Botnet Malware-Varianten zielen auf exponierte Docker Server

Originalbeitrag von Augusto Remillano II, Patrick Noel Collado und Karen Ivy Titiwa

Kürzlich entdeckten die Sicherheitsforscher Varianten von zwei existierenden Linux Botnet Malware-Arten, die exponierte Docker-Server im Visier hatten: XORDDoS (Backdoor.Linux.XORDDOS.AE) und Kaiji DDoS (DDoS.Linux.KAIJI.A). Für beide Malware-Arten sind Docker-Server als Ziel neu. XORDDoS war dafür bekannt, Linux Hosts in Cloud-Systemen anzugreifen, und die erst vor kurzem entdeckte Kaiji-Malware griff IoT-Geräte an. Die Hintermänner nutzten normalerweise Botnets für Brute-Force-Attacken, nachdem sie nach offenen Secure Shell (SSH)- und Telnet-Ports gescannt hatten. Jetzt suchen sie auch nach Docker-Servern mit exponierten Ports (2375). Dies ist einer der beiden Ports, die das Docker API nutzt, und dient der nicht verschlüsselten und nicht authentifizierten Kommunikation.

Es besteht jedoch ein bemerkenswerter Unterschied zwischen den Angriffsmethoden der beiden Malware-Varianten. Während der XORDDoS-Angriff den Docker-Server infiltrierte, um alle auf ihm gehosteten Container zu infizieren, setzt der Kaiji-Angriff einen eigenen Container ein, in dem die DDoS-Malware liegt.

Diese Malware-Varianten begünstigen Distributed Denial of Service (DDoS), einen Angriffstyp, der darauf abzielt, ein Netzwerk, eine Website oder einen Dienst zu deaktivieren, zu unterbrechen oder herunterzufahren. Dazu werden mehrere Systeme verwendet, um das Zielsystem mit Datenverkehr zu überlasten, bis es für andere Benutzer unzugänglich wird.

Analyse der beiden Varianten

Die XORDDoS-Infektion begann damit, dass die Angreifer nach Hosts mit exponierten Docker-API-Port suchten (2375). Dann sandten sie einen Befehl, der die auf dem Docker-Server gehosteten Container auflistete. Danach führten die Angreifer eine Befehlsfolge für alle Container aus und infizierten sie alle mit der Malware.

Ähnlich wie bei der XORDDoS-Malware zielt Kaiji auch auf exponierte Docker-Server zur Verbreitung. Der Betreiber scannte auch das Internet nach Hosts mit dem exponierten Port 2375. Nachdem er ein Ziel gefunden hatte, pingt er den Docker-Server an, bevor er einen bösartigen ARM-Container einsetzt, der das Kaiji-Binary ausführt. Die technischen Einzelheiten zu den beiden Angriffen finden Interessierte im Originalbeitrag.

Schutz für Docker-Server

Es zeigt sich, dass die Bedrohungsakteure ihre Werke ständig um neue Fähigkeiten erweitern, so dass sie ihre Angriffe auf andere Eintrittspunkte ausrichten können. Da sie relativ bequem in der Cloud eingesetzt werden können, sind Docker-Server eine immer beliebtere Option für Unternehmen. Sie sind jedoch auch ein attraktiven Ziel für Cyberkriminelle, die ständig auf der Suche nach Systemen sind, die sie ausnutzen können.

Einige Empfehlungen für die Absicherung von Docker-Servern:

  • Absichern des Container Hosts: Dafür eignen sich Monitoring Tools und Host Container in einem auf Container zugeschnittenen Betriebssystem.
  • Absichern der Netzwerkumgebung. Dafür sollte ein Intrusion Prevention System (IPS) und Webfiltering zum Einsatz kommen, um Übersicht zu bieten und den internen sowie externen Verkehr beobachten zu können.
  • Absichern des Management-Stacks. Hier sollte die Container Registry überwacht und gesichert werden sowie die Kubernetes-Installation abgesperrt sein.
  • Absichern der Build Pipeline. Implementieren eines gründlichen und konsistenten Zugangskontrollschemas sowie starker Endpunktkontrollmechanismen.
  • Befolgen der empfohlenen Best Practices.
  • Einsatz von Sicherheits-Tools, um Container zu scannen und zu schützen.

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