ALPS blog

Über die Hälfte der Schweizer Lieferketten bereits durch Ransomware kompromittiert

Über die Hälfte der Schweizer Lieferketten bereits durch Ransomware kompromittiert

Neue Studie von Trend Micro zeigt negative Folgen für die Sichtbarkeit von Cyberrisiken in Folge einer vergrösserten Angriffsoberfläche

Wallisellen, 07. September 2022 – Trend Micro, einer der weltweit führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen, veröffentlicht eine neue Studie, aus der hervorgeht, dass Unternehmen wegen ihrer umfangreichen Lieferketten zunehmend durch Ransomware gefährdet sind. So waren bei 51 Prozent der befragten schweizerischen Unternehmen schon einmal Firmen in der Lieferkette von einem Ransomware-Angriff betroffen (gegenüber 52 Prozent weltweit).

Die Studie ergab, dass drei Viertel aller Schweizer IT-Führungskräfte (weltweit 79 Prozent) davon ausgehen, dass ihre Partnerunternehmen und Kunden ihr Unternehmen zu einem attraktiveren Ransomware-Ziel machen. Die Entwicklungen sind besonders brisant, da potenziell weniger gut gesicherte KMUs für mehr als zwei Fünftel (42 Prozent, weltweit 52 Prozent) der Schweizer Unternehmen einen bedeutenden Teil der Lieferkette ausmachen.

Vor einem Jahr führte ein Angriff auf einen Anbieter von IT-Verwaltungssoftware (1) zur Kompromittierung zahlreicher Managed Services Provider (MSPs) und Tausender nachgeschalteter Kunden. Dennoch teilen nur 47 Prozent der Unternehmen in der Schweiz (47 Prozent global) ihr Wissen über Ransomware-Angriffe mit ihren Lieferanten. Darüber hinaus gibt ein Drittel der Schweizer Befragten (25 Prozent global) an, dass sie potenziell nützliche Informationen über diese Cyberbedrohungen nicht an ihre Partner weitergeben.

Eine mögliche Ursache ist, dass die Unternehmen erst gar nicht über diese Informationen verfügen, um sie weiterreichen zu können. Denn ihre Fähigkeiten, verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit Ransomware-Attacken zu erkennen, sind beunruhigend gering: Nur ein Viertel der schweizerischen Unternehmen (weltweit 31 Prozent) sehen sich dazu in der Lage, Lateral Movement zu bemerken, also die Bewegung eines Angreifers innerhalb ihres Netzwerks. Ebenfalls deutlich verbesserungswürdig sind die Erkennungsraten für das initiale Eindringen in ihre Systeme (43 Prozent in der Schweiz, 42 Prozent weltweit), den Abfluss von Daten (52 Prozent in der Schweiz, weltweit 49 Prozent), den missbräuchlichen Einsatz eigentlich legitimer Tools wie PSexec oder Cobalt Strike (56 Prozent in der Schweiz, 63 Prozent weltweit) und die eigentliche Ransomware-Payload (64 Prozent in der Schweiz, weltweit 63 Prozent).

„Wir haben herausgefunden, dass 52 Prozent aller Schweizer Unternehmen in mindestens einem Glied ihrer Lieferkette schon einmal von Ransomware betroffen waren. Dadurch sind automatisch auch die eigenen Systeme potenziell gefährdet“, warnt Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro. „Kein Unternehmen agiert heutzutage für sich allein, sondern ist als Teil einer Lieferkette seinen Partnern verpflichtet. Dies gilt in einer vernetzten Welt in zunehmendem Masse auch und besonders für die IT. Deshalb sollte der erste Schritt zur Risikoreduzierung eine verbesserte Sichtbarkeit und Kontrolle über die komplette digitale Angriffsfläche hinweg sein.“

Die Lieferkette kann ausserdem von Angreifern ausgenutzt werden, um darüber Zugang zu ihren eigentlichen Zielunternehmen zu erlangen. Von den Schweizer Unternehmen, die in den letzten drei Jahren von einem Ransomware-Angriff betroffen waren, gaben 68 Prozent (67 Prozent weltweit) an, dass die Angreifer ihre Kunden beziehungsweise Partner über die Attacke informierten, um weiteren Druck aufzubauen und auf diese Weise Lösegeldzahlungen zu erzwingen.

Weitere Studienergebnisse finden Sie in englischer Sprache hier: https://www.trendmicro.com/explore/glrans

Über die Studie

Trend Micro beauftragte Sapio Research im Mai und Juni 2022 mit der Befragung von 2.958 IT-Entscheidungsträgern in 26 Ländern. Darunter waren 100 IT-Entscheider aus der Schweiz.

Fussnoten

(1) https://www.trendmicro.com/de_de/research/21/g/it-management-platform-kaseya-hit-with-sodinokibi-revil-ransomwa.html

Facebook
Twitter
LinkedIn

Ähnliche Press

Metaverse oder „MetaWorse“?

Metaverse oder „MetaWorse“? Studie von Trend Micro beleuchtet Gefahren aus dem „Darkverse“ und mögliche cyber-physische Bedrohungen Wallisellen, 11. August 2022…

Mehr >