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Sichere und smarte Verbindungen: Schutz für IoT-Netzwerke im Remote Setup

Originalartikel von Trend Micro

Beim Absichern des Internet of Things (IoT) konzentrieren sich die meisten auf die „Dinge“ oder die im Markt verfügbaren Geräte. Auch wenn die vernetzten Geräte zweifelsohne Sicherheitsherausforderungen mit sich bringen, so ist der Schutz des Netzwerks in seiner Funktion der Bereitstellung einer sicheren IoT-Umgebung sehr wichtig. Während dieser Zeit der Work-from-Home (WFH)-Vereinbarungen ist ein erhöhter Bedarf an Netzwerken entstanden, da Fernbetrieb eine grössere Abhängigkeit vom IoT geschaffen hat. Statt sich auf die Sicherung einzelner Geräte zu konzentrieren, die ein Netzwerk kompromittieren können, sollten die Nutzer auch das Netzwerk absichern, um Bedrohungen über mehrere Geräte hinweg zu minimieren.

Schwachstellen in IoT-Geräten sind eine Tatsache, mit der Nutzer zurechtkommen müssen. Je mehr Geräte in einem Netzwerk sind, desto schwieriger wird es, sie im Auge zu behalten und Bedrohungen zu verhindern, die die Umgebung kompromittieren könnten. Um IoT-Geräte davor zu schützen, bei einem Angriff wie Distributed Denial of Service (DDoS) missbraucht zu werden, sollten Nutzer Best Practices befolgen.

Auch darf nicht vergessen werden, dass die Geräte der verschiedenen Hersteller ein unterschiedliches Sicherheitsniveau aufweisen und sich auch in ihrer Lebensdauer unterscheiden. Einige Geräte sind für Büros und Unternehmen konzipiert, während andere für Privathaushalte oder normale Verbraucher bestimmt sind. Beide Typen verfügen jedoch normalerweise nur über Sicherheitsmassnahmen, die auf ihre Verarbeitungsmöglichkeiten beschränkt sind.

Ein sicheres Netzwerk kann eine zusätzliche Sicherheitsschicht bieten, die alle angeschlossenen Geräte mit einschliesst. Netzwerksicherheit kann Bedrohungen minimieren und einen einheitlichen Rahmen bieten, aus dem heraus Sicherheitsmassnahmen für unterschiedliche IoT-Geräte umzusetzen sind.

Vorbereitung eines Netzwerks für IoT

In den meisten Fällen existieren die Netzwerke bereits, bevor sie mit IoT ausgestattet wurden. Deshalb ist eine Neubewertung der Netzwerksicherheit erforderlich auch bezüglich einer Einschätzung, inwieweit ein Netzwerk für die Integration von IoT-Geräten geeignet ist, und welche Schwachstellen noch beseitigt werden müssen.

Im Folgenden ein paar Überlegungen, bevor eine IoT-Umgebung in ein Setting eingefügt oder neu erstellt wird:

Upgrade des Netzwerks, um eine höhere Bandbreite zu erhalten: Kommen Endpunkte hinzu, nehmen diese Ressourcen in Anspruch, die ein Netzwerk möglicherweise nicht liefern kann. Können diese IoT-Geräte, die ständig Daten austauschen, nicht berücksichtigt werden, sind Verbindungsprobleme die Folge. Insbesondere Unternehmen sollten im Voraus planen, wie sie ihre Bandbreite am besten zuweisen, und dabei genau festlegen, welche Abteilungen wann mehr benötigen könnten.

Überprüfung bereits vorhandener Endpunkte im Netzwerk: Nutzer müssen auch die Sicherheit der Geräte überprüfen, die bereits Teil des Netzwerks sind, bevor IoT-Geräte hinzukommen. Endpunkte wie Computer oder Smartphones können ebenfalls Schwachpunkte sein, vor allem wenn diese Geräte relativ alt sind oder wesentliche Aktualisierungen nicht durchgeführt wurden. Sie sollten auch auf Kompatibilität mit neuen Geräten geprüft werden, die dem Netzwerk hinzugefügt werden.

Netzwerkrichtlinien auf dem neuesten Stand halten: Unternehmen müssen ihre Netzwerk-Policies aktualisieren. Mitarbeiter, die ständig im Netz sind, sollten sich stets der Auswirkungen bewusst sein, wenn dem Netzwerk weitere Endpunkte hinzugefügt werden. Aktualisierte Netzwerkrichtlinien müssen daher neue Sicherheitsanforderungen wie die Verwaltung der Benutzerberechtigungen, Regeln für „Bring-Your-Own-Devices“ (BYOD) und Richtlinien für WFH-Vereinbarungen enthalten.

IoT-Risiken mithilfe des Netzwerks stoppen

In der nächsten Phase geht es darum, nicht nur Netzwerke vor IoT-bezogenen Risiken zu schützen, sondern Sicherheit auf Netzwerkebene als Tool einzusetzen, um Bedrohungen einzudämmen und zu minimalisieren. Folgende Überlegungen können IoT-Risiken und -Bedrohungen effizient einschränken:

Einsatz von Sicherheit auf Netzwerkebene: Manche IoT-Geräte im Netzwerk kommunizieren mit externen Systemen und mit der öffentlichen Cloud, und die meisten kommunizieren mit anderen Geräten in demselben Netzwerk. Sollte eines dieser Geräte korrupte Signale übermitteln, wären Unternehmen, die keine Überwachung innerhalb des Netzwerks durchführen, nicht in der Lage, diese Geräte zu erkennen. Sicherheit auf Netzwerkebene, zusätzlich zur Perimeterverteidigung, kann solche Ereignisse verhindern helfen.

Erstellen von separaten Netzwerken: Eine weitere Möglichkeit, das Risiko von IoT-bezogenen Angriffen zu minimieren, besteht darin, ein separates, unabhängiges Netzwerk für IoT-Geräte und ein weiteres für Gastverbindungen zu schaffen. In WFH-Szenarien können Benutzer auch firmeneigene Geräte wie Laptops in ein separates Netzwerk stellen oder sie für andere Geräte zu Hause unauffindbar machen. Ein segmentiertes Netzwerk kann dabei helfen, Eindringlinge oder Infektionen, die von anfälligen Geräten ausgehen, zu isolieren. Sowohl im Unternehmen als auch zu Hause wäre ein separates Gastnetzwerk auch hilfreich, um weitere Cyberattacken und Malware zu verhindern.

Nutzen der Sicherheitsfähigkeiten von Routern: Da Router in Netzwerken eine wichtige Rolle spielen, ist es auch wesentlich, die Sicherheitsmerkmale dieser Geräte zu kennen  und zu nutzen. Zum Beispiel haben viele Router eine eingebaute Funktion, um ein Gastnetzwerk zu erstellen, das andere Zugangsdaten als das Hauptnetzwerk verwendet.

Bessere Übersicht über das Netzwerk: Sichtbarkeit ist der Schlüssel zur Gewährleistung der Sicherheit des Netzwerks. Sogar in Unternehmensumgebungen können Gäste intelligente Geräte an das Unternehmensnetzwerk anschliessen, ohne dass Sicherheitsverantwortliche dies sofort bemerken. Unternehmen müssen in ihrem Netzwerk über die erforderlichen Tools verfügen, um diese Verbindungen zu überwachen. Darüber hinaus sind diese Tools nicht nur zur Ermittlung der Verbindungen erforderlich, die notwendig oder riskant sind, sondern auch, um Massnahmen in die Wege zu leiten, bevor Bedrohungen erkannt werden.

Monitoring auf verdächtige Verhaltensweisen: Netzwerk-Monitoring gehört dazu, um eine bessere Übersicht zu gewinnen. Neben guten Kenntnissen zu jedem Gerät erleichtert das Wissen über verdächtiges Verhalten das Erkennen von Geräteübernahmen oder Infektionen.

Entfernen anonymer Verbindungen: Jede Verbindung zum Netzwerk muss identifiziert oder benannt werden. Mithilfe einer entsprechenden Kennzeichnung der einzelnen Geräte lassen sich anonyme Verbindungen reduzieren oder entfernen. Dies hilft Benutzern und Integratoren, ihr Netzwerk besser zu überwachen und mögliche unerwünschte Verbindungen zu lokalisieren. Auch ist es viel einfacher, problematische Geräte zu identifizieren, die aus dem Netzwerk entfernt werden müssen.

Policies über das Netzwerk durchsetzen: Sicherheitslösungen, die Transparenz und Kontrolle über das Netzwerk bieten, helfen bei der Durchsetzung der Richtlinien, die vor der Integration von IoT-Geräten implementiert wurden. Mithilfe der Möglichkeiten des Netzwerks können anonyme Verbindungen oder solche, die gegen festgelegte Richtlinien verstossen, entfernt werden.

Geräte überlegt wählen: Obwohl Netzwerklösungen dazu beitragen können, Sicherheitslücken zu schliessen, die durch die uneinheitliche Sicherheit zahlreicher Geräte entstehen, sind sie nicht als singuläre Lösung gedacht. Daher sollten Anwender bei der Auswahl ihrer Geräte besonders kritisch sein. Zum Beispiel ist es ratsam, sich zu informieren und die verschiedenen Merkmale und Typen von Geräten zu berücksichtigen. Darüber hinaus sollten die gewählten Geräte immer auf dem neuesten Stand sein.

Die Rolle des Administrators der Dinge ernst nehmen: IT-Experten, die für die Netzwerksicherheit eines Unternehmens verantwortlich sind, haben bei der Sicherung von WFH-Setups nur eine begrenzte Kontrolle. Aus diesem Grund müssen die Benutzer oder „Administratoren of Things“ zu Hause sowohl die Pflichten ihrer Rolle kennen als auch wissen, wie wichtig diese Rolle ist, insbesondere in der gegenwärtigen Realität der längerfristigen WFH-Abmachungen.

Bild. IoT-Geräte können über verschiedene Fähigkeiten Verbindungen zum Büronetzwerk herstellen.

Sicherheitslösungen

Um eine mehrschichtige Verteidigung aufzubauen, können Anwender umfassende Lösungen einsetzen, wie etwa Trend Micro™ Security und Trend Micro™ Internet Security, die effiziente Mechanismen zum Schutz vor Bedrohungen für IoT-Geräte bieten und Malware auf Endpunktebene erkennen können. Vernetzte Geräte lassen sich auch über Lösungen schützen, wie Trend Micro™ Home Network Security und Trend Micro™ Home Network Security SDK, die den Internet-Verkehr zwischen dem Router und allen verbundenen Geräten prüfen können. Schliesslich kann die Trend Micro™ Deep Discovery™ Inspector-Netzwerk-Appliance alle Ports und Protokolle überwachen, um Unternehmen vor fortgeschrittenen Bedrohungen und gezielten Angriffen zu schützen.

IoT Monitoring-Daten zu Threat Defense umwandeln

Originalartikel von Shimamura Makoto, Senior Security Specialist

Der Sicherheitsbericht zur Jahresmitte 2020 von Trend Micro weist im Vergleich zum zur zweiten Jahreshälfte 2019 eine Steigerung von 70 Prozent bei Angriffen auf Geräte und Router aus. Dazu gehören auch Attacken auf Internet-of-Things (IoT)-Systeme, die in ihrer Häufung beunruhigen. Die Sicherheitsforscher von Trend Micro überwachen die Trends bezüglich dieser Angriffe und untersuchten Mirai und Bashlite (aka Qbot), zwei berüchtigte IoT Botnet-Schädlingstypen. Interessant sind die Zahlen zu den C&C-Servern dieser Botnets, den IP-Adressen und C&C-Befehle. Auch sammelten die Forscher Daten über die bei der Verbreitung der Malware am häufigsten verwendeten Angriffsmethoden und untersuchten die Verteilung ihrer Varianten.

Zu diesem Zweck überwachten sie C&C-Server mit Verbindung zu Mirai und Bashlite. Die IP-Adressen und Ports der C&C-Server wurden durch die Analyse verwandter Malware-Beispiele sowohl aus internen Datenbanken als auch aus externen Open-Source-Informationen, wie z.B. Informationen aus Twitter-Posts, gewonnen.

Tausende aktiver C&C-Server zeigen Häufung von IoT-Angriffen

Mirai-VariantenBashlite-Varianten
Gesammelte C&C-Serverinformationen7.0305.010
C&C-Server, die eine Verbindung akzeptierten2.9511.746
C&C-Server, die mindestens einen DDoS-Befehl absetzten2.1071.715

Tabelle 1. Anzahl der C&C-Server

Die meisten C&C-Server waren inaktiv. Das bedeutet, als sie entdeckt wurden, akzeptierten sie keine Verbindungen. Doch ein Teil der Server (2.951 für Mirai und 1.746 für Bashlite) waren noch „lebendig“ oder aktiv und ein Teil davon gab auch Distributed Denial-of-Service (DDoS)-Befehle an ihre infizierten Clients aus.

Bild 1. Anzahl der C&C-Server, die eine Verbindung akzeptierten

Es ist offensichtlich, dass die Zahl der aktiven C&C-Server nach wie vor hoch ist, obwohl es Jahre her ist, dass diese Malware-Typen zum ersten Mal in der Öffentlichkeit auftauchten (Mirai um 2016 und Bashlite um 2014). Ausserdem fanden sich 573 gemeinsame IP-Adressen unter den C&C-Servern der beiden Malware-Familien, so dass es möglich ist, dass einige Cyberkriminelle sowohl Mirai als auch Bashlite als Werkzeuge verwenden. Möglicherweise wurde die gleiche IP-Adresse auch von einem anderen Cyberkriminellen wiederverwendet.

Hunderte Befehle zeigen die Botnet-Aktivität

Insgesamt fanden die Forscher 3.822 C&C-Server, die DDoS-Befehle ausgaben. Einer der Server, setzte eine ganze Lawine von 64.991 Befehlen ab.

Bild 2. DDoS-Befehle von den C&C-Servern

Neben den in der Grafik dargestellten Daten gab es auch 136 C&C-Server, die über 1.000 Befehle ausgaben. Eine relativ geringe Anzahl von Servern war aktiv, und es scheint, dass einige inaktive C&C-Server entweder nur zu Testzwecken eingesetzt wurden oder nicht gut funktionieren.

Mit Hilfe von WHOIS fanden die Forscher die Organisationen hinter den IP-Adressen von C&C-Servern. Die meisten C&C-Server basierten auf Hosting-Services, einige davon Bulletproof, die von Cyberkriminellen dazu genutzt werden, um C&C-Server zu betreiben, während sie selbst anonym bleiben. Quellcode von IoT-Malware ist im Untergrund erhältlich, und damit ist es für die Kriminellen einfach, Tools für die Angriffe zu erstellen.

Angriffsmethoden von Mirai

Die Mirai-Familien können auf verschiedene Architekturen wie ARM, x86, MIPS, SH4 und andere abzielen. Die Forscher entdeckten fünf Arten von Angriffsmethoden:

RankName der AngriffsmethodeErklärungC&C-Server mit Verbindung zu Samples
1CVE-2017-17215Command injection attack that targets Huawei HG532 router1423
2Password listingThe malware uses hard-coded credentials to log in to devices that have default or weak credentials.607
3CVE-2014-8361Command execution attack using UPnP SOAP vulnerability in Miniigd that targets devices developed with Realtek SDK520
4ThinkPHP 5.0.23/5.1.31 RCEAn attack that exploits remote code injection vulnerability in ThinkPHP 5.0.23/5.1.31422
5CVE-2018-10561CVE-2018-10562Authentication Bypass and Command Injection vulnerabilities in GPON routers173

C&C-Server in Verbindung mit den Mirai-Varianten

Mehrere Malware-Samples stammen von den gleichen Verteilungsservern. In diesem Fall sind die Inhalte der Samples bis auf ihre Zielarchitekturen nahezu identisch.

Bild 3. Verteilung von Mirai-Varianten über C&C-Server (nur Top Strings)

Es zeigte sich, dass die dargestellten 11 Varianten mit insgesamt 5.740 Servern in Verbindung standen. Die Strings, üblicherweise XOR-kodiert, zeigten sich über Sandbox-Analysen der Malware -Samples in Verbindung mit den Servern. (Achtung: Die meisten davon stammen nur aus Open Source-Quellen; daher stimmt die Summe der Zahlen nicht mit den Zahlen in Tabelle 1 überein.) Weitere Informationen bietet auch der Originalbeitrag.

Verwendung der IOC-Daten für besseren Schutz

Um Kunden vor Cyberbedrohungen zu schützen, verwendet Trend Micro die gesammelten Indicators of Compromise (IOCs) für die verschiedenen Systeme des Monitorings, um die Fähigkeit zur Erkennung von Bedrohungen zu verbessern. Die Sicherheitsforscher sammeln URLs für IoT-Malware-Downloads, fügen sie der Web-Reputationsdatenbank hinzu und kennzeichnen sie entsprechend. Dadurch wird verhindert, dass sich die Geräte der Anwender mit solchen bösartigen URLs verbinden. Darüber hinaus erstellen die Forscher proaktiv ein Erkennungsmuster, sobald sie bei der Überwachung ein neues Muster finden.

Verteidigung von IoT-Systemen

Die meisten IoT-Malware-Programme nutzen die Schwachstellen von IoT-Geräten oder anfälligen Zugangsdaten zur Infektion aus. Um zu verhindern, dass sie durch IoT-Malware kompromittiert werden, wird Benutzern empfohlen, die folgenden Best Practices zu befolgen:

  • Keine Standard-Benutzernamen und -Passwörter verwenden: Nutzer sollten stattdessen sichere Passwörter einrichten, die nicht leicht erraten werden können. Dadurch sind Geräte weniger anfällig für Brute-Force-Angriffe oder Passwortlisten.
  • Regelmässig Software-Updates der Hersteller anwenden: Damit werden Schwachstellen behoben, die eine Infektion ermöglichen.
  • Geräte nicht ans Internet anschliessen, wenn es für ihre Funktion unnötig ist: Sie sollten lieber in ein internes Netzwerk unter einem Gateway-Router gestellt werden, um Angreifern den Zugriff darauf zu verwehren.

Folgende Trend Micro-Lösungen sind zum Schutz vor IoT-bezogenen Bedrohungen empfehlenswert:

Security-Strategie – „Take back control”

von Richard Werner, Business Consultant

Ein abgedroschener Slogan aus der politischen Brexit-Kampagne als Titel einer Security-Strategie? Und mehr noch, er unterstellt dem Leser, die Kontrolle verloren zu haben! Leider stimmt er teilweise, denn in letzter Zeit fällt die Häufung der Schlagzeilen auf, die über Unternehmen, Behörden oder öffentliche Einrichtungen als Opfer von Cyber-Attacken berichten. Als Folge oder als Lehre daraus wird regelmässig eine „Umstrukturierung der IT Security“ gefordert. Die Betroffenen haben nachweislich die Kontrolle über Ihre IT Security zumindest für einen gewissen Zeitraum verloren. Haben sie also individuell etwas fundamental falsch gemacht, oder ist der schwerwiegende Ausbruch das offensichtliche Symptom einer schon längst verloren gegangenen Kontrolle?

Der Einsatz von IT in Unternehmen wird zu einem immer wichtigeren Grundpfeiler des Geschäftsmodells. Digitalisierung auf der einen und Mitarbeiter auf der anderen Seite treiben diese Entwicklung weiter voran. Die IT ist dabei oft historisch und vor allem lösungsorientiert gewachsen. In diesem somit vorhandenen Sammelsurium verschiedenster Technologien und Systeme ist die IT-Security mitgewachsen und in den meisten Umgebungen ebenso „vielfältig“. Analysten errechneten 2017, dass grössere Unternehmen im Schnitt Produkte von 80 verschiedenen Sicherheitsanbietern einsetzen. Die Steuerung dieser, zwangsläufig als Silo vorhandenen, also separaten, nicht integrierten Lösungen obliegt sehr oft den Fachabteilungen. Klassisch wird dabei beispielsweise zwischen Netzwerk, Endpoint und Rechenzentrum unterschieden.

Kontrollverlust

Den Kontrollverlust bemerken IT-Sicherheitsverantwortliche oft erst, wenn sie sich mit der Realität eines tatsächlichen Angriffs konfrontiert sehen. Dann allerdings werden die Lücken offenbar. Ist der Angriff kleiner und lokal begrenzt, wird häufig schlicht eine weitere Sicherheitstechnologie eingesetzt. Die dafür ausgegebene Summe steht im direkten Verhältnis zum erzeugten Schaden.

Ist es allerdings ein ernstzunehmender Angreifer, der bewusst Unternehmensnetze infiltriert mit dem Ziel, möglichst breitflächig Systeme zu übernehmen, werden die dramatischen Auswirkungen dieser Strategie richtig deutlich. In der öffentlichen Wahrnehmung sind diese Angriffe mit dem Schädling „Emotet“ verbunden, der seit Anfang 2019 für unrühmliche Schlagzeilen sorgt. Tatsächlich gab es ähnliche Angriffe schon früher, und sie sind weiterverbreitet als vielen bewusst ist. Der Grund, warum Emotet und seine Nachfolger für Schlagzeilen sorgen, ist die Tatsache, dass die Kriminellen hinter den Angriffen bewusst destruktiv auftreten und exorbitante Lösegeldsummen fordern.

Auswirkungen des Kontrollverlusts

Die Herausforderung, der sich betroffene Firmen dabei stellen müssen, ist die Frage, wieso es den Angreifern gelang trotz Security-Technologie in das Netzwerk einzudringen und sich darin auszubreiten. Das Vorgehen der böswilligen Akteure beruht zumeist auf den wohlbekannten „Social Engineering“-Techniken, also dem „Austricksen“ von Menschen und Sicherheitslücken. Die eingesetzte Sicherheitstechnologie erkennt Teile des Angriffs dabei regelmässig. Diese Teile werden auch in den entsprechenden Tools dargestellt und geloggt. Die „Kunst“ der Angreifer dabei besteht darin, in den jeweiligen Silos als unbedeutender Event zu erscheinen, denn so können sie sich oft monatelang in einem Netzwerk ausbreiten.

Es ist nicht nur die Erkennung des Angriffs, die Probleme bereitet. Ist dieser offenkundig, geht es darum, schnell und effizient Gegenmassnahmen zu ergreifen. Auch hier stellt sich die Vielzahl unterschiedlichster Sicherheitslösungen als kontraproduktiv heraus. Nicht zuletzt bedeutet auch die Verteilung der Aufgaben in verschiedenen Fachabteilungen, dass rein menschliche Hürden wie z.B. ungleiche Wissensstände überwunden werden müssen.

Diese Herausforderungen sorgen letztlich für einen enormen Aufwand und nicht selten auch für Frustration.

Kontrolle zurück erlangen

Was bedeutet nun „Take back control“? IT-Security ist zum Glück zumeist eine ziemlich langweilige Aufgabe, von der jeder hofft, dass sie nie spannend wird. Ein „brutaler“ Angriff erfolgt auch nicht täglich, weil die Security-Technologie wesentlich besser als Ihr Ruf ist. Fortschrittliche Lösungen sind darauf ausgerichtet, Auffälligkeiten zu erkennen und Ungewöhnliches zu entdecken. Um dies sinnvoll tun zu können, benötigen sie Informationen aus möglichst vielen Bereichen, die sie dann konsolidieren müssen. Geht es um eine übergreifende Konsolidierung, fällt der Silo-Gedanke weg, dem zufolge eine Abteilung die Security des eigenen Bereiches „mitmacht“. Diese Verantwortung wird zentralisiert, und in grösseren Unternehmen entstehen dabei z.B. Security Operation Center (kurz SOC).

Umbau der Sicherheit

Gerade Unternehmen, die jüngst einen Vorfall zu verkraften hatten, ändern ihre Security-Strategie grundlegend. Im Ernstfall eines Angriffs kommt es vor allem auf Schnelligkeit und Effizienz an. Eigene Teams werden dabei durch externe Spezialisten ergänzt. Ist eine Umgebung historisch gewachsen, wird es zunehmend schwieriger Spezialisten zu finden, die zumindest einen Grossteil der eingesetzten Sicherheitslösungen auf Expertenniveau bedienen können. Auch die Koordination mit unterschiedlichen Supportabteilungen der einzelnen Hersteller erweist sich als Herausforderung. Unternehmen, die diese Erfahrung machen mussten, ändern deshalb in der Regel ihre Strategie hin zu einem sogenannten XDR-Modell. Der grundlegende Gedanke dahinter ist es, die Analyse von Security Events zu automatisieren und mithilfe von künstlicher Intelligenz den Menschen zu entlasten. In einem solchen Modell wird die Anzahl der Hersteller minimiert und einer strategisch gesetzt.

XDR

Das Konzept XDR besagt, dass alle Informationen sowohl aus den Schutzmodulen als auch die „Detection“ (Erkennung) und „Response“ (Gegenmaßnahme) zentral gesteuert werden. Das „X“ wiederum steht für übergreifend (Cross) und bezeichnet die Zusammenführung verschiedener Technologien. Informationen werden durch die Systeme automatisch korreliert und für Menschen verwertbar dargestellt. Alternativ lassen sich auch Gegenmassnahmen automatisieren. Je mehr Tools eines strategischen Herstellers eingesetzt werden, desto genauer ist die Analyse und automatisierbarer sind die Gegenmaßnahmen. Aber nicht nur die Technik bietet Vorteile. In einer Notfallsituation minimiert das Anwenderunternehmen auch die Anzahl der zuständigen Kontakte und Supportstellen. Gleichzeitig ist auch für die eigenen Mitarbeiter die Bedienung zentralisierter Konsolen einfacher und überschaubarer. Abgesehen davon kann in der Regel durch Einsparungen bei z.B. Lizenzen, Schulungen und anderen Managementkosten neben einer verlässlichen IT-Security auch der ROSI (Return of Security Investment) verbessert werden.

Trend Micro-Lösungen

Trend Micro gehört mit nun über 30 Jahren Erfahrung zu den Pionieren der IT-Security und weiss, dass sich Sicherheit konstant weiter entwickeln muss. Der Anbieter gehört folgerichtig auch zu den ersten, die einen XDR Ansatz bieten.

Trend Micro™ XDR sammelt und korreliert detaillierte Aktivitätsdaten für mehrere Vektoren – E-Mail, Endpunkte, Server, Cloud-Workloads und Netzwerke. Dies ermöglicht ein Ausmass an Erkennung und Untersuchung, das mit SIEM oder individuellen Punktlösungen nur schwer oder gar nicht zu erzielen ist. Dies ermöglicht ein Ausmass an Erkennung und Untersuchung, das mit SIEM oder individuellen Punktlösungen nur schwer oder gar nicht zu erzielen ist. Kombinierter Kontext macht Ereignisse, die für sich betrachtet harmlos erscheinen, plötzlich zu wichtigen Indikatoren für Gefährdungen. So können Sie die Auswirkungen schnell eindämmen und den Schweregrad und Umfang minimieren.

XDR stellt einen SIEM-Konnektor für die Weiterleitung von Warnungen bereit. Die Korrelierung von Ereignissen aus Trend Micro Produkten führt zu weniger, jedoch zuverlässigeren Warnungen und reduziert den Sichtungsaufwand für Sicherheitsanalysten. Nach dem Klick auf eine SIEM-Warnung können Analysten auf die Untersuchungs-Workbench von XDR zugreifen, um weitere Daten zu erhalten, das Ereignis detaillierter zu analysieren und die notwendigen Massnahmen zu ergreifen.

Kriminelle Methoden: Das Bulletproof Hosting-Geschäft

Originalartikel von Vladimir Kropotov, Robert McArdle und Fyodor Yarochkin, Trend Micro Research

Viele cyberkriminelle Aktionen zeigen ein gewisses Mass an Organisation, Planung und irgendeine Form der Grundlage, die den technischen Scharfsinn des Einzelnen oder der Gruppe dahinter widerspiegelt. Zum Modus Operandi eines Cyberkriminellen gehört die Nutzung der Untergrundinfrastruktur. In der Reihe „Underground Hosting“ haben die Autoren dargelegt, wie cyberkriminelle Waren in den Marktplätzen verkauft und welche Arten von Dienstleistungen angeboten werden. Dieser letzte Teil der Reihe widmet sich den Methoden, die Kriminelle anwenden, um ihre Güter zu sichern und im Geschäft zu überleben.

Da Infrastruktur-anbietende Plattformen sehr unterschiedlich sind, ist es schwierig, bösartige Quellen aufzudecken.

Das Whitepaper „The Hacker Infrastructure and Underground Hosting: Cybercrime Modi Operandi and OpSec“ beleuchtet das Ökosystem des Bulletproof Hostings aus Sicht der Kriminellen und zeigt deren „Überlebensstrategien“ sowie die Hauptschwächen, die Forschern und den Strafverfolgungsbehörden bei ihrer Arbeit helfen können.

Kriminelle Verkäufer nutzen zum Schutz ihrer Geschäfte unterschiedliche Mechanismen. Die Angebote bei diesen „Geschäften“ sind häufig auf die jeweiligen Wünsche und Forderungen der Kriminellen abgestimmt. Bulletproof-Hosting (BPH)-Services, auch als missbrauchsresistente Dienste bekannt, und in einigen Fällen auch Offshore-Hosting, umfassen in der Regel kompromittierte Assets und Infrastrukturen mit einem hohen Mass an Widerstandsfähigkeit gegen Missbrauch. Die Provider bieten ihren Kunden oft Unterstützung an, indem sie frühzeitige Benachrichtigungen über Missbrauchsanfragen austauschen und sogar Server automatisch in einen anderen IP-Raum verschieben.

Ein Bulletproof Host setzt verschiedene Methoden ein, um die unter seinen Fittichen operierenden Verbrechen aufrechtzuerhalten und Schutz vor den Strafverfolgungsbehörden zu bieten. Die BPH-Dienste tendieren dazu, Ressourcen strategisch global zu verteilen und dabei lokale Vorschriften und geografische Besonderheiten zu berücksichtigen. Eine Darstellung der Merkmale von Bulletproof-Hosting Providern liefert der Originalbeitrag.

Das Hosting auf kompromittierten Assets ist die billigste Variante, mit dem Vorbehalt, dass die Hosts nicht lange überleben. Hosting-Anbieter, die über ihre Rechenzentren und Infrastruktur verfügen, sind für Systeme rentabler, die eine langfristige Verfügbarkeit erfordern.

IP-Adressen, die ein Untergrundforum zwischen Januar und April 2020 genutzt hat

Die Überlebensfähigkeit der Hosts hängt von der Anpassungsfähigkeit der Betreiber ab. Wenn das Geschäft eingestellt wird, können als Reaktion auf Missbrauchsanfragen neue Briefkastenfirmen gegründet werden. Ein Upstream-Provider könnte IP-Bereiche einfach in neue Unternehmen übertragen. Einige Provider verlagern sogar ihren Virtual Private Server (VPS), um es den Strafverfolgungsbehörden zu erschweren, Systeme zu beschlagnahmen. In Verbindung mit Front-End-Reverse-Proxies gewährleisten Hosts auch eine Hochverfügbarkeit der Dienste. Zum Beispiel kann ein Host für einen bestimmten Zeitraum kontinuierlich von einem Standort aus agieren, bevor er aktiv zwischen verschiedenen Ländern hin- und herwechselt.

Die von Kriminellen bevorzugten Standorte nach Ländern, Aktivitäten (auf der Basis des Hosting-Feedbacks von Untergrundakteuren)

Achtung: [Y]es: Untergrund-Akteure erwähnen diesen Standort; [N]o: Untergrund-Akteure raten aktiv von der Nutzung diesem Standort ab; [M]aybe: Untergrund-Akteure erwähnen gelegentlich diesen Standort mit Einschränkungen, etwa die Zielregion

Aufgrund der vielen standortabhängigen Unterschiede bei Beschränkungen und Dienstleistungen kombinieren kriminelle Verkäufer Vorteile, um ihr Geschäftsmodell zu optimieren. Viele der BPH-Anzeigen beschreiben nicht nur die Art des Hostings, sondern auch das Land, in dem sich die Ausrüstung physisch befindet.

Die BPH-Anbieter scheinen auch gut über die regionalen Rechtsvorschriften informiert zu sein und darüber, wie die Strafverfolgungsbehörden reagieren und international zusammenarbeiten. Es ist üblich, dass die Betreiber die Anzahl nützlicher Log-Dateien minimieren und von anonymen Quellen wie Tor-Netzwerken auf das System zugreifen.

Auch gibt es die Möglichkeit, genauso wie in der legalen Welt, im Markt vorhandene Hosting Provider zu vergleichen. Unter anderem fanden die Forscher eine Site, auf der mehr als 1.000 Hostings miteinander verglichen wurden, und zwar nach verschiedenen Fähigkeiten, Kategorien sowie Kundenbeurteilungen.

Kriminelle Ansätze zur Vermeidung von DDoS –Angriffen und Forum Scraping

Untergrundforen sind häufige Ziel von Distributed Denial of Service (DDoS)-Angriffen durch verärgerte Forumsmitglieder und Konkurrenten. Eine Ausfallzeit kann den Ruf eines Forums erheblich beeinträchtigen und folglich dazu führen, dass Mitglieder zu Foren von Konkurrenten wechseln. Der Schutz vor DDoS-Angriffen hingegen erhöht den Ruf eines Forums als stabile Plattform.

Ein über einen DDoS-Schutzservice gesichertes Forum

Forumsbetreiber setzen auch verschiedene Mechanismen gegen automatisiertes Scraping ihrer Inhalte ein. Sicherheitsforscher und Strafverfolgungsbehörden setzten auf Scraping, um die Aktivitäten der Akteure im Untergrund zu analysieren. Einige Foren ermöglichen temporären oder nicht autorisierten Nutzern den Zugriff auf lediglich zehn Seiten innerhalb von 24 Stunden.

Wie legitime Websites verwenden auch kriminelle Foren Captcha-Systeme, um ihre Seiten vor automatischem Scraping und Besuchen durch Suchmaschinen und Bots zu schützen. Einige Underground-Akteure haben sie sich jedoch kreative Ersatzlösungen für Captcha ausgedacht. Sites stellen in der Regel zufällige Fragen zu verschiedenen Anwendungsbereichen – einige davon erfordern Kenntnisse über den kulturellen Hintergrund des Zielpublikums des Forums.

Beispiele der Fragen, die statt Captcha genutzt werden

Der Screenshot zeigt ein Beispiel für ein solches System, das mit einer Kategorie von Fragen zum Allgemeinwissen beginnt, bevor es zu einer Frage geht, die Nicht-Muttersprachler, die sich auf maschinelle Übersetzung verlassen, überfordern könnte.

„Zerologon”und die Bedeutung von Virtual Patching

von Trend Micro

Die vor kurzem veröffentlichte CVE namens „Zerologon“ (CVE-2020-1472) schlägt hohe Wellen. Über Zerologon können Angreifer den Kryptographiealgorithmus im Netlogon Authentifizierungsprozess ausnutzen und die Identität eines beliebigen Computers annehmen, wenn dieser sich beim Domänen-Controller authentifiziert. Einfacher gesagt, erlaubt diese Sicherheitslücke im Netlogon Remote Protocol (MS-NRPC) Angreifern, ihre Anwendungen auf einem Gerät im Netzwerk auszuführen. Ein nicht authentifizierter böswilliger Akteur könnte MS-NRPC dazu nutzen, sich mit einem Domain Controller (DC) zu verbinden und einen administrativen Zugang zu erlangen.

Laut Dustin Childs von der Zero-Day-Initiative (ZDI) ist das Schlimmste daran, dass es „keinen vollständigen Fix gibt“. Dieser Patch ermöglicht es DCs, Geräte zu schützen, aber um diesen Fehler vollständig zu beheben, bedarf es eines zweiten Patch, der derzeit für Q1 2021 geplant ist, der einen sicheren Remote Procedure Call (RPC) mit Netlogon erzwingen soll.. Doch auch nach Anwendung dieses Patch müssen noch Änderungen am DC vorgenommen werden, so der ZDI-Experte. Microsoft hat Anleitungen veröffentlicht, die Administratoren bei der Auswahl der richtigen Einstellungen helfen sollen.

Eigentlich sollte man davon ausgehen können, dass ein vorhandener Patch das Problem einfach löst. Doch die Idee des „einfachen Patchens“ ist nicht so simpel wie sie klingt – siehe auch den Blogeintrag von Dustin Childs dazu. Die durchschnittliche Mean Time to Patch (MTTP) beträgt 60 bis 150 Tage. Diese CVE wurde Anfang August veröffentlicht, sodass die Implementierung des Patches zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 zu erwarten ist. Das heisst, Unternehmen sind bis dahin zwei bis fünf Monate lang bekannten Bedrohungen ausgeliefert.

Es heisst, dass nach der Veröffentlichung von Patches für neue CVEs von Microsoft und Adobe an jedem ersten Dienstag eines Monats die Angreifer an die Arbeit gehen und Exploits schreiben, die die Fehler ausnutzen, bevor die Patches aufgespielt wurden.

Schutz für Unternehmen

Trend Micro kann diese Zeiten, bis ein Patch aufgespielt wurde, über virtuelles Patching überbrücken. Die Technik liefert einen zusätzlichen Sicherheits-Layer, um vor Schwachstellen zu schützen, bis ein offizieller Anbieter-Patch angewendet wurde. Wie schon die Bezeichnung vermuten lässt, funktioniert der Schutz wie ein Patch, der für die Sicherheit der Umgebung sorgt, sollte jemand versuchen, die Schwachstelle auszunutzen. Virtuelle Patches können zum wichtigen Sicherheitsnetz werden.

Trend Micro kann mit virtuellem Patching vor Zerologon und tausenden anderen Sicherheitslücken schützen. Dank der ZDI sind die TippingPoint-Kunden bereits 81 Tage bevor ein Patch veröffentlicht wird geschützt, denn sobald eine Sicherheitslücke der ZDI gemeldet wird, beginnt das Team an dem Schutz vor der Lücke zu arbeiten.

Traditionelle Sicherheitsdenkweise kann die Cloud-basierte Transformation gefährden

Originalartikel von Gurmail Singh

Cloud Computing verändert Organisationen auf der ganzen Welt und macht sie wendiger, kosteneffizienter und reaktionsfähiger. Doch bleibt Sicherheit ein permanentes Hindernis. Dabei können veraltete Vorstellungen darüber, wie Sicherheit in der Cloud aussehen sollte, den falschen Eindruck erwecken, dass eine Migration von Natur aus risikoreicher sei als die Aufbewahrung von Daten On-Premise. De facto aber gibt es Cloud-fähige Lösungen, die eine ebenso sichere Umgebung wie herkömmliche Lösungen bieten, wenn nicht eine gar noch sichere.

Eine kürzlich von Trend Micro beauftragte Studie für CLOUDSEC Online zeigte etwa für Grossbritannien, dass nahezu die Hälfte (47%) der IT-Leiter ihre Sicherheitsstrategien nicht aktualisiert haben, um auch Cloud-Umgebungen mit einzubeziehen.

Diese Denkweise könnte ernste Probleme nach sich ziehen, weil traditionelle Sicherheitswerkzeuge nicht für die Cloud konzipiert sind. Und das bedeutet, dass ihr Einsatz in diesen Umgebungen gefährliche Sicherheitslücken und Leistungsengpässe verursachen kann. Zu den Herausforderungen gehören die folgenden:

Geteilte Verantwortlichkeiten: Beim Einsatz eines Sicherheitstools, das nicht für die Cloud konzipiert ist, wird der Kunde seinen Anteil der Cloud-Verantwortung nicht wahrnehmen.

Mehrschichtige Sicherheit: Für Unternehmen, die für jede Sicherheitsherausforderung ein anderes Tool verwenden, kann sich deren Management sehr komplex und damit schwierig gestalten – Fehlmanagement und mangelnde Akzeptanz sind die Folgen.

Sichtbarkeit: Ein Schlüsselmanko von traditionellen Tools ist die nicht vorhandene Fähigkeit, Einsichten über physische, virtuelle, Cloud-VM und Container-Umgebungen hinweg zu bieten.

Manuell: Traditionelle Tools sind klobig, nicht automatisiert und erfordern manuelle Eingriffe, was dazu führen kann, dass sich menschliche Fehler einschleichen.

Lizenzierung: Organisationen zahlen unter Umständen mehr als nötig, wenn sie nicht Cloud-Tools mit dynamischer Lizenzierung für Cloud-Nutzungsszenarien (PAYG, auf Stunden-, Monats- oder Jahresbasis je nach Anwendungsfall und Betriebsmodell oder Unternehmensverträge) wählen.

Fehlkonfiguration: Dies ist eine der grössten Gefahren für Cloud-Daten. Falsche Konfigurationen werden nicht erkannt, wenn ein Unternehmen nicht auf Cloud-fähige Sicherheit setzt.

DevSecOps: erfordert straffe Sicherheit, die über APIs in CI/CD-Pipelines eingebaut wird. Dabei könnten traditionelle Werkzeuge zu einem Hindernis für Innovation und schnelle Entwicklung werden.

Multi-Cloud: Diese Umgebungen erfordern die Fähigkeit, alle verschiedenen Sicherheitstools unter einen Hut zu bringen, sprich auf einer Konsole sichtbar, überwachbar und zentral zu kontrollieren.

Fähigkeiten: sind sehr gefragt in der Cybersicherheits-Branche. Leider bringen On-Premise Sicherheitswerkzeuge mehr Komplexität und die Notwendigkeit manueller Bedienung mit sich – das Gegenteil von dem, was Organisationen mit begrenzten internen Sicherheits-Skills heute benötigen.

Was nun?

Die Umfrage zeigte, dass der Mangel an Integration zwischen Sicherheitswerkzeugen für beide Umgebungen für ein Drittel (33 %) der Teilnehmer das grösste Problem in ihrer alltäglichen Arbeit darstellt und gleichzeitig auch das grösste Hindernis für den Einsatz von Cloud-Sicherheit (43 %).

Die Lösung ist eine Plattform, die umfassenden Schutz für physische, virtuelle Cloud- und Container-Umgebungen bietet, einschliesslich von Tools zur Erkennung wichtiger Konfigurationsfehler. Es bedeutet einen hohen Grad an Automatisierung, um die Einhaltung von Compliance zu erleichtern und die betriebliche Effizienz zu verbessern. Trend Micro Cloud One ist ein Beispiel einer solchen Lösung.

Angreifbare Schwächen in Gesichtserkennungsgeräten

Originalartikel von Vincenzo Ciancaglini, Joey Costoya, Philippe Lin, Roel Reyes

Biometrische Sicherheitslösungen wie Fingerabdruck- oder Iris-Scanner und Gesichtserkennungskameras werden in grossem Umfang eingesetzt, um den Zutritt zu geschlossenen Bereichen zu regeln. Aber diese biometrischen Authentifizierungssysteme sind in der Regel sehr rechenaufwändig. Beispielsweise verwenden traditionelle Gesichtserkennungs-Sicherheitslösungen einen externen Dienst für die Berechnung, die zur Validierung eines Benutzers erforderlich ist; eine Kamera vor Ort nimmt ein Bild auf und sendet es dann an einen Cloud-basierten Dienst, der die Verarbeitung vornimmt. Bei gross angelegten Installationen kommt es zu einer Latenzzeit zwischen der Authentifizierung und der Validierung des Benutzers. Und beim Senden grosser Mengen von Bilddaten an den Authentifizierungsdienst treten auch Probleme mit dem Verbrauch der Netzwerkbandbreite auf. Um ein differenzierteres Verständnis der Sicherheitsprobleme bei Gesichtserkennungsgeräten zu erhalten, haben die Sicherheitsforscher die Sicherheit von vier verschiedenen Modellen unter die Lupe genommen: ZKTeco FaceDepot-7B, Hikvision DS-K1T606MF, Telpo TPS980 und Megvii Koala.

Um diese Probleme bei auf Gesichtserkennung basierenden Zugangskontrollgeräten zu lösen, setzen Hersteller von Sicherheitslösungen auf Edge Computing. Im Rahmen dieser Architektur sind die Geräte selbst Edge-Knoten und voll ausgestattet, um ein Benutzerbild direkt zu validieren. Diese Edge-Computing-fähigen Geräte sind nur für Koordinations- und Wartungsaufgaben auf einen externen Dienst angewiesen.

Eine solche Architektur reduziert die Latenzzeit und den Verbrauch der Netzwerkbandbreite, da keine Benutzerbilder über das Netzwerk übertragen werden. Es gibt jedoch Sicherheitsbedenken gegen „dumme“ Geräte mit geringem Stromverbrauch, die mit höheren Rechenkapazitäten und mehr Verantwortung im Validierungsprozess ausgestattet sind.

Aufbau des Versuchs

Die Sicherheit von vier verschiedenen Modellen, ZKTeco FaceDepot-7B, Hikvision DS-K1T606MF, Telpo TPS980 und Megvii Koala, wurde auf den Prüfstand gestellt. Die Geräte und ihre Serverkomponenten (falls zutreffend) wurden in einem isolierten Testnetz aufgebaut. Die Anordnung simulierte die normale Arbeitsumgebung der Geräte:

  • Zugangskontrollgerät: Dies ist das getestete Gerät.
  • Man-in-the-Middle (MitM)-Gerät: Dieses Gerät wird dazu verwendet, um Netzwerkpakete zwischen dem Zugangskontrollgerät und der entsprechenden Serverkomponente transparent zu erfassen.
  • Management Server: Das Zugangskontrollgerät wird in der Regel mit einer Software-Suite geliefert, die eine Serverkomponente enthält, die auf diesem Managementserver installiert ist.

Bild. Das Setup für die Untersuchung der Sicherheit der Zugangskontrollgeräte.

Die Ergebnisse der Untersuchung zu Schwachpunkten in der Hardware sowie Sicherheit für den Netzwerkverkehr der einzelnen Gerätemodelle können Interessierte im Originalbeitrag nachlesen.

Best Practices und Vorsichtsmassnahmen

Sicherheitspraktiken, die für eine bestimmte Technologie gelten, lassen sich nur selten auf andere Medien übertragen. Dies wird deutlich, wenn man sich die Verwendung von HTTP für die API-Kommunikation ansieht. HTTP wurde in den 1990er Jahren für Desktop-Webbrowser eingeführt, und im Laufe der Jahre wurden die Sicherheitspraktiken verbessert: Unter anderem wurde das Protokoll gehärtet, es wurde sichergestellt, dass die Kommunikation verschlüsselt wird und dass Sitzungen nicht wieder verwendbar sind. Edge-Computing ist ein relativ neues Medium für eine relativ alte Technologie, und viele Hersteller von Edge-Geräten haben solche Sicherheitspraktiken noch nicht übernommen. Die Tests zeigen, wie sich ein kritisches Gerät wie eine Zugangskontrollkamera auf ein bewährtes Protokoll wie HTTP verlässt, aber die eingesetzten Systeme lassen bestimmte sicherheitsrelevante Punkte ausser Acht.

Um die Risiken zu mindern, die mit dem Einsatz dieser Geräte verbunden sind, sollten Unternehmensanwender die folgenden Richtlinien zur sicheren Bereitstellung befolgen:

  • Überprüfen der Sicherheit der Geräte selbst und Durchführung einer Risikoanalyse für jede Edge-basierte Installation.
  • Management der Schwachpunkte der Hardware, wie sichtbare Geräteinformationen und zugängliche Ports.
  • Isolieren der Edge-Geräte und ihre Server im Netzwerkraum . Sie sollten für externe Parteien unzugänglich sein.
  • Einsatz von netzwerkbasierte IP-Filterung – z. B. über Firewalls oder Zugriffskontrolllisten -, um die Kommunikation nur von zugelassenen Netzwerk-Endpunkten aus zuzulassen.

Die vollständige Darstellung der Sicherheitsprobleme sowie der Massnahmen entnehmen Sie dem Whitepaper „Identified and Authorized: Sneaking Past Edge-Based Access Control Devices“.

Aufkommende Ransomware-Techniken für gezielte Angriffe

Originalartikel von Trend Micro

Wie Trend Micro im Halbjahresbericht 2020 darlegt, sagen die Zahlen zur Lösegeldforderung auf den ersten Blick nicht mehr viel aus. Zwar ist die Zahl der Infektionen, der Offenlegungen von Unternehmen und der Ransomware-Familien zurückgegangen, doch der geschätzte Geldbetrag, der für den Zugriff auf die verschlüsselte Daten ausgegeben wurde, ist stetig gestiegen. Cyberkriminelle greifen Institutionen und Unternehmen an, für die der Zugriff auf ihre Daten und die Wiederherstellung ihre Systeme sehr wichtig ist. Deshalb können die Kriminellen exorbitante Lösegeldforderungen stellen.

Bild 1. Die Gesamtzahl der Ransomware-Familien ist von 2012 bis 2020 zurückgegangen (oben). Das zeigen die monatlichen Erkennungszahlen für neue Ransomware-Familien im ersten Halbjahr 2020 (unten).

Die Bedrohungsakteure zielen nicht mehr auf einzelne Benutzer und Maschinen ab, um zufällige Ransomware-Infektionen auszulösen. Deshalb fehlt es in der Öffentlichkeit an Aktualisierungen und Mundpropaganda über deren Verbreitung. Betroffene Unternehmen und Behörden versuchen, Stillschweigen über die Angelegenheit zu bewahren, bis sie intern gelöst ist. Die Öffentlichkeit wird erst dann auf diese Vorfälle aufmerksam gemacht, wenn Nachforschungen angestellt oder wenn Vorfälle schliesslich gemeldet werden. Doch diese Verlautbarungen geben nur wenige Einzelheiten (wenn überhaupt) darüber, wie die Organisationen zu Opfern wurden oder ob dabei Lösegeld gezahlt wurde. Leider bietet die Bezahlung von Cyberkriminellen keine Garantie dafür, dass die Dateien wieder zugänglich werden oder dafür, dass es in Zukunft keine weiteren Angriffe geben kann.

Arten der Ransomware

Wie bereits erwähnt, gibt ein Vergleich der Erkennungszahlen mit denen von 2019 ein nur unvollständiges Bild des Geschehens. Eine Analyse der Techniken und Routinen der früher und derzeit installierten Ransomware macht deutlich, dass die Cyberkriminellen mittlerweile ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Ziele und grössere Geldsummen lenken, die sie von ihren Opfern erpressen können. Diese Ziele sind häufig in Branchen oder Organisationen mit kritischen öffentlichen Geschäftsvorgängen und Infrastrukturen zu finden.

Bedrohungsakteure können immer noch willkürlich Spam-E-Mails an ein Verzeichnis von E-Mail-Adressen senden, um mindestens ein Opfer anzulocken. Doch die jüngsten Angriffe sind gezielter, und die Opfer wurden vorher ausgekundschaftet, um einen grösstmöglichen Gewinn zu erzielen. Im Laufe der Jahre haben die Forscher drei verschiedene Arten von Ransomware beobachtet mit verschiedenen Routinen für das Eindringen in die Systeme der Opfer.

Wurm-basierte oder Legacy Ransomware

Wurm-basierte Ransomware verbreitet sich ähnlich den Würmern über replizierte Kopien ihrer selbst durch Systeme. Legacy Ransomware nutzt den eingestellten Support für Betriebssysteme aus. Sie setzen auf Schwachstellen als Einstiegspunkte und beeinträchtigen andere Systeme im Netzwerk auch ohne menschliche Interaktion. Einige dieser Bedrohungsvektoren lassen sich verhindern, wenn von den Herstellern veröffentlichte Patches aufgespielt oder die virtuellen Patches von Sicherheitsanbietern heruntergeladen werden, wenn der Support für ein Betriebssystem endet.

Ransomware-Routinen, die Zero-Day-Schwachstellen ausnutzen, können jedoch den grössten Schaden in Systemen anrichten. Ein Beispiel dafür ist WannaCry, das 2017 eingeführt wurde, Monate nachdem die Gruppe Cyberkrimineller Shadow Brokers mehrere Hacker-Tools veröffentlichte, darunter EternalBlue. Die Ransomware verbreitete sich rasch in Unternehmen auf der ganzen Welt und hielt Systeme als Geiseln und deren Betrieb im Stillstand, bis Forscher den Kill Switch in der Kodierung der Routine fanden.

Gängige Ransomware

Diese Art von Ransomware wird über Spam verbreitet. Cyberkriminelle kennen die Opfer nicht und senden die infizierten E-Mails einfach an eine Liste von Adressen, die sie gesammelt, gestohlen oder gekauft haben. Sie setzen Social Engineering-Techniken ein, um die Opfer zu täuschen, so dass diese die E-Mail oder den bösartigen Anhang öffnen und so ihre Systeme mit Lösegeldern infizieren.

Bei den meisten dieser Routinen verschlüsselt die Malware fast alle Arten von Dateien, die sich in einem System befinden können, wie z. B. Mediendateien, Dokumente, ausführbare Dateien und Anwendungen. Zu diesen Routinen gehört vermutlich auch eine Datei oder eine ausführbare Datei, in der die Höhe des Lösegeldes angegeben ist, sowie Support-Anweisungen, wie die Opfer Kryptowährungen erwerben können, um ihre Dateien wiederherzustellen. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass ihnen der Entschlüsselungsschlüssel zugesandt wird oder dass ihre Dateien nach Zahlung des Lösegelds wiederhergestellt werden.

20162017201820192020 1H
LOCKY82,805WCRY321,814WCRY616,399WCRY416,215WCRY109,838
KOVTER50,390CERBER40,493GANDCRAB14,623LOCKY7,917LOCKEY6,967
NEMUCOD46,276LOCKY29,436LOCKY10,346CERBER5,556CERBER2,360
CERBER40,788CRYSIS10,573CERBER8,786GANDCRAB4,050CRYSIS1,100
CRYPTESLA26,172SPORA8,044CRYSIS2,897RYUK3,544SODINOKIBI727

Tabelle 1. Top fünf Ransomware-Familien von 2016 bis zum ersten Halbjahr 2020 (Daten aus dem Smart Protection Network, SPN)

Lesen Sie die Historie dieser Familien im Originalartikel.

Solch gängige Ransomware ist mittlerweile ein geringeres Problem für Unternehmen. Viele heute verfügbare Sicherheitssysteme und auch veröffentlichte Patches umfassen Mechanismen, die über verhaltensbasierte und Dateiüberwachungs-Technologien die Malware erkennen.

Gezielte oder auf Einbrüchen basierte Ransomware

Gezielte oder auf einem Einbruch basierte Ransomware beinhaltet die Techniken in Routinen, die in den letzten Jahren eingesetzt wurden. Diese Art von Ransomware dringt in ein System mittels z.B. gestohlener RDPs ein, über nicht gepatchte Schwachstellen und schlecht gesicherte Anwendungen. Von Untergrund-Websites können Cyberkriminelle Zugangsdaten wie RDP-Benutzernamen und Passwörter erwerben. Sie können auch Social-Engineering-Techniken einsetzen, um die benötigten Zugangsdaten zu phishen, oder die Zielcomputer mit Malware wie InfoStealer infizieren, um die Bedrohungsvektoren zu finden, die sie missbrauchen können.

Cyberkriminelle nutzen die genannten Zugangsdaten auch, um in die Systeme eines Unternehmens einzubrechen. Manchmal wird dies mit einer Eskalation der Privilegien, Tools oder Methoden kombiniert, die die installierte Sicherheit ausschalten. Im Fall des Vorhandenseins von technologisch fortschrittlicheren Systeme, wie z.B. Verhaltens-/Dateierkennung, ist Living Off the Land Binaries and Scripts (LOLBAS) eine Möglichkeit, der Erkennung beim Ausführen von Ransomware zu entgehen.

Auch hier fügen die Kriminellen Anleitungen in die Lösegeldforderung mit ein, wie das Opfer Bitcoins erwerben kann. Da die Erpresser ihre Ziele kennen, ist die Forderung häufig höher als bei den gängigen Ransomware-Angriffen. Sie setzen darauf, dass die Unternehmen ihre Dateien bzw. Systeme sofort wieder nutzen müssen. Cyberkriminelle können auch Fristen setzen, damit die Sicherheitsteams die Infektion vor Ablauf der Zeit unmöglich allein beheben können und deswegen das Opferunternehmen gezwungen ist zu zahlen. Mittlerweile drohen einige Cyberkriminelle ihren Opfern auch, die verschlüsselten Dateien zu veröffentlichen oder  die gestohlenen Informationen im Untergrund zu verkaufen, sollte das Lösegeld nicht rechtzeitig bezahlt werden.

Bei dieser Art der Ransomware-Angriffe werden nicht alle Dateien verschlüsselt, sondern eher bestimmte Dateitypen oder Anwendungen, die für den Alltagsgeschäftsbetrieb unerlässlich sind, so etwa Systemdateien und ausführbare Dateien. Auch hier gibt es keine Garantie, dass die Dateien wieder verwendbar sind, wenn das Opfer zahlt. Auch besteht die Gefahr, dass die Kriminellen weitere Arten von Malware installieren, die nicht auffindbar ist und für weitere Angriffe genutzt wird.

Zu den Zielen gehören auch mittelständische Betriebe wie Krankenhäuser, die als einträglich angesehen werden, weil ihre Sicherheitssysteme weniger fortschrittlich sein könnten und sie dennoch über genügend Ressourcen verfügen, um das Lösegeld zu bezahlen.

Im Jahr 2016 begannen Crysis und Dharma als gängige Arten von Ransomware. Die Techniken beider Routinen änderten sich jedoch schnell, um höher bezahlte potenzielle Opfer durch den Einsatz anderer Software und gestohlener RDPs anzugreifen. Dharma zeigte, wie vielseitig Ransomware sein kann, denn die Malware passte ihre Routinen an und nutzte andere legitime Software, um die Überwachung und Aufmerksamkeit umzulenken. Crysis wiederum nahm Unternehmen ins Visier und erlangte selbst nach der Entfernung der Malware wieder Zugang,  indem sie andere angeschlossene Geräte wie Drucker und Router für spätere Angriffe infizierte. Sie wurde als RaaS im Untergrund angeboten und war damit auch weiteren Hackern leicht zugänglich.

Charakteristiken neuer Techniken und Ziele

Diese Ransomware-Techniken des Eindringens in Systeme gezielter Opfern sind nicht neu. Unternehmen und Institutionen mit kritischer Infrastruktur gelten als hochwertige Ziele Da zudem im Untergrund mehr gestohlene Daten wie RDP-Zugangsdaten angeboten werden, können sich riskante Online-Gewohnheiten (wie das Recycling von Benutzernamen und Passwörtern) nicht nur für einzelne Benutzer, sondern auch für ein ganzes Unternehmen als schädlich erweisen.

Bild 2. Die wichtigsten Zielbranchen auf der Grundlage der Ransomware-Erkennung für 1H 2020 (Daten aus dem Trend Micro Smart Protection Network)

Die Ransomware-Routinen sind nun in der Lage, mit fortgeschrittenen Verschleierungstechniken ihre Erkennung zu vermeiden. Auch können sie über die Beschränkung auf nur wenige und bestimmte Dateitypen manche Sicherheitssysteme umgehen, vor allem solche ohne Monitoring von Dateien und Verhalten. So erlauben es die Routinen der Ransomware  Ryuk, das Netzwerk zu infizieren und dann durch laterale Bewegung nach Systemen zu suchen, die den grössten Gewinn versprechen.

Ransomware-Trends

Die Sicherheitsforscher gehen davon aus, dass die eingesetzten Routinen bezüglich ihrer Installation und Verschleierungstechniken komplexer werden und noch mehr Unternehmen und Behörden ins Visier nehmen.

Ebenso werden auch weiterhin mehr Regierungsbehörden und Grossunternehmen mit ihren Assets und nach aussen gerichteten Systeme zum Ziel werden. Von Websites, Anwendungen, E-Mails, Dateien und zentralisierten Kontrollsystemen bis hin zu firmeneigenen Geschäfts- und vertraulichen Sicherheitsinformationen könnten Kunden und Mitarbeiter gleichermassen gefährdet sein.

Auch das Industrial Internet of Things (IIoT) und Industrial Control Systems (ICS) könnten profitable Ziele darstellen. Produktionslinien und Lieferketten dienen als Ziele und Bedrohungsvektoren, und Störungen in diesen automatisierten Sektoren könnten sich nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die Wirtschaft und den Ruf eines Landes als katastrophal erweisen.

Fazit

Es gibt einige Best Practices, die Einzelpersonen, Unternehmen und Institutionen zu ihrem Schutz beachten sollten:

  • Gute Passwort-Strategie verwenden: Keine Benutzernamen und Passwörter für die Online-Konten und –Geräte wiederverwenden sowie die Standard-Anmeldedaten für alle Geräte ändern.
  • Netzwerksegmentierung einführen: Unternehmen sollten das Prinzip der geringsten Privilegien umsetzen und den Zugriff auf wichtige Daten und Systemverwaltungswerkzeuge einschränken.
  • Überprüfen der RDP-Servereinstellungen: Sie müssen regelmässig überwacht und aktualisiert werden. Empfehlenswert ist auch der Einsatz eines Brute-Force-Schutzsystems für RDP-Server sowie die stetige Aktualisierung der Anzahl der Benutzer und Konten mit RDP-Zugriff. Benutzer mit RDP-Zugriff müssen komplizierte und sichere Passwörter verwenden, die regelmässig geändert werden.
  • Überwachen der nach aussen gerichteten Server: IT-Teams sollten gewährleisten, dass die Patch-Zeitpläne eingehalten werden. Bei Implementierungsschwierigkeiten sind virtuelle Patching-Lösungen ein bewährtes Schutzmittel.
  • Aufbewahren der Sicherheitskopien von wichtigen Informationen: Mit der 3-2-1-Methode werden drei Sicherungskopien in mindestens zwei verschiedenen Formaten aufbewahrt, von denen eine separat und ausserhalb des Standorts lagert.
  • Ungeprüfte und verdächtige E-Mails und eingebettete Links nicht öffnen: Ist der Absender unbekannt, und sind die Nachricht und ihre Anhänge nicht verifiziert, so sollte die Nachricht gelöscht und/oder melden die E-Mail sofort an das Sicherheitsteam gemeldet werden.
  • Konsequentes Patchen und Aktualisieren der Systeme, Netzwerke, Software, Geräte, Server und Anwendungen: Sobald die Hersteller Patches oder Updates veröffentlichen, sollten diese angewendet werden, um zu verhindern, dass Schwachstellen offen bleiben, die von Bedrohungsakteuren ausgenutzt werden können.
  • Auf keine Lösegeldforderungen eingehen: Die Bezahlung ermutigt Cyberkriminellen nur, ihre Aktivitäten fortzusetzen. Es gibt auch keine Garantie dafür, dass verschlüsselte Daten abgerufen oder nicht gestohlen werden oder dass es nicht zu anderen späteren Angriffen kommt.

Trend Micro-Lösungen

Ein mehrschichtiger Ansatz kann Ransomware davon abhalten, Netzwerke und Systeme zu erreichen. Unternehmen sollten ihre gesamte IT-Infrastruktur vor Malware und Einbrüchen schützen. Mittelständler können den Schutz von Trend Micro™ Worry-Free™ Services Advanced, und für Heimanwender bietet Trend Micro Internet Security funktionsreichen Schutz für bis zu zehn Geräten. Trend Micro Ransomware File Decryptor Tool kann Dateien entschlüsseln, die von bestimmten Ransomware-Varianten verschlüsselt wurden.

Wie ein Bezahlsystem zur Grundlage einer Security Strategie wird

von Richard Werner, Business Consultant

Ja, der Titel ist ernst gemeint. Eigentlich schaut man sich immer zuerst nach der Ware um und kümmert sich dann um den Preis, aber gerade in der Cloud laufen die Dinge anders. Deshalb ist es an der Zeit, sich auch mit neuen Ideen zu beschäftigen. Um zu verstehen, warum Überlegungen zum Bezahlmodell in der Cloud bei der Auswahl des Security Providers viel Mühe sparen kann, ist es wichtig, zuerst die Motivationen zu verstehen, die ein Unternehmen dazu treibt, ganz oder teilweise in die Cloud zu gehen.

Flexibilität

Die Mär, die Cloud sei billiger, hält sich hartnäckig. Doch gerade in Sicherheitskreisen weiss man, dass dies so nicht stimmt. Zieht ein Unternehmen im Rahmen einer Migration System um System in die Cloud und vergleicht erst anschliessend die Kosten, so läuft die Aktion bestenfalls auf eine Nullsumme hinaus. Und genau darum geht es aber nicht, denn die Cloud soll ein Unternehmen agiler machen und Über- bzw. Unterkapazitäten ausgleichen.

Als Beispiel dafür, wie Flexibilität in der IT Security zum Erfolg führen kann, mag hier die Geschichte eines Serviceanbieters aus Texas dienen. Dieses Unternehmen offeriert seinen Kunden weltweit Dienstleistungen rund um das Thema Event-Management. Vom Ticketverkauf bis zur Event-Organisation kann alles gebucht werden. Das Unternehmen hatte 2019 mit dem „Problem“ zu kämpfen, erfolgreich zu sein. Aufgrund der schnellen Ausweitung des Angebots kam es regelmässig zu Kapazitätsengpässen. Da das Geschäft dennoch starken Schwankungen unterlag, war die Beschaffung, Verteilung und Koordinierung von Rechenkapazitäten zur grössten IT Herausforderung geworden. Der Gang in die Cloud löste das Problem. Aufgrund unbegrenzter Kapazitäten sowie der Möglichkeit je nach Bedarf automatisiert Systeme zu- oder abzuschalten, konnte die häufig saisonal bzw. regional bedingten Kapazitätsänderungen ohne logistische Herausforderung abgebildet werden.

Logistic kills Deployment

Die IT-Sicherheitsabteilung des Anbieters erstellte daraufhin zusammen mit ihrem Security Provider ein Konzept, welches es erlaubte, das Sicherheitsniveau des Rechenzentrums weitestgehend in der Cloud abzubilden. Die Sache hatte nur einen Haken: Als die IT-Security bei den Fachabteilungen anfragte, welcher Aufwand zu erwarten sei, um die benötigten Lizenzen zu erwerben bzw. abzuschätzen in welchem Masse Mehraufwand bezüglich des Managements von zwei verschiedenen Security-Lösungen auf Sicherheitsmitarbeiter zukäme, wurde ihnen mit einem Schulterzucken geantwortet.

Der Grund, in die Cloud zu gehen, war genau der, dass diese Fragen offen waren. Je nach Auftragslage wurden mitunter für einen kurzen Zeitraum grosse Kapazitäten benötigt. Parallel zeigte der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens (vor Corona), dass die Gesamtanforderung weiter ansteigen würde. Das Unternehmen wollte seinen Erfolg schlicht nicht von der Verfügbarkeit der Rechenleistung abhängig machen. Da sich die Security-Anforderungen des Unternehmens an Compliance Vorgaben (speziell DSGVO und PCI-DSS) ausrichteten, waren Mindestanforderungen verpflichtend einzuhalten.

Hier stellte sich der erstellte Prozess als derart unflexibel und technisch komplex heraus, dass für die Cloud-Bestandteile des Unternehmens die Einrichtung und Dokumentation der Compliance eine beträchtliche logistische Herausforderung mit sich brachte. Unter anderem führte dies dazu, dass sich Abteilungen genötigt sahen, entweder ihre Aufträge zu verzögern oder auf die rechtzeitige Bereitstellung von Security zu verzichten. Der daraus erwachsende Konflikt, entweder Geschäftsoptionen zu gefährden oder zumindest temporär die Einhaltung der Compliance zu „übersehen“, eskalierte zunehmend.

Als sich das Unternehmen schliesslich aufgrund der Empfehlung seines Cloud Managed Service-Partners für Trend Micro entschied, war die Situation bereits derart eskaliert, dass die Lösung ohne weiteren Proof of Concept in bereits bestehende Live-Systeme integriert wurde. Bei vergleichbaren technischen Optionen war im Besonderen die komplette Integration in Cloud- und On-Premise-Operationen, so wie die flexible Möglichkeit, die Kosten anhand des Bedarfs auszurichten, entscheidend. Die Lizenzen wurden nach Bedarf sowohl in der Cloud als auch On-Premise berechnet. Das hatte während Corona übrigens auch einen ungeplanten Vorteil. Für die Eventagentur brachen in kurzer Zeit immer mehr Märkte ein, bis am Ende fast alles stand. Durch die Abrechnung nach Bedarf wurden so enorme Geldmengen eingespart, weil Systeme nicht bezahlt werden mussten, die nichts mehr zu tun hatten.

„Bring Your Own License“ versus „Pay as You Go“

Sieht man sich im Bereich Cloud-Migration um, so finden beide Bezahlmodelle ihren Platz: „Bring Your own License“ ist dabei der klassische Weg der Vorauszahlung. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass sie die Kosten planbar macht, und sie obendrein mit dem Lieferanten verhandelt werden können. Die klassische Migration, Maschine für Maschine, kann so ohne weitere Lizenzabfrage durchgeführt werden. Der Nachteil dieser Lizenzierung ist, dass sie jegliche Flexibilität unmöglich macht. Werden mehr Lizenzen benötigt, muss das Unternehmen einen Beschaffungsprozess starten – Bedarfsabschätzung eingeschlossen. Benötigt es weniger, hat es halt „draufgezahlt“. Bei der nächsten Verhandlung geht das Spiel dann von vorn los.

„Pay as You Go“ wiederum versucht diese Nachteile auszugleichen. Hier wird nach Verbrauch abgerechnet. Moderne Verfahren ermöglichen eine Minuten genaue Taktung. Werden neue Maschinen gestartet, werden diese automatisch erfasst und mit den vorgegebenen Security-Einstellungen versorgt. Genauso werden sie wieder ausgecheckt, wenn die Systeme nicht mehr benötigt werden. Security wird damit automatisch zu einem Punkt der Betriebskosten. Die Ausgaben steigen oder fallen je nach Erfolg des Unternehmens.

Gemeinsam verwalten

Beide Bezahlmethoden haben ihre Vor- und Nachteile. Wie bereits erwähnt, entscheidet der Anwender mit der Auswahl letztlich darüber, welche Flexibilität seine Sicherheitsabteilung haben wird. Unabhängig davon, für welche Methode ein Unternehmen sich entscheidet, letztendlich geht es darum, dass Sicherheit das tut, wofür sie da ist, nämlich das Geschäft des Unternehmens zu schützen.

Entscheidend dabei ist, dass alles, was mit IT Security zu tun hat, schnell und einfach visualisiert werden kann. Wie auch immer das Datacenter aufgebaut ist, Hybrid oder Multicloud, immer werden Systeme zwischen den Formfaktoren hin und her migriert, flexibel errichtet oder auch ausgeschaltet. Um den Management-Aufwand zu minimieren und auch die Übersicht über Compliance- oder IT-Security-Aufgaben zu erhalten, sollten Organisationen vor allem nach einer Lösung Ausschau halten, die alles gemeinsam verwaltet. Sonst wird IT-Security schnell zu einem logistischen Alptraum.

Fazit

Flexibel zu sein, zahlt sich für Unternehmen aus. Den Erfolg von logistischen Bedürfnissen abzukoppeln heisst, das Business kann nach Bedarf wachsen — „The Sky is the Limit“. Aus Sicht der IT-Security kommt noch hinzu, dass aus „Bremsern“ Partner werden. Damit wird auch Security nicht mehr als Belastung empfunden, sondern als notwendige Massnahme geschätzt.

Für weitere wertvolle Informationen zur Migration in der Cloud melden Sie sich für das Webinar an.

Kampf der Linux Kryptowährungs-Miner um Ressourcen

Originalbeitrag von Alfredo Oliveira, David Fiser

Das Linux-Ökosystem steht in dem Ruf, sicherer und zuverlässiger als andere Betriebssysteme zu sein. Das erklärt möglicherweise auch, warum Google, die NASA und das US-Verteidigungsministerium Linux für ihre Online-Infrastrukturen und -Systeme nutzen. Leider ist die weite Verbreitung der Linux-Systeme auch für Cyberkriminelle sehr attraktiv. Mittlerweile wird ein rücksichtsloser Kampf um Rechenleistung zwischen den verschiedenen Kryptowährungs-Mining- Programmen, die auf Linux-Systeme abzielen, ausgetragen. Der Beitrag stellt die Angriffskette dar, einschliesslich der Verschiebung der Eintrittspunkte unter anderem auf Docker-Umgebungen und Anwendungen mit offenen APIs.

Kryptowährungs-Mining ist an sich nicht bösartig, doch nicht alle, die nach der profitablen Kryptowährung schürfen, tun dies legal. Und da der Markt für Kryptowährungen mehr als 350 Milliarden $ übersteigt, handelt es sich dabei um wahre digitale Schätze.

Cyberkriminelle missbrauchen Kryptowährungs-Mining, indem sie Mining-Malware auf den Geräten ahnungsloser Benutzer installieren und deren Verarbeitungskapazitäten ohne Autorisierung nutzen. Auf diese Weise können sie mühelos profitieren, ohne in die notwendige Kryptowährungs-Mining-Infrastruktur investieren zu müssen.

In den letzten Jahren hat es einen massiven Anstieg bei Mining Malware gegeben, vor allem solcher für Monero. Diese bietet vollständige transaktionale Anonymität und Vertraulichkeit und ist damit ideal für den Missbrauch bei illegalen Aktivitäten geeignet. Cyberkriminelle versuchen, ihre potenziellen Einkünfte zu maximieren, indem sie sich auf leistungsstarke Geräte mit beträchtlichen Rechenkapazitäten konzentrieren und dort weitere Mining-Malware vernichten, um so die Plattformen und Geräte, die sie infizieren können, zu erweitern.

Die Sicherheitsforscher von Trend Micro analysierten KORKERDS, eine Linux Malware-Variante, die ein Rootkit mitbringt, das bösartige Prozesse vor den Monitoring-Tools auf einem infizierten System verbirgt. Eine weitere Linux-Malware Skidmap kann die Sicherheitseinstellungen auf einem infizierten Gerät herabsetzen und liefert böswilligen Akteuren den Backdoor-Zugriff.

Beide Varianten nutzen komplexe Techniken zum Missbrauch der Ressourcen eines Opfers. Nun gibt es eine Charakteristik, die immer häufiger anzutreffen ist und die die Forscher in ihren Honeypots aber auch in der Praxis gefunden haben – nämlich Routinen, die andere ähnliche Malware in infizierten Geräten, Systemen und Umgebungen deaktivieren und entfernen.

Eine der Routinen dieser Mining Malware besteht darin, nach einer Infektion nach weiteren Mining-Konkurrenten zu suchen. Entdeckt sie eine solche Malware, schaltet sie die Prozesse ihrer Konkurrenten ab, löscht ihre Spuren aus dem System und sorgt dafür, dass diese Konkurrenten nicht mehr laufen können.

Diese Mining-Samples zielen nicht nur auf Linux-Host-Rechner ab, die als persönliche Geräte verwendet werden, sondern auch auf leistungsstarke Tools, die Unternehmen im Rahmen von DevOps nutzen, wie etwa Docker und Redis.

Die analysierten Samples suchen nicht nur nach ressourcenintensiven Prozessen auf dem Host-Rechner, sondern auch nach Docker-Containern, die für Mining genutzt werden. Mit diesem Verhalten soll gewährleistet werden, dass die zuletzt eingesetzte Malware die Rechenleistung des Hosts nutzen kann.

Auch Cyberkriminelle haben ihren Horizont erweitert und greifen die AWS-Infrastruktur an, auf der mit Mining-Malware infizierte Docker- sowie Kubernetes-Systeme laufen und stehlen AWS-Anmeldedaten.

Bild. Die Infektionskette von Kryptowährungs-Mining Malware in offenen APIs

Ein häufiger Trend oder eine Technik, die in der Vergangenheit von Malware-Akteuren eingesetzt wurde, bestand darin, eine Schwachstelle in einem öffentlich gehosteten Dienst auszunutzen, um Privilegien für die Codeausführung zu erlangen. Diese Technik ermöglichte es einem Angreifer, ein Botnet zu erstellen oder einen Coinminer im System zu installieren. Eine neuere Technik ist immer häufiger anzutreffen, bei der nach offenen APIs gesucht wird, die es ermöglichen, sich Zugriff auf Container oder Privilegien für die Codeausführung zu verschaffen. Auch hat sich die Mining Malware von On-Premise-Geräten hin zu Containern und in die Cloud verlagert. Technische Einzelheiten zum Ablauf liefert der Originalbeitrag.

Schutz vor Mining Malware

Um Systeme, Geräte und Umgebungen zu schützen, sollten IT- und Systemadministratoren Best Practices befolgen, so etwa die konsequente Anwendung des Prinzips der Mindestprivilegien, regelmässiges Patching und Aktualisieren von Systemen, Einsatz von Mehrfaktorauthentifizierung, Nutzen von verifizierten Sicherheits-Extensions sowie Aufstellen von Zugangskontrollrichtlinien. Auch ist es von Bedeutung, API-Konfigurationen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass Anfragen von einem festgelegten Host oder internen Netzwerk kommen. Des Weiteren sind regelmässige Scans des Hosts nach offenen Ports wichtig sowie eingeschränkter SSH-Zugang.

Unternehmen können sich auch mithilfe von Lösungen schützen wie Trend Micro™ Hybrid Cloud Security, die mit einer schlanken, funktionsstarken und automatisierten Sicherheit die DevOps Pipeline sichern kann. Sie liefert mehrere XGen  Threat Defense-Techniken für die Sicherheit von physischen, virtuellen und Cloud Workloads zur Laufzeit. Unterstützt wird die Lösung durch die Cloud One™ Plattform, die ein einheitliches, zentrales Dashboard für die hybriden Cloud-Umgebungen liefert sowie Network Security, Workload Security, Container Security, Application Security, File Storage Security und Conformity-Services.

Für Organisationen, die Sicherheit als Software für Runtime-Workloads, Container-Images sowie Datei- und Objektspeicher suchen, scannt Deep Security™, Deep Security Smart Check Workloads und Container-Images in jedem beliebigen Intervall in der Entwicklungs-Pipeline auf Malware und Schwachstellen, um Bedrohungen zu verhindern, bevor die Assets eingesetzt werden.