Archiv der Kategorie: Sicherheitslücken

Pwn2Own Tokio im Herbst – diesmal live aus Toronto

Originalbeitrag von Brian Gorenc

Während der letzten Jahre fand die Herbstveranstaltung des Pwn2Own-Wettbewerbs immer im Rahmen der PacSec Applied Security Conference in Tokio statt. Da in diesem Jahr die Konferenz nur virtuell abgehalten wird, musste auch die ZDI einen Weg finden, die Pwn2Own wie schon im Frühjahr in den virtuellen Raum zu verschieben. Das Problem dabei bestand darin, dass sich die Herbstveranstaltung auf Geräte wie Mobiltelefone, Fernseher, smarte Lautsprecher und drahtlose Router konzentriert – also physische Geräte, deren Hacking virtuell schwierig ist. Dennoch gelang es den Mitarbeitern der ZDI, ein perfektes Setting für den Wettbewerb aufzustellen, sodass das Event vom 3. – 5. November live aus Toronto kommt und zwar gleichzeitig mit der virtuellen PacSec-Konferenz (1. – 6. November). Als Hacking-Ziele stehen 20 Geräte zur Verfügung und mehr als 500.000 US-Dollar als Preisgeld.

Wie schon bei der Frühjahrsveranstaltung des Pwn2Own ist die Remote-Teilnahme wieder möglich, wenn Teilnehmer Reiserestriktionen unterworfen sind, oder Sicherheitsgründe die Präsenz verhindern. Diese Teilnehmer müssen sich trotzdem bis zum 29. Oktober registrieren und ein ausführliches Whitepaper einreichen, in dem sie den kompletten Exploit-Ablauf erklären und Anleitungen für die Ausführung geben. Ein Mitarbeiter der ZDI wird den Exploit durchführen, der gefilmt wird und dem Teilnehmer sowie dem Anbieter zur Verfügung steht. Auf Wunsch arbeitet der ZDI-Mitarbeiter mit Remote-Teilnehmern zusammen, um den Hacking-Versuch in Echtzeit per Telefonanruf oder Videochat zu überwachen. Es gilt zu beachten, dass Änderungen an Exploits/Skripts/etc. nicht möglich sind, was die Gewinnchancen im Falle eines unerwarteten Ereignisses verringern könnte. Ansonsten läuft der Wettbewerb so ab, als ob er in Tokio stattfinden würde. Wer Fragen dazu hat, kann über zdi@trendmicro.com Kontakt aufnehmen.

Facebook kehrt als Partner für die diesjährige Veranstaltung zurück und bietet erneut Oculus Quest und Portal von Facebook-Geräten als Ziele an. Niemand hatte die Geräte während ihrer Eröffnungsshow ins Visier genommen, daher wird es interessant sein zu sehen, ob sich das diesmal ändert. Die Teilnahme von Anbietern bleibt eine Schlüsselkomponente für den Erfolg dieser Wettbewerbe. Wie auch bei den anderen Pwn2Own-Wettbewerben versucht Pwn2Own Tokyo (Live aus Toronto), diese verbraucherorientierten Geräte und ihre Betriebssysteme zu härten, indem Schwachstellen aufgedeckt werden, die dann den Herstellern zur Kenntnis gebracht werden. Wie immer ist es das Ziel, diese Fehler zu beheben, bevor sie aktiv ausgenutzt werden.

Zu den angebotenen Hacking-Zielen gehören unter anderem Mobiltelefone (Google Pixel 4, Samsung Galaxy S20, Apple iPhone 11, Huawei P40 sowie Xiaomi Mi 10), Wearables, drahtlose Router und Fernseher. In diesem Jahr sind Network Attached Storage (NAS)-Server hinzugekommen. Die komplette Liste der Geräte beinhaltet der Originalbeitrag. Der Wettbewerb wird wieder in verschiedenen Kategorien ausgetragen, und es wird auch wieder einen Master of Pwn geben. Alle Einzelheiten zum Pwn2Own Tokyo 2020 liefert die ZDI.

Das Rennen: Hase und Igel in der IT-Security

Von Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro

Quelle: Wikimedia Commons

Jeder kennt die alte Fabel von den Gebrüdern Grimm. Der Wettlauf zwischen Hase und Igel spielte sich angeblich in Buxtehude ab, in der auch obige schöne Skulptur steht, und die Realität in der IT-Security erinnert stark an diesen ungleichen, ja betrügerischen Wettlauf.

Alle Unternehmen haben bereits in Sicherheitsmassnahmen investiert, ihre Mitarbeiter trainiert und Prozesse optimiert. Dennoch gibt es immer wieder mehr oder weniger ernste Zwischenfälle. Die Lage wird auch dadurch erschwert, dass die IT selbst und mit ihr die Security ständig mit Neuerungen konfrontiert ist, wie z.B. Cloud-Computing und IoT (Internet of Things), oder es werden einfach nur Verfahren optimiert, beispielsweise mit Hilfe von künstlicher Intelligenz. Das bedeutet, alles ist ständig in Bewegung oder mit den Worten des BSI: „Informationssicherheit ist kein Zustand, der einmal erreicht wird und dann fortbesteht, sondern ein Prozess, der kontinuierlich angepasst werden muss.“

Die Gegner in diesem Rennen um IT-Sicherheit sind nicht so sehr andere Firmen sondern vielmehr Leute, sprich Hacker, Cyberkriminelle oder andere Betrüger, die Firmen/Sicherheitsanbieter dazu zwingen, immer schneller zu werden. Diese Personengruppe misst sich nicht im fairen Wettkampf sondern versucht, die Sicherheit der Systeme mit unlauteren Mittel zu verletzen.

Merke: Wir befinden uns in einem Rennen!

Rollenverteilung

Der Tenor der Fabel selbst ist so gesetzt, dass der Leser sich mit dem vermeintlich schwächeren „klugen“ Igel und nicht mit dem „dummen, arroganten“ Hasen identifiziert. Lässt man allerdings die Attribute weg, so ist es eine Erzählung über einen Hasen, der mit Hilfe von übelstem Betrug gehetzt wird und den Wettlauf deshalb nicht gewinnen kann. Diese Beschreibung trifft auch auf die IT Security, also die Verteidigung der IT zu. Alle Anstrengungen führen letztlich dazu, dass wir, die Hasen, bestenfalls nicht verlieren. Gewinnen können wir jedoch nie. Denn das Gegenüber spielt nie fair, und es sind Betrüger im wahrsten Sinne des Wortes.

Merke: Unsere Rolle ist die des Hasen!

Wege aus der Situation

Bei Betrachtung der Situation aus Sicht des Hasen fällt eines auf. Der Hase stellt sich nie die Frage, wie es sein kann, dass ihn der Igel immer wieder besiegt, ohne ihn je zu überholen. Weil der geneigte Leser die Fabel kennt, weiss er auch, was dem Hasen geholfen hätte. Und vielleicht lassen sich diese Ideen auf reale Situation projizieren.

  1. Die erste Option wäre gewesen, ein neues Ziel zu definieren. Der Grund, warum der Igel gewinnen konnte, lag darin, dass der Hase immer zwischen Start und Ziel hin und her lief und damit den Betrug erst ermöglichte. Hätte der Hase nur einmal auf einem anderen Ziel bestanden, wäre der Wettlauf vorbei gewesen. Analog dazu: Auf die Frage, welches die Aufgabe der IT-Security im Unternehmen ist, kommt zumeist die Antwort, „das Unternehmen schützen“. Dies ist das Ziel, dem wir hinterher laufen und bei dem uns der Igel regelmässig sein berühmtes „Ich bin schon da“ entgegenruft. Die Frage ist, ob sich dieses Ziel ändern lässt. Hier ein Vorschlag: Das Ziel wäre, einen erfolgreichen Angriff rechtzeitig zu erkennen. Damit ist er wohlgemerkt nicht verhindert worden. Aber das betroffene Unternehmen hat dann die Möglichkeit, Gegenmassnahmen zu ergreifen, um Schaden abzuwenden. In der IT-Security sind solche Massnahmen unter dem Schlagwort Detection & Response bekannt.
  2. Die zweite Option für den Hasen wäre gewesen, dem Igel einen Vorsprung zu geben. Ihm sozusagen bis zum Ziel hinterher zu laufen, um zu sehen, wie er vorgeht. In diesem Fall hätte der Hase den ganzen Betrug aufdecken und auch die Betrüger entlarven können. Zudem wäre es der Igel gewesen, der plötzlich seine Ressourcen hätte einsetzen müssen. Auch dieses Verfahren kennt die IT-Security. Hier kommen ebenfalls Technologien aus dem Bereich Detection & Response zum Einsatz, mit deren Hilfe ein Angreifer verfolgt werden kann. Die „Gejagten“ versuchen, die Ziele der Angreifer und damit auch Hintergründe zu erforschen, um ggf. auch rechtliche Schritte gegen den/die menschlichen Täter einzuleiten. Das Verfahren birgt allerdings auch jede Menge Risiken und sollte deswegen nur durch Spezialisten und in Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden durchgeführt werden.

Merke: Nur eine geänderte Vorgehensweise ändert auch die Situation.

Umdenken in der IT-Security

Bezüglich der reinen Schutzfunktionen sind die Grenzen in einigermassen gepflegten IT-Umgebungen längst erreicht. Unabhängig davon, ob ein Unternehmen die Security Tools eines oder mehrerer Hersteller für seine Sicherheit einsetzt, lässt sich lediglich ein Schutzniveau unter 100% erreichen. Dabei funktionieren die allermeisten IT Security-Umgebungen wesentlich besser als ihr Ruf. Der Grund, warum es dennoch immer wieder zu erfolgreichen Angriffen kommt und diese in den letzten Jahren sogar zugenommen haben, liegt vor allem darin, dass auch die Igel – pardon Angreifer — aufgerüstet haben. Attacken wie die der Kategorie Emotet verwenden mehrfache fortschrittliche Methoden um ihre Opfer zu kriegen. Hinzu kommt, dass Angriffsmethoden häufig nicht mehr allein von „gewöhnlichen“ Cyberkriminellen erdacht werden, sondern staatliche Institutionen viel Geld investieren, um solche Konzepte zu entwickeln. So lässt sich auch die heutige Emotet-Welle technisch wie auch methodisch auf das Vorgehen der angeblich staatlichen Malware-Varianten Wannacry und NotPetya zurückführen, deren „Vorfahren“ ihrerseits aus dem Leak technischer Informationen der NSA durch eine ominöse Hackergruppe namens Shadow Broker entstammen.

Die Lehre

Die Wahrscheinlichkeit, trotz guter Gegenmassnahmen infiziert zu werden, ist deshalb hoch. Hier ist es dringend geraten, anders als der Hase in der Fabel, die eigenen Ziele zu überdenken. Niemand bestreitet, dass Schutz wichtig ist. Aber das umfassende Erkennen von erfolgreichen Angriffen sowie die Möglichkeit, koordinierte Gegenmassnahmen mit oder ohne Beobachtung des Gegners zu treffen, werden immer essentieller. Es ist deshalb zunehmend wichtiger, Schutzmassnahmen mit Detection & Response-Methoden zu ergänzen. Je umfangreicher Sensoren ein Netzwerk durchleuchten können, desto genauer erkennen sie Methodik und Verbreitung (Detection), und können dadurch umso effektiver gegen die Bedrohung agieren (Response).

Trend Micro bietet daher seinen Kunden XDR an, das neben Standardvorgehen wie „Endpoint Detection und Response“ (EDR) auch die fortschrittliche Koordination von Verteidigungswerkzeugen auf anderen Ebenen eines Unternehmensnetzwerks wie Email, Server oder Cloud-basierte Workloads anbietet. Zusätzlich stellt Trend Micro auch Spezialisten zur Verfügung, die bei der Beurteilung und Auswertung von Erkenntnissen unterstützen können.

Infrastructure as Code: Sicherheitsrisiken kennen und vermeiden

Originalbeitrag von David Fiser (Cyber Threat Researcher)

Ständig steigende Anforderungen an IT-Infrastrukturen und die Zunahme von Continuous Integration and Continuous Deployment (CI/CD)-Pipelines haben den Bedarf an konsistenter und skalierbarer Automatisierung erhöht. Hier bietet sich Infrastruktur als Code (IaC) an. IaC liefert die Bereitstellung, Konfiguration und Verwaltung der Infrastruktur durch formatierte, maschinenlesbare Dateien. Anstelle der manuellen Einrichtung von Onpremise- und Cloud-Umgebungen können Administratoren und Architekten diese einfach mit IaC automatisieren. IaC arbeitet gut mit Infrastructure as a Service (IaaS) zusammen und besticht durch die schnellere und kostengünstigere Entwicklung und Bereitzustellung von skalierbaren Cloud-Implementierungen.

Das IaC-Konzept weist Ähnlichkeiten mit Programmierskripts auf (die ebenfalls IT-Prozesse automatisieren), doch verwendet IaC eine beschreibende Sprache für die Kodierung von anpassungsfähigeren Bereitstellungen und Implementierungen (d.h. die Software selbst ist für die Einleitung von Infrastrukturänderungen verantwortlich). IaC gilt als besonders wichtig für Cloud Computing und DevOps.

Es gibt zwei Arten von IaC-Werkzeugen: Orchestrierungswerkzeuge dienen der Bereitstellung, Organisation und Verwaltung von Infrastrukturkomponenten (z.B. CloudFormation und Terraform). Konfigurationsmanagement-Tools wiederum ermöglichen die Installation, Aktualisierung und Verwaltung laufender Software in Infrastrukturkomponenten (z. B. Ansible, Chef, Puppet und SaltStack). Diese Tools entheben Entwickler und Cloud-Architekten von manuellen, fehleranfälligen Aufgaben und vereinfachen die Konfiguration und Verwaltung.

Sicherheitsrisikobereiche in IaC-Implementierungen

Zu den Herausforderungen, die IaC mit sich bringt, zählen etwa ungepatchte Schwachstellen in einem IaC-Tool als Eintrittspunkt für Bedrohungen in die Kerninfrastruktur. Schwachstellen könnten es Angreifern ermöglichen, Verfahren zu umgehen, Code auf gehackten Servern auszuführen oder sogar Kryptowährungs-Miner einzusetzen. IaC-Templates mit Fehlkonfigurationen könnten auch sensible Daten offen legen oder Schlupflöcher für Angriffe öffnen.

Speicherung von sensiblen Daten

Das allgemeine IaC-Prinzip sieht vor, dass eine einzige Anwendung mehrere in den Konfigurationsdateien beschriebene Umgebungen verwalten kann, die als Code vorliegen und den Code (auch bösartig) auch innerhalb der Zielumgebungen ausführen. Eine IaC-Anwendung kann verschiedene Ansätze zur Beschreibung der Zielumgebung verwenden; das Gemeinsame ist die Konfiguration selbst, ihre Speicherung und insbesondere die geheimen Informationen, die für die Verbindung mit der verwalteten Infrastruktur erforderlich sind.

Die Speicherung von solchen Informationen ist wichtig, weil es um sensible Daten geht, wie etwa Anwendungs-Token für die Authentifizierung, Secure Shell (SSH)-Schlüssel und Passwörter. Die Speicherung dieser Daten in Storing Source Code Management (SCM)-Systemen (z.B. Git) oder Klartextdateien ist eine gefährliche – und aus Sicherheitssicht unverantwortliche – Praxis, da sie leicht zugänglich gemacht werden können. Beispielsweise könnten Bots, die öffentliche SCM-Sites durchforsten und nach sensiblen Informtionen suchen, diese schnell ausnutzen und die Infrastruktur gefährden (z.B. durch das Ausbringen von Kryptowährungs-Minern). Es empfiehlt sich daher, Vaults für die Speicherung von Geheimnissen zu verwenden und diese in den Konfigurationsdateien zu referenzieren.

Kommunikationskanal des Masters

Einige IaC-Konfigurationsmanagement-Tools (z. B. SaltStack) verwenden eine Master-Node-Architektur, bei der die Knoten von einem Master-Knoten aus verwaltet werden. Beim Zugriff auf eine verwaltete Infrastruktur von einem einzigen Punkt aus (d.h. von einem Master) ist es im Allgemeinen entscheidend, diesen einzelnen Punkt zu sichern, da er die gesamten Infrastruktur- oder Einsatzspezifikationen enthält und die Kompromittierung der Sicherheit die gesamte Infrastruktur gefährden würde.

Die Verwendung entsprechend vorbereiteter Umgebungen innerhalb der Cloud reduziert das Risiko von Kompromittierungen durch Fehlkonfigurationen und das Risiko, Infrastrukturen von Grund auf neu zu konfigurieren.

Bild 1. Ein Überblick über eine Master-Node-Architektur

Der Master muss über einen sicheren Kommunikationskanal verfügen, um mit den Knoten zu kommunizieren und sie steuern zu können. Es gibt zwei verschiedene Ansätze für das Management:

  • Installation eines benutzerdefinierten Agenten für das Management des Knotens, der bestimmte Aufgaben ausführt,
  • Einsatz allgemein verfügbarer Software und Kommunikationsprotokolle für das Management von Knoten (auch als „agentenlos“ bekannt), so etwa Bash-Skriptausführung via SSH-Protokoll.

Vom Standpunkt der Sicherheit stellt die Verwendung eines benutzerdefinierten Netzwerkprotokolls eine weitere Angriffsfläche dar. Möglicherweise rücken sogar mögliche Schwachstellen in den Vordergrund, wie im Fall von CVE-2020-11651 und CVE-2020-11652, Schwachstellen im Salt-Management-Framework von SaltStack, das in Rechenzentren und Cloud-Servern eingesetzt wird.

Bei Missbrauch von CVE-2020-11651 könnte ein nicht authentifizierter Nutzer aus der Ferne Code in der ganzen Infrastruktur ausführen. Die Path Traversal Vulnerability CVE-2020-11652 wiederum ermöglicht es Dritten, beliebige Dateien zu lesen. In beiden Fällen können Böswillige sich den Root-Schlüssel verschaffen und Zugang zum Master erlangen und damit zur gesamten Infrastruktur. Einzelheiten dazu liefert auch ein Trend Micro-Forschungsbeitrag.

Benutzerprivilegien

Benutzerprivilegien sind ein weiterer sicherheitsrelevanter Aspekt. Wird eine IaC-Anwendung zur Verwaltung der Anwendungsbereitstellung genutzt, ist es unwahrscheinlich, dass dafür Root-Rechte auf dem Zielrechner erforderlich sind. Das Prinzip der geringsten Privilegien sollte hier das Risiko einer Kompromittierung mindern.

Dasselbe Prinzip gilt auch für den Einsatz innerhalb öffentlicher Clouds wie Amazon Web Services (AWS). Wird ein Account oder eine Rolle nur für einen bestimmten Zweck zugewiesen (z.B. das Erstellen virtueller Maschinen), sollte diese mit eingeschränkten Fähigkeiten verwendet werden. Die Weitergabe von Zugangsdaten von Cloud-Providern mit Administrator-Zugriff für weniger privilegierte Aufgaben ist eine unsichere Praxis.

IaC-Templates

IaC-Templates sind für die agile Bereitstellung über Provisioning und die Verwaltung der Cloud-Infrastruktur wichtig. Es sind maschinenlesbare Definitionsdateien, mit deren Hilfe die Umgebungen aufgebaut werden, in denen Code aus externen Quellen bereitgestellt und ausgeführt wird. Sie sind jedoch nicht ohne Risiken. Diese Templates sind Teil von IaC-Prozessen und könnten unbeabsichtigt Betriebssystem- oder Container-Images aus nicht vertrauenswürdigen Quellen verwenden, die dann Bedrohungen wie Backdoors und Kryptowährungs-Miner Tür und Tor öffnen.

IaC-Vorlagen beinhalten möglicherweise auch Schwachstellen und unsichere Standardkonfigurationen, die zu einer Gefährdung von Daten führen. Betreiber sollten deshalb IaC-Vorlagen zu Beginn des Entwicklungsprozesses zunächst auf unsichere Konfigurationen und andere potenzielle Schwachstellen überprüfen. Regelmässiges Scannen mit Hilfe eines Cloud Security Posture Management Service hilft ebenfalls, Fehlkonfigurationen zu erkennen und zu beheben.

Lehren ziehen, Best Practices anwenden

IaC gehört zu den wichtigsten DevOps-Praktiken für die agile Softwareentwicklung. Mit IaC wird die Infrastruktur innerhalb von Textdateien (Code) definiert. Fehlkonfigurationen stellen eines der grössten Sicherheitsprobleme in Cloud-Umgebungen dar.

Die folgenden Empfehlungen helfen beim Absichern von hybriden und öffentlichen Cloud-Umgebungen:

  • Durchsetzen des Prinzips der geringsten Privilegien. Account-Privilegien in Cloud-Services sollten eingeschränkt werden, vor allem wenn sie an öffentliche Cloud-Provider gebunden sind. Die Berechtigungen und der Zugang zu Tools sollten eingeschränkt werden, um zu verhindern, dass Angreifer in den Knoten Fuss fassen können. Auf diese Weise werden IaC-Konfigurationen sicher gespeichert und Datenverluste verhindert.
  • Einsatz von IaC Sicherheits-Plugins. Diese Plugins in integrierten Entwicklungsumgebungen können mögliche Probleme in IaC-Templates vor der Installation verhindern.
  • Update der Infrastruktursoftware auf die neueste Version. Sicherheits-Patches sollten immer sofort aufgespielt werden.
  • Nie ein zentrales System exponieren. Zentrale Server sollten nie im Internet exponiert sein, um so zu verhindern, dass eine mögliche Kompromittierung auf weitere Komponenten übergeht.
  • Haltung zur Sicherheit und Compliance verbessern.  Um den Schutz in der Pipeline zu gewährleisten, sollte Echtzeit-Sicherheit, die Fehlkonfigurationen bei Anbietern von Cloud-Diensten erkennt, eingesetzt werden. Lösungen, die über eine automatische Korrekturfunktion verfügen, können auch bei der Behebung von Ausfällen helfen.

Weitere Empfehlungen zur Sicherheit der IAC-Pipeline gibt es hier.

Cloud Sicherheitslösungen von Trend Micro

Trend Micros Lösung Hybrid Cloud Security unterstützt die DevOps Pipeline mit mehreren XGen Threat Defense-Techniken und kann physische, virtuelle und Cloud-Workloads zur Laufzeit schützen. Trend Micro™ Cloud One™ – Conformity ist ein Cloud Security and Compliance Posture Management Service, der automatisierte Sicherheits- und Compliance-Überprüfungen bietet, sowie Übersicht und einfaches Reporting.

Für Unternehmen, die Sicherheit als Software für Runtime-Workloads, Container-Images sowie Datei- und Objektspeicher suchen, können Deep Security™ und Deep Security Smart Check Workloads und Container-Images in jedem beliebigen Intervall in der Entwicklungs-Pipeline auf Malware und Schwachstellen überprüfen.

Weitere Informationen finden Interessierte im Originalbeitrag.

Zero Day Initiative: Harte Arbeit für eine sichere vernetzte Welt

Originalartikel von Jay Coley

Die Zero Day Initiative (ZDI) von Trend Micro steht seit 15 Jahren für die koordinierte Veröffentlichung von Schwachstellen und betreibt das weltweit umfassendste herstellerunabhängige Bug-Bounty-Programm. Ein Grossteil dieser Arbeit findet hinter den Kulissen statt, ohne viel Aufsehen zu erregen. Es ist eine sehr wichtige Arbeit, weil sie zur Sicherung der vernetzten Welt beiträgt und gleichzeitig einen frühzeitigen Schutz für Trend Micro/TippingPoint-Kunden bietet. Ein Beispiel dafür sind die zwei vom ZDI entdeckten Sicherheitslücken, die Microsoft in dieser Woche ausser der Reihe geschlossen hat.

Die beiden Schwachstellen wurden von Abdul-Aziz Hariri vom ZDI entdeckt und betreffen die Art und Weise, wie die Microsoft Windows Codecs Library mit Objekten im Speicher umgeht. Bei Ausnutzung der CVE-2020-1425-Lücke könnte ein Angreifer an Informationen herankommen, mit deren Hilfe er ein System weiter kompromittieren kann. CVE-2020-1457 wiederum eröffnet einem Angreifer die Möglichkeit, beliebigen Code auszuführen.

Es kommt nur selten vor, dass Microsoft still und unbemerkt Patches bei seinen Kunden installiert, doch dies schmälert die harte Arbeit der ZDI-Forscher keineswegs. Tatsächlich war das ZDI mit 38% der veröffentlichen Lücken im vergangenen Jahr die Nummer eins der externen Lieferanten von Schwachstellen an Microsoft.

Warum ZDI?

Die Arbeit des ZDI ist deshalb so wichtig, weil sich die Initiative für eine verantwortungsvolle Offenlegung einsetzt. Ohne Programme dieser Art würde sich der Grau- und Schwarzmarkthandel mit Schwachstellen ausbreiten, was zu weniger sicheren Produkten und letztendlich zu exponierteren Kunden führen würde.

Schwachstellen-Exploits sind heute eine wichtige Voraussetzung für viele Cyberangriffe. Durch die Mobilisierung der Forschungsgemeinschaft und die Schaffung von Anreizen zur verantwortungsvollen Offenlegung kann das ZDI dazu beitragen, die digitale Welt sicherer zu machen. Nicht nur das, damit können auch Kunden von Trend Micro und TippingPoint frühzeitig geschützt werden. In diesem Fall waren die Kunden über drei Monate lang sicher, bevor Anbieter-Patches verfügbar waren.

Incident Response Playbook: Schnell und gezielt reagieren ist entscheidend

von Trend Micro

Um heutzutage wettbewerbsfähig zu sein, müssen Unternehmen mit den neuesten technologischen Trends Schritt halten. Ohne die parallele Entwicklung einer Sicherheitsinfrastruktur und einem klaren Prozess für eine Reaktion auf Angriffe könnten diese Technologien jedoch zum fatalen Vektor für Cyber-Bedrohungen werden. Im Falle eines Cyberangriffs kann ein starker Incident Response-Plan ein Unternehmen mit nur minimalem Schaden wieder zum Laufen bringen. Ein gutes Playbook stellt eine große Hilfe beim Aufsetzen des Incident Response-Ablaufs dar.

Laut einer von IBM und Ponemon durchgeführten Studie kostet ein Datendiebstahl das betroffene Unternehmen durchschnittlich 3,92 Millionen Dollar. Diese Kosten können variieren, je nachdem, wie schnell ein Unternehmen einen Datendiebstahl entdeckt und darauf reagiert.

Der 2020 Data Breach Investigations Report von Verizon kam zu dem Ergebnis, dass die meisten Datenschutzverletzungen im Jahr 2019 zwar nur Tage oder weniger dauerten, doch immerhin ein Viertel der Fälle zog sich über Monate oder länger hin. Die Eindämmung wiederum brauchte im Durchschnitt etwa gleich lang.

Insgesamt zeigen die Zahlen im Bericht im Vergleich zu den Vorjahren eine Verbesserung bei der Aufdeckung von Dateneinbrüchen und der Reaktion darauf. Der Bericht weist aber auch darauf hin, dass diese Verbesserung darauf zurückzuführen sein könnte, dass mehr von Managed Security Service Providern (MSSPs) entdeckte Verletzungen in ihre Untersuchungen einbezogen wurden.

Organisationen sollten natürlich danach streben, die Einbrüche zu verhindern. Gleichzeitig ist die Vorbereitung auf solche Vorfälle und die Erstellung von Abläufen zur Verkürzung der Dauer eines Dateneinbruchs jedoch ein wesentlicher und realistischer Ansatz für den Umgang mit aktuellen Bedrohungen.

Vorbereitung auf die Bedrohungen

Das Wissen darüber, womit ein Unternehmen zu rechnen hat, ist der erste Schritt bei der Vorbereitung und die Reaktion auf potenzielle Cyberangriffe. In der Vergangenheit waren die Bedrohungen viel einfacher gestrickt und weitgehend durch die von ihnen ausgenutzten Technologien definiert. Doch nun, da Unternehmen auf fortschrittlichere Netzwerk- und Dateninfrastrukturen zurückgreifen, ist die Angriffsfläche grösser, und die Auswirkungen der Bedrohungen haben sich verstärkt.

Der Sicherheitsbericht für 2019 von Trend Micro weist auf die Komplexität und Persistenz der heutigen Bedrohungen hin. Ransomware-Angriffe zielen immer häufiger auf hochkarätige Ziele, wobei die Kriminellen weniger neue Familien entwickeln. 2019 gab es mit 95 neuen Ransomware-Familien weniger als die Hälfte im Vergleich zu 2018 (222). Auch Phishing-bezogene Aktivitäten nahmen ab.

2019 gab es eine Reihe Aufsehen erregender Angriffe auf E-Commerce Sites wie Magecart Group 12 und FIN6, wobei tausende Online-Shops infiziert wurden, um Zahlungsinformationen der Kunden zu stehlen.

Bild 1: Angriffskampagne auf E-Commerce Site Magecart Group 12 und FIN6

Obige Bedrohungen verdeutlichen die Sicherheitslücken in den heute verwendeten Technologien. Sie zeigen auch, wie Trends und Schwächen von Branchen, Geräten oder Plattformen die Bedrohungslandschaft prägen. Organisationen haben eine Vielzahl von Grundlagen abzudecken, wenn sie neue Anwendungen und Software einführen, die Abläufe verbessern und Innovationen vorantreiben sollen. Neben der Kenntnis der aktuellen Bedrohungen sollten die Mitarbeiter auch alle von ihrer Organisation verwendeten Technologien genau verstehen lernen.

Während ein vielschichtiger Schutz bei der Erkennung und Verhinderung von Cyberattacken helfen kann, sollten alle Mitarbeiter, die für die Wartung der Unternehmensinfrastruktur zuständig sind, auch über Kenntnisse darüber verfügen, wie sie auf einen Einbruch und einen aktiven Angriff reagieren sollen.

Incident Response

Bedrohungen, die die Verteidigungslinien von Unternehmen angreifen, erfordern eine effektive Strategie zur Reaktion auf Vorfälle (Incident Response). Es ist der Prozess oder der Plan, den Organisationen als Leitfaden für die Handhabung und Eindämmung von Verstössen oder Cyberangriffen verwenden.

Das Ziel von Incident Response besteht darin, das Unternehmen nach einem Angriff wieder zum Laufen zu bringen. Dazu gehört die Identifizierung und Qualifizierung der Bedrohung, die ihre Verteidigungsmechanismen überwunden hat. Ein Störfall impliziert auch, dass die Präventionsmechanismen der Organisation versagt haben und verstärkt werden müssen.

Ein charakteristisches Merkmal von Incident Response ist, dass die Reaktion erfolgreich sein kann, ohne den Bedrohungsakteur hinter dem Angriff identifizieren zu müssen. Incident Response erfolgt „live“ oder während eines laufenden Angriffs mit der Absicht, diesen zu stoppen. Im Gegensatz dazu erfolgt etwa Computer-Forensik im Nachhinein und kann in die Tiefe gehen, weil die Bedrohung zurückgegangen ist.

Es gibt zwei weithin als Standard akzeptierte Incident Response Frameworks: NIST (National Institute of Standards and Technology) und SANS (SysAdmin, Audit, Network, and Security). Sie sind einander sehr ähnlich und decken eine breite Basis ab, von der Vorbereitung auf einen Angriff bis zum Sicherstellen, dass sich der Vorfall nicht wiederholt.

SANS

NIST

Bild 2: Incident Response-Schritte bei SANS und NIST

Der zweite Teil beschreibt ein Playbook mit den einzelnen konkreten Schritten, die ein Unternehmen beim Aufsetzen von Incident Response gehen muss.

Ähnliche Artikel:

  1. Trend Micro als „Leader“ für Cross-Layer Detection and Response
  2. Der Security-RückKlick 2020 KW 14
  3. Sicherheit von 5G-Konnektivität im Unternehmen
  4. Malware in Smart Factories: Die wichtigsten Bedrohungen für Produktionsumgebungen
  5. Verbindungen zwischen Einzelangriffen erkennen — und darauf reagieren

Ripple20-Schwachstellen gefährden Millionen von IoT-Geräten

Die israelische Sicherheitsfirma JSOF hat Informationen zu einer Reihe von Schwachstellen veröffentlicht, die sie Ripple20 nennt. Diese Schwachstellen haben das Potenzial, Millionen von Internet of Things (IoT)-Geräten in vielen verschiedenen Branchen zu schädigen. Wichtige Systeme in der Gesundheits-, Öl- und Gasindustrie, im Transportwesen, in der Energiewirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe können von diesen Fehlern betroffen sein. Eine Liste bestimmter Hersteller mit anfälligen Geräten ist in dem technischen Bericht von JSOF zu finden.

Die Schwachstellen stammen von einer Software, die von der amerikanischen Firma Treck Inc. entwickelt und Ende der neunziger Jahre auf den Markt gebracht wurde. Die Software beinhaltet einen leichtgewichtigen TCP/IP-Stack und ermöglicht es Unternehmen, ihre Geräte oder Software über TCP/IP-Verbindungen mit dem Internet zu verbinden.

Angesichts der Tatsache, dass diese Software bereits seit vielen Jahren verfügbar und im Einsatz ist und Unternehmen aller Grössenordnungen immer mehr Geräte online bringen, ist es nicht verwunderlich, dass die Auswirkungen von Ripple20 so breit gestreut sind. Die betroffenen Firmen reichen von Ein-Personen- bis hin zu multinationalen Fortune-500-Unternehmen.

IoT- und industrielle Internet of Things (IIoT)-Geräte benötigen leichtgewichtige Netzwerkkomponenten, um Rechenleistung zu sparen. Aber Probleme mit Netzwerk-Kommunikationssoftware von Drittanbietern belasten die Landschaft seit Jahren. Im Jahr 2018 gefährdeten 13 Fehler im FreeRTOS-TCP/IP-Stack die IoT-Geräte in Privathaushalten und in kritischen Infrastrukturen, und 2019 wurden medizinische Geräte und Krankenhausnetzwerke durch eine Reihe von elf Schwachstellen namens Urgent/11 bedroht. Die Schwachstellen befanden sich im IPnet, einer Softwarekomponente eines Drittanbieters, die die Netzwerkkommunikation unterstützt. Ein Angreifer könnte diese Schwachstellen potenziell nutzen, um die Kontrolle über medizinische Geräte aus der Ferne zu übernehmen oder deren Funktionsfähigkeit zu behindern.

Die Schwachstellen

Die in der Software gefundenen Schwachstellen zeichnen sich durch die Breite ihrer Auswirkungen aus – die Software hat sich über die ganze Welt verbreitet und wurde direkt und indirekt von vielen verschiedenen Herstellern verwendet.

Konkret handelt es sich bei Ripple20 um eine Gruppe von 19 Fehlern, die bei erfolgreicher Ausnutzung einem Angreifer erlauben würden, willkürlich Code auf anfälligen Geräten auszuführen, mit denen er sich verbinden kann. Hacker können über lokale Netzwerke oder über das Internet auf anfällige Geräte zugreifen und die vollständige Kontrolle über diese Geräte übernehmen – ein kritisches Problem, wenn es sich dabei auch um solche in Stromnetzen, Produktionsstätten und Krankenhäusern handelt.

Einer dieser Bugs ist eine Schwachstelle im DNS-Protokoll, die von einem erfahrenen Hacker dazu benutzt werden kann, Geräte anzugreifen, die nicht mit dem Internet verbunden sind. JSOF hat weitere mögliche Angriffe skizziert, unter anderem die Nutzung angreifbarer Geräte, um andere Geräte in einem Netzwerk ins Visier zu nehmen oder um im Netzwerk verborgen zu bleiben, und die Verbreitung eines Angriffs, um die Kontrolle über alle betroffenen Geräte im Netzwerk gleichzeitig zu übernehmen. Treck hat ein Sicherheits-Update zur Behebung dieser Schwachstellen veröffentlicht.

Die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) hat fünf dieser Schwachstellen mit über acht bewertet, wobei zwei davon eine zehn erhielten (die höchste mögliche Bewertung). Sie empfehlen Benutzern auch, „Abwehrmassnahmen“ gegen diese Schwachstellen zu ergreifen – Installation der Updates von Treck, Minimierung der Exponierung des Netzwerks, Einsatz von Firewalls, Verwendung virtueller privater Netzwerke und interner DNS-Server.

Eindämmung und Lösungen

Entdeckung ist der erste Schritt zur Vermeidung von Angriffen, die diese Schwachstellen missbrauchen. In einigen Fällen sind sich die Eigentümer von Assets möglicherweise nicht bewusst, dass diese Schwachstellen in ihrer Umgebung existieren. Produkte wie EdgeIPSTM und EdgeFireTM können beim Entdecken von Ripple20-Schwachstellen unterstützen, indem sie den Netzwerkverkehr scannen.

Es gibt auch einige andere Taktiken, die bei der Eindämmung von Ripple20 helfen können:

  • Netzwerksegmentierung: Eine angemessene interne Segmentierung und Mikrosegmentierung sollte in der OT-Netzwerkumgebung durchgeführt werden. Verantwortliche können EdgeFireTM für die interne Segmentierung durch kommunikationsgesteuerte NAT- und ICS-Protokolle verwenden. EdgeIPSTM kann eine tiefgreifende Mikrosegmentierung durchführen.
  • Netzwerk-Policy für die Kontrolle: Ohne eine angemessene Lösung kann das Prinzip des Null-Vertrauens nicht erreicht werden. EdgeFireTM und EdgeIPSTM bieten Netzwerkzugriffs-Whitelists für M2M-Kommunikation über IP-Adressen, ICS-Protokolle und Befehle.
  • Vorbeugung: Bei Gefahren mit hohem Potenzial aktualisieren EdgeIPSTM und EdgeFireTM den 6/30-Regelsatz, um Schwachstellen zu verhindern.

Der Originalbeitrag beinhaltet auch die Indicators of Compromise und eine Auflistung der Ripple20-Schwachstellen.

Wie Angreifer Gesichtserkennungsgeräte austricksen

Die Corona-Pandemie hat Unternehmen auf der ganzen Welt vor Fragen gestellt, wie sie die Arbeitsweise ihrer Büros ändern können, um auch im Zeitalter des Social Distancings eine sichere Zusammenarbeit zu gewährleisten. Eine Richtlinie dafür, die von vielen Unternehmen umgesetzt wird, ist die Installation von freihändigen Zugangskontrollen an den Firmeneingängen, um den Kontakt der Mitarbeiter mit unter Umständen kontaminierten Oberflächen zu reduzieren. Natürlich erfordert die Verwaltung der Zugangskontrollen leistungsfähige Werkzeuge, um die Authentifizierung schnell und effizient durchzuführen. Zu diesem Zweck greifen viele Unternehmen auf Edge-Computergeräte zurück.

Edge Computing ist ein relativ neuer Begriff und bedeutet, dass Ressourcen mit höherer Leistung näher an den Geräten am „Rand“ (Edge) des Netzwerks liegen (etwa IP-Kameras, die Bilder für die Zugangskontrolle aufnehmen), um Verzögerungen zu verringern und die Effizienz zu erhöhen. Im Gegensatz dazu sammeln in einem Cloud-orientierten Internet der Dinge (IoT)-System viele stromsparende Geräte am Edge des Netzwerks Daten und schicken sie an eine Cloud-Lösung, die die Daten verarbeitet und Befehle aufsetzt. Edge Computing-Geräte sind bereits in vielen verschiedenen Industriezweigen im Einsatz – Lastwagen sind mit Geräten ausgestattet, die Temperatur und Umgebung überwachen und aufrechterhalten, Automationssysteme in Fabriken beginnen, hochleistungsfähige Geräte einzusetzen, und sogar moderne Aufzüge haben Edge Computing-Lösungen installiert.

Wie sicher sind Zugangskontrollgeräte?

Zugangskontrollgeräte verwalten Ein- und Ausgänge für die Räumlichkeiten eines Unternehmens. Wie bereits erwähnt, suchen viele Unternehmen nach Lösungen für einen kontaktlosen Zutritt, vor allem Edge-Geräte für Gesichtserkennung oder kleine Geräte wie RFID-Karten. Diese Geräte dienen als erste Verteidigungslinie, um Eindringlinge von Büros fernzuhalten, die vielen verschiedenen Arten von Angriffen ausgesetzt sein können.

Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ein Eindringling die Zugangskontrollgeräte mit Gesichtserkennung austricksen oder hacken kann:

Verwendung statischer Bilder. Einige dieser Zugangskontrollgeräte akzeptieren auch statische Aufnahmen, wie etwa ein Bild auf einem Handy. Dies ist eine kritische Schwäche, da persönliche Fotos in sozialen Medien verfügbar sind. Wenn ein Angreifer den Namen eines Mitarbeiters der anvisierten Firma kennt, kann er im Internet möglicherweise klare Fotos von dessen Gesicht finden.

Verwendung von Produktinformationen auf dem Gerät. Auf vielen Geräten sind wichtige Informationen direkt aufgedruckt, zum Beispiel Seriennummern oder Herstellerbezeichnungen. Hacker können diese Informationen nutzen, um sich weiteren Zugang zu den Geräten zu verschaffen, unter Umständen um das Passwort zu stehlen und die Türsteuerung zu manipulieren.

Nutzung exponierter Anschlüsse. Bei Zugangskontrollgeräten handelt es sich häufig um Tablets, die über Anschlüsse für die Übertragung von Informationen oder Strom verfügen. Viele haben solide Gehäuse, die die Geräte vor Eingriffen schützen, aber es gibt einige wenige, bei denen die Anschlüsse ungeschützt sind. Wenn ein USB-Port exponiert bleibt, könnten sich Hacker Zugang zu den Türkontrollen verschaffen. Sie wären auch in der Lage, tiefer in das Gerät einzudringen und Daten wie Bilder und Benutzernamen herunterzuladen oder einen neuen Benutzer zum Gerät hinzuzufügen und ihm Zugang zum Firmengelände zu gewähren.

Kommunikation belauschen. Die meisten Zugangskontrollgeräte werden über einen Server und kundenspezifische Software des Herstellers verbunden und verwaltet. Die Kommunikation zwischen Gerät und Server kann leicht abgefangen und manipuliert werden, wenn sie nicht verschlüsselt oder gesichert ist, so dass ein Bedrohungsakteur Daten wie Bilder und Informationen des Benutzers sammeln kann. Ausserdem kann sich ein Hacker als der Server ausgeben und Aktualisierungen auf den Geräten erzwingen und neue Benutzer hinzufügen oder neue Administratoren für das Gerät installieren.

Gerätesicherheit

Im Vergleich zu gewöhnlichen smarten Geräten sind Edge Computing-Geräte leistungsfähiger und können sogar wertvolle Daten enthalten. Vor allem Zugangskontrollgeräte spielen eine wichtige Rolle für die Unternehmenssicherheit, und ein erfolgreicher Angriff kann schwerwiegende Folgen haben. Um Unternehmen bei der Eindämmung solcher Angriffe zu unterstützen, hat Trend Micro einige Empfehlungen zur Sicherung dieser Geräte:

  • Prüfen, ob Anschlüsse exponiert sind, und darauf achten, dass die Kommunikation sicher abläuft. Die Cybersicherheit muss bei der Wahl eines Zugangskontrollgeräts im Vordergrund stehen.
  • Da viele dieser Geräte mit weit verbreiteter Hard- und Software ausgestattet sind, sollte ein Unternehmen die Schwachstellen, die ihre Geräte betreffen, immer im Griff haben und die neuesten Sicherheitsupdates installieren, sobald diese verfügbar sind.
  • Zugangskontrollgeräte werden normalerweise in öffentlichen Bereichen platziert. Es ist wichtig, das Gerät physisch zu sichern, um sicherzustellen, dass niemand auf Anschlüsse zugreifen oder sensible Informationen sehen kann, die auf dem Gerät aufgedruckt sind.
  • Unternehmen sollten auch Endpoint-Schutz auf Geräten installieren, um sie vor Schwachstellen und Cyberattacken zu schützen. Produkte mit Funktionen für Deep Packet Inspection wie Trend Micro Deep Discovery Inspector™ können verhindern, dass ein Angreifer versucht, sich als das Edge-Gerät oder Server auszugeben. Diese Netzwerk-Monitoring-Systeme können auch nicht autorisierten Netzwerkverkehr von unbekannten Netzwerkendpunkten erkennen und verhindern.

Smart doch angreifbar: Schwachstellen bei IoT-Geräten

Die Vielfalt der Funktionen von smarten Geräten bietet grossen Nutzen für Umgebungen zu Hause, in Unternehmen und im öffentlichen Bereich, doch gleichzeitig sind auch die Sicherheitsrisiken hoch, die sich durch Schwachstellen und Lücken darin ergeben. Angreifbare smarte Geräte setzen die Netzwerke Angriffen aus. IoT-Geräte sind vor allem deshalb gefährdet, weil ihnen die notwendige eingebaute Sicherheit fehlt, um Bedrohungen abzuwehren. Abgesehen von technischen Aspekten tragen aber auch die Nutzer zur Anfälligkeit der Geräte für Bedrohungen bei.

Einige der Gründe, warum diese smarten Geräte angreifbar sind:

  • Begrenzte rechnerische Fähigkeiten und Hardware-Beschränkungen: Die Geräte verfügen über spezifische Funktionen, die nur begrenzte Rechenfähigkeiten erfordern, so dass wenig Raum für robuste Sicherheitsmechanismen und Schutz der Daten bleibt.
  • Heterogene Übertragungstechnologie: Geräte verwenden häufig viele unterschiedliche Übertragungstechniken. Dadurch ist es schwierig, Standard-Schutzmethoden und -Protokolle festzulegen.
  • Angreifbare Komponenten der Geräte: Anfällige Basiskomponenten haben Auswirkungen auf Millionen eingesetzter smarter Geräte.
  • Nutzer mit mangelndem Sicherheitsbewusstsein: Infolge eines mangelhaften Sicherheitsdenken bei den Nutzern können vernetzte Geräte Schwachstellen und Lücken für Angreifer ausgesetzt werden.

Schwachstellen in Geräten ermöglichen es Cyberkriminellen, sie als Ausgangsbasis für ihre Angriffe zu nutzen. Dies hebt nochmals hervor, wie wichtig es ist, Sicherheit bereits in der Entwurfsphase mit einzubinden.

Auswirkungen der Sicherheitslücken auf Nutzer

Die Untersuchung von grösseren Angriffen auf IoT-Geräte zeigt, wie diese sich auf Nutzer auswirken können. Bedrohungsakteure können angreifbare Geräte für laterale Bewegungen nutzen, um so ihre Wunschziele zu erreichen. Auch lassen sich Sicherheitslücken dazu nutzen, um Geräte selbst ins Visier zu nehmen und sie für grössere Kampagnen zu missbrauchen oder um Malware ins Netzwerk zu bringen.

IoT Botnets zeigen die Auswirkungen von Geräte-Schwachstellen und wie Cyberkriminelle diese ausnutzen. 2016 geriet Mirai, eine der bekanntesten Arten von IoT-Botnet-Malware, in die Schlagzeilen, als das Botnet, bestehend aus Tausenden von kompromittierten IoT-Haushaltsgeräten, in einer Distributed Denial of Service (DDoS)-Kampagne namhafte Websites lahmlegte. Aus geschäftlicher Sicht lassen IoT-Geräte die Unterscheidung zwischen der notwendigen Sicherheit in Unternehmen und Privathaushalten weiter schwinden, insbesondere in Home Office-Szenarien. Die Einbindung von IoT-Geräten im Haushalt kann auch neue Einstiegspunkte in Umgebungen mit möglicherweise schwacher Sicherheit eröffnen und Mitarbeiter Malware und Angriffen aussetzen, über die Angreifer ins Unternehmensnetzwerk gelangen können. Dies ist ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung für die Implementierung von Bring Your Own Device (BYOD)– und Home Office-Szenarien.

Angreifer können IoT-Geräte mit bekannten Schwächen ebenso für das Eindringen in interne Netzwerke nutzen. Die Bedrohungen reichen von DNS Rebinding-Attacken, um aus internen Netzwerken Informationen zu sammeln und zu exfiltrieren, bis zu neuen Angriffen über Seitenkanäle wie Infrarotlaser für Attacken auf vernetzte Geräte.

Beispiele für Sicherheitslücken in IoT-Geräten

Es hat bereits viele Fälle gegeben, die die Auswirkungen von IoT-Schwachstellen vor Augen führen, einige davon in der Praxis andere im Rahmen eines Forschungsprojekts. Die Nonprofit-Organisation Open Web Application Security Project (OWASP) veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der Top IoT-Schwachstellen. Zu den am weitesten verbreiteten Lücken gehören die folgenden:

  • Schwache, leicht zu erratende oder fest codierte Passwörter: Typischerweise nutzen dies neue Malware-Varianten aus. Beispielsweise fanden die Sicherheitsforscher von Trend Micro eine Mirai-Variante namens Mukashi, die CVE-2020-9054 missbrauchte und Brute Force-Angriffe mit Standard-Anmeldedaten, um sich in Zyxel NAS-Produkte einzuwählen.
  • Unsichere Ökosystem-Schnittstellen: Die Erforschung von komplexen IoT-Umgebungen zeigte exponierte Automatisierungsplattformen, die die Funktionen mehrerer Geräte verketten. Der exponierte Automatisierungsserver enthielt wichtige Informationen wie Geostandort des Haushalts und fest codierte Passwörter.
  • Unsichere Netzwerkdienste: Ein Forschungsprojekt von Trend Micro aus dem Jahr 2017 widmete sich der Sicherheit von Sonos smarten Lautsprechern. Die Studie zeigte, wie einfach offene Ports das Gerät für jedermann im Internet zugänglich machen.

Nutzer sollten diese allgemein vorhandenen Schwachstellen ernst nehmen und die nötigen Vorsichtsmassnahmen gegen Exploits treffen. Weitere Einzelheiten zu IoT-bezogenen Angriffen sowie Sicherheitsempfehlungen umfasst die IoT-Ressource-Seite von Trend Micro.

Verantwortlichkeiten bei Sicherheit von IoT-Geräten

Das Potential unvorhersehbarer kaskadenartiger Auswirkungen von Schwachstellen und mangelnder Sicherheit im IoT beeinflusst in hohem Masse die allgemeine Sicherheit des Internets. Die Gewährleistung der Sicherheit dieser Geräte liegt in der gemeinsamen Verantwortung aller Beteiligten.

Die Hersteller müssen bekannte Schwachstellen in Nachfolgeprodukten beheben, Patches für bestehende Produkte bereitstellen und das Ende des Supports für ältere Produkte melden. Hersteller von IoT-Geräten müssen zudem die Sicherheit bereits in der Entwurfsphase berücksichtigen und dann Penetrationstests durchführen, um sicherzustellen, dass es keine unvorhergesehenen Lücken in einem System und Gerät in der Produktion gibt. Und Unternehmen sollten auch über ein System verfügen, über das sie Schwachstellen-Reports von Dritten zu ihren eingesetzten Produkten empfangen können.

Die Benutzer müssen mehr Wissen über die Sicherheitsrisiken beim Anschluss dieser Geräte und über ihre Aufgabe bei der Sicherung dieser Geräte erlangen. Die Risiken lassen sich unter anderem durch die Änderung der Standardpasswörter, die Aktualisierung der Firmware und die Wahl sicherer Einstellungen mindern.

Eine vollständige und mehrschichtige Verteidigung erhalten Anwender mit Hilfe von Lösungen wie Trend Micro™ Security und Trend Micro™ Internet Security, die effiziente Sicherheitsfunktionen gegen Bedrohungen IoT-Geräte bieten, denn sie können Malware auf den Endpunkten erkennen. Vernetzte Geräte lassen sich über Lösungen schützen wie Trend Micro™ Home Network Security und Trend Micro Smart Home Network™ (SHN), die den Internet-Verkehr zwischen Router und allen vernetzten Geräten überprüfen können. Die Netzwerk-Appliance Trend Micro™ Deep Discovery™ Inspector bietet Monitoring aller Ports und Netzwerkprotokolle auf fortgeschrittene Bedrohungen und kann somit Unternehmen vor gezielten Angriffen schützen.

Sicherheit für die 4 Cs von Cloud-nativen Systemen: Cloud, Cluster, Container und Code, Teil 2

Originalbeitrag von Magno Logan, Threat Researcher

Cloud-native Softwareentwicklung baut auf quelloffene und proprietäre Software, um Anwendungen wie Microservices bereitzustellen, die in einzelnen Containern in isoliert ausführbare Prozesse verpackt sind. Da Unternehmen mehrere Container auf mehreren Hosts laufen lassen, setzen sie Orchestrierungssysteme wie etwa Kurbernetes ein, die über CI/CD-Tools mit DevOps-Methodologien bereitgestellt und verwaltet werden. Wie bei jeder Technologie, die unterschiedliche, miteinander verbundene Tools und Plattformen nutzt, spielt auch beim Cloud-nativen Computing Sicherheit eine entscheidende Rolle. Cloud-native Sicherheit unterteilt die Strategie in vier unterschiedliche Schichten. Nach der Darstellung der Sicherheitsproblematik für die Cloud an sich und für die Cluster (Teil 1) stellt dieser 2. Teil die Sicherheit für Container und Code in den Vordergrund.

Kubernetes nennt dies „The 4Cs of Cloud-native Security“.

Bild 1. Die 4 Cs der Cloud-nativen Sicherheit

Wichtig ist, Sicherheitskontrollen in jeder Schicht anzuwenden, denn jeder Layer liefert eine eigene Angriffsoberfläche und wird nicht zwangsläufig durch andere Layer geschützt. So wird etwa eine unsichere Webanwendung bei einem Angriff über SQL Injection nicht durch äussere Schichten (siehe Bild 1) dagegen geschützt, wenn keine spezielle Sicherheitssoftware vorhanden ist. Sicherheitsverantwortliche müssen jedes mögliche Szenario mit einbeziehen und Systeme auf jede Art schützen. Weitere detaillierte Empfehlungen für die sichere Container-Orchestrierung bietet der Blogeintrag zur Sicherheit von Kubernetes Container-Orchestrierung.

Container-Sicherheit

Für den Betrieb von Containern im Cluster bedarf es der Container Runtime Engines (CREs). Eine der bekanntesten ist Docker, doch Kubernetes unterstützt auch andere wie containerd oder CRI-O. In puncto Sicherheit müssen Unternehmen für diese Schicht drei wichtige Fragen klären:

  • Wie sicher sind die Images? Hier müssen Verantwortliche sicherstellen, dass die Container auf aktuellem Stand und frei von Schwachstellen, die missbraucht werden könnten, sind. Nicht nur das Basis-Image muss abgesichert sein, sondern auch die in den Containern laufenden Anwendungen müssen gescannt und verifiziert sein. Dafür gibt es einige quelloffene Tools, doch nicht alle können Schwachstellen ausserhalb der Betriebssystempakete erkennen. Dafür sollten Anwender auf Lösungen setzen, die auch Anwendungen abdecken, so etwa Deep Security™ Smart Check.
  • Sind die Container vertrauenswürdig? Wurden die Container, die im System laufen, aus den Images in der eigenen Registry erstellt? Wie lässt sich dies gewährleisten? Antworten bieten Image-Signiertools wie TUF oder Notary, mit denen die Images signiert werden können und somit ein vertrauenswürdiges System für die Inhalte der Container erstellt werden kann.
  • Laufen sie mit den geeigneten Privilegien? Hier greift das Prinzip der geringsten Privilegien. Es sollten lediglich Container laufen, wo die Nutzer nur die für ihre Aufgaben erforderlichen Betriebssystemprivilegien haben.

Ein umfassender Leitfaden zu einem höheren Schutz für Container zeigt auch die möglichen Gefahren in jeder Phase der Entwicklungs-Pipeline.

Code-Sicherheit

Hierbei geht es um Anwendungssicherheit. Es ist die Schicht, über die Unternehmen die beste Kontrolle haben. Der Code der Anwendungen stellt zusammen mit den zugehörigen Datenbanken das Kernstück der Systeme dar. Sie sind üblicherweise im Internet zugänglich und werden daher von Angreifern ins Visier genommen, wenn alle anderen Komponenten gut gesichert sind.

Deshalb müssen Unternehmen in erster Linie sicherstellen, dass jegliche Kommunikation TLS-verschlüsselt abläuft, auch wenn es sich um interne Services handelt, wie Load Balancer, Anwendungsserver und Datenbanken. Im Fall eines Orchestrierungstools wie Kubernetes lassen sich dafür Services wie Istio oder Linkerd heranziehen.

Die Angriffsfläche der Systeme kann erheblich verkleinert werden, wenn exponierte Dienste, Ports und API-Endpunkte reduziert und überwacht werden. Hier sollten auch Container Basis-Images und Systeme, auf denen die Cluster laufen, bedacht werden.

Es lassen sich verschiedene Code-Sicherheitsüberprüfungen zur Pipeline hinzufügen, um zu gewährleisten, dass der Code gesichert ist. Hier sind einige davon:

  • Statische Sicherheitsanalyse von Anwendungen. Man spricht auch von „Sicherheitsüberprüfung des Codes“ oder von „Code Auditing“. Die Methode gilt als einer der besten und schnellsten Wege, um Sicherheitsprobleme im Code zu entdecken. Unabhängig von der verwendeten Sprache sollte mindestens ein statisches Analysetool in die Pipeline integriert sein, das bei jedem Commit von neuem Code auf unsichere Kodierungspraktiken prüft. Die Open Web Application Security Project (OWASP) Foundation erstellt eine Liste mit quelloffenen und auch kommerziellen Tools für die Analyse von Quellcode und/oder kompiliertem Code.
  • Dynamische Sicherheitsanalyse von Anwendungen. Obwohl eine dynamische Analyse nur dann durchgeführt werden kann, wenn es eine laufende Anwendung gibt, gegen die getestet wird, ist es ratsam, automatisierte Scans und Checks durchzuführen, um bekannte Angriffe wie SQL Injection, Cross-Site Scripting (XSS) und Cross-Site Request Forgery (CSRF) aufzuspüren. Diese Tools testen auch die Widerstandsfähigkeit der Anwendung, Container und Cluster, wenn auf diese eine Reihe unerwarteter Belastungen und fehlerhafter Anfragen zukommt. OWASP hat ein dynamisches Analysetool, OWASP Zed Attack Proxy (ZAP), das Unternehmen automatisiert und in die eigene Pipeline einfügen können.
  • Analyse der Software-Komposition. 70% bis 90% aller Cloud-nativen Anwendungen umfassen Abhängigkeiten von Bibliotheken und Drittanbietern. Es geht um Codeteile, die wahrscheinlich von jemand ausserhalb des Unternehmens verfasst wurden, und die in den unternehmenseigenen Produktionssystemen laufen. Diese Codes werden im Allgemeinen während der statischen Analyse nicht überprüft. Dafür können Tools wie der OWASP Abhängigkeitscheck genutzt werden, um nach veralteten oder angreifbaren Bibliotheken im Code zu suchen. Snyk wiederum bietet kostenlos Drittanbieterüberprüfung für quelloffene Projekte.

Fazit

Die vier Schichten von Cloud-nativen Systemen sind für die Sicherheit von Anwendungen von entscheidender Bedeutung – und wenn auch nur eine von ihnen Angreifern ausgesetzt ist, kann das gesamte System kompromittiert werden.

Cloud-Sicherheitslösungen von Trend Micro

Cloud-spezifische Sicherheitslösungen wie die Trend Micro™ Hybrid Cloud Security können zum Schutz von Cloud-nativen Systemen und ihren verschiedenen Schichten beitragen. Unterstützt wird sie von Trend Micro Cloud One™ , einer Sicherheitsdienste-Plattform für Cloud-Entwickler. Sie bietet automatisierten Schutz für die CI/CD-Pipeline und Anwendungen. Sie trägt auch dazu bei, Sicherheitsprobleme früher zu erkennen und zu lösen und die Lieferzeit für die DevOps-Teams zu verkürzen. Die Plattform umfasst:

Sicher arbeiten im Home Office

von Udo Schneider, Security Evangelist DACH

Um ihre Mitarbeiter vor einer möglichen Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen, ermöglichen immer mehr Unternehmen das Arbeiten von zu Hause aus – oder ordnen dies sogar an. Gerade für Unternehmen, die eine solche Regelung erstmalig einführen, vergrößert sich dadurch jedoch auch die Angriffsoberfläche für Cyber-Attacken. Trend Micro warnte bereits in seinen Sicherheitsvorhersagen für das Jahr 2019 vor der wachsenden Gefahr durch Home-Office-Modelle.

Damit der Schutz vor biologischen Gefahren nicht durch erhöhte Anfälligkeit für digitale Bedrohungen erkauft wird, sollten Unternehmen eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, nicht nur technischer sondern auch juristischer Natur:

  • Alle Geräte, von denen Nutzer auf Unternehmensressourcen zugreifen, sollten durch regelmäßige Updates und Patches auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Zudem ist es zu empfehlen, diese mit einer zeitgemäßen Endpunkt-Sicherheitslösung vor Cyberangriffen zu schützen.
  • Nutzer sollten auf alle Unternehmensdaten (inklusive E-Mail-Zugang) nur über ein gesichertes Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) zugreifen. Mittels Zweifaktor-Authentifizierung lässt sich der Zugang zusätzlich schützen.
  • Cloud-Lösungen wie Office 365, G-Suite oder Dropbox ermöglichen eine einfachere Zusammenarbeit von Mitarbeitern an verschiedenen Standorten oder im Home Office. Leider stellen sie auch ein beliebtes Ziel für Cyberangriffe dar und sollten deshalb mit zusätzlichen Sicherheitslösungen geschützt werden.
  • Der Router spielt im Heimnetzwerk eine zentrale Rolle, da der komplette Netzwerkverkehr über ihn abgewickelt wird. Nutzer müssen deshalb darauf achten, auch ihren Router stets auf dem aktuellen Firmware-Stand zu halten und ihn mit eigenen Schutzfunktionen auszustatten. Dasselbe gilt für andere Geräte mit Netzwerkanbindung wie Multifunktionsdrucker, Netzwerkspeicher (NAS-Systeme) und Smart Speaker. Gerade vor möglichen Angriffsszenarien über vernetzte Lautsprecher hat Trend Micro bereits 2017 gewarnt.
  • Neben technischen Maßnahmen muss die Aufklärung der Mitarbeiter oberste Priorität haben: Cyberkriminelle haben COVID-19 bereits für sich entdeckt und nutzen die Angst vor dem Virus als Köder für Phishing-Angriffe und die Verbreitung von Schadsoftware. Durch Awareness-Schulungen können Mitarbeiter vor solchen Taktiken gewarnt und damit das Risiko eines erfolgreichen Angriffs gesenkt werden.

Weitere Informationen

Wer an weiteren Informationen zum Thema IT-Sicherheit im Home Office interessiert ist, kann sich gern an den Autor Udo Schneider wenden – ein Gespräch findet selbstverständlich „kontaktlos“ per Telefon oder Videokonferenz statt.