch Indien und die Vereinigten Staaten.

Die Bedrohung nutzt für die Verbreitung auf andere Systeme die abgelegte Datei, die als Service ausgeführt wird. Der Service nutzt den Namen „Microsoft Security Center (2.0)“. Er scannt nach weiteren SMB-Freigaben im Netzwerk und nutzt die EternalBlue-Sicherheitslücke für die Verbreitung.

Bild 3. Hinzugefügter Service

Wie bereits erwähnt, hat Microsoft die SMBv1-Sicherheitslücke bereits im März geschlossen. Und davor drängte Microsoft im September 2016 die Nutzer dazu, von SMBv1 zu migrieren, da der Server aus den frühen neunziger Jahren stammt. Das US-CERT hatte ähnlich dringliche Empfehlungen ausgesprochen. Unternehmen, die diesen Empfehlungen gefolgt waren, wurden vom Angriff nicht getroffen.

Trend Micro-Lösungen

Trend Micro Smart Protection mit XGen Endpoint Security kombiniert High-Fidelity Machine Learning mit anderen Erkennungstechnologien und globalem Bedrohungswissen für einen umfassenden Schutz gegen Ransomware und fortschrittliche Malware. Die Trend Micro-Lösungen erkennen diese Bedrohungen als RANSOM_WANA.A und RANSOM_WCRY.I.

Trend Micro Deep Security™ und Vulnerability Protection, Trend Micro Deep Discovery Inspector und TippingPoint schützen gegen diese Bedrohung. Eine vollständige Liste mit ensprechenden Regeln und Filtern für die Trend Micro- und TippingPoint-Produkte gibt es auf der Trend Micro Support-Seite.

Folgende SHA256-Hashes gibt es in Bezug auf diese Ransomware:

  • 043e0d0d8b8cda56851f5b853f244f677bd1fd50f869075ef7ba1110771f70c2
  • 09a46b3e1be080745a6d8d88d6b5bd351b1c7586ae0dc94d0c238ee36421cafa
  • 11d0f63c06263f50b972287b4bbd1abe0089bc993f73d75768b6b41e3d6f6d49
  • 16493ecc4c4bc5746acbe96bd8af001f733114070d694db76ea7b5a0de7ad0ab
  • 190d9c3e071a38cb26211bfffeb6c4bb88bd74c6bf99db9bb1f084c6a7e1df4e
  • 201f42080e1c989774d05d5b127a8cd4b4781f1956b78df7c01112436c89b2c9
  • 2584e1521065e45ec3c17767c065429038fc6291c091097ea8b22c8a502c41d
  • 3f3a9dde96ec4107f67b0559b4e95f5f1bca1ec6cb204bfe5fea0230845e8301
  • 4186675cb6706f9d51167fb0f14cd3f8fcfb0065093f62b10a15f7d9a6c8d982
  • 4b76e54de0243274f97430b26624c44694fbde3289ed81a160e0754ab9f56f32
  • 57c12d8573d2f3883a8a0ba14e3eec02ac1c61dee6b675b6c0d16e221c3777f4
  • 78e3f87f31688355c0f398317b2d87d803bd87ee3656c5a7c80f0561ec8606df
  • 940dec2039c7fca4a08d08601971836916c6ad5193be07a88506ba58e06d4b4d
  • 9fb39f162c1e1eb55fbf38e670d5e329d84542d3dfcdc341a99f5d07c4b50977
  • a3900daf137c81ca37a4bf10e9857526d3978be085be265393f98cb075795740
  • b47e281bfbeeb0758f8c625bed5c5a0d27ee8e0065ceeadd76b0010d226206f0
  • b66db13d17ae8bcaf586180e3dcd1e2e0a084b6bc987ac829bbff18c3be7f8b4
  • b9c5d4339809e0ad9a00d4d3dd26fdf44a32819a54abf846bb9b560d81391c25
  • c365ddaa345cfcaff3d629505572a484cff5221933d68e4a52130b8bb7badaf9
  • dff26a9a44baa3ce109b8df41ae0a301d9e4a28ad7bd7721bbb7ccd137bfd696
  • ed01ebfbc9eb5bbea545af4d01bf5f1071661840480439c6e5babe8e080e41aa
  • eeb9cd6a1c4b3949b2ff3134a77d6736b35977f951b9c7c911483b5caeb1c1fb
  • f8812f1deb8001f3b7672b6fc85640ecb123bc2304b563728e6235ccbe782d85
  • fc626fe1e0f4d77b34851a8c60cdd11172472da3b9325bfe288ac8342f6c710a

Update vom 13. Mai

 

IT-Entscheider und Ransomware: Fast ein Viertel unterschätzt noch immer die Gefahr

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Fast ein Viertel (23 Prozent) der IT-Entscheider in deutschen Unternehmen mit mehr als 1’000 Mitarbeitern unterschätzt noch immer die Gefahr, die von Erpressersoftware ausgeht. Das hat eine vom japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro beauftragte Umfrage des Markforschungsunternehmens Opinium bei 304 IT-Entscheidern in Deutschland vom Sommer dieses Jahres ergeben. 11 Prozent der Befragten gaben sogar an, noch nie von Erpressersoftware und ihrer bedrohlichsten Variante der Crypto-Ransomware gehört zu haben. Und weitere 27 Prozent haben zwar davon gehört, kennen aber nicht die Funktionsweise dieser Bedrohung im Detail. Trotz regelmässiger Berichterstattung in den Medien bleibt damit das Infektionsrisiko bei grossen deutschen Unternehmen weiterhin hoch.

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